Event-Lärm in Wilhelmsburg: Wieviele Musikveranstaltungen vertragen die Elbinseln?
Geschrieben von: Klaus in Bezirksversammlung, IBA/IGS, Kultur, Lärm, Wilhelmsburg
Es gibt viel Lärm auf den Elbinseln, doch nun gibt es noch mehr Krach: Über das Für und Wieder von Musikfestivals, und der damit verbundenen Belastungen, wird derzeit viel diskutiert. Die Meinungen gehen, was kaum überraschen kann, meilenweit auseinander.
Um gegen den Event-Lärm zu protestieren, hat sich jetzt sogar eine Bürgerinitiative gegründet. doch selbst die will nicht die “Spaßbremse” sein, die jegliches Feiern verhindern will. Aber schonender für die Bewohner des Reiherstieges soll es dann doch sein.
Mit dem Elbinselfestival am Reiherstieg steht das nächste Event vor der Tür. Die Verwaltung des Bezirkes, geübt durch Auseinandersetzungen mit Großveranstaltungen wie die “Harley-Days”, die in der Bevölkerung der Innenstadt immer wieder zu Beschwerden führen, hat reagiert, und den Veranstaltern des Elbinsel-Festivals auferlegt, ein mehrere tausend Euro teures Lärmschutzgutachten vorzulegen.
Für die Veranstalter aus der Honigfabrik, die mit einem geringen Eintrittsgeld arbeiten und dafür immerhin die derzeit vor allem bei jungen Mädchen sehr angesagte Punkrock-Band “Killerpilze” präsentieren können, wäre dieser Aufwand nicht zu bezahlen gewesen. Das Elbinsel-Festival stand vor dem aus.
Deshalb hat die Bezirksversammlung in ihrer Sitzung am letzten Donnerstag mit den Stimmen aller Fraktionen beschlossen, auf diese verschärften Bedingungen zu verzichten. Gleichzeitig haben wir in der Bezirksversammlung klar gemacht, das die Lärmbelastung für die im Umfeld wohnenden Bürger vermindert werden muss. So soll die Bühne, anders als im Vorjahr, in Richtung des Hafens ausgerichtet werden, und Shuttle-Busse für das Publikum dieses mal in ausreichender Zahl bereitgestellt werden.
Gestern hat sich auch das Beteiligungsgremium der IBA/IGS mit dem Thema befasst. Zwei Referenten der Hamburg Port Authority (HPA) trugen vor, wie das Genehmigungsverfahren abläuft: Die HPA verpachtet das Gelände mit der Auflage das die nötigen Genehmigungen eingeholt werden. Für den Aufbau der Bühne wird ein Baugenehmigungsverfahren durchgeführt. Wie im Hafen üblich, ist dafür wiederum die HPA zuständig. Der Bezirk ist für die Emissionsfragen, also auch für die Lärmentwicklung verantwortlich.
Nach ausgiebiger Diskussion über das Für und Wieder der Musik-Events lehnte das Gremium in einer Abstimmung ab, dazu eine Stellungnahme abzugeben. Dabei dürfte eine Rolle gespielt haben, das von Bezirklicher Seite zugesagt worden ist, eine Arbeitsgruppe zum Thema einzurichten.
Der neue Regionalausschuss Wilhelmsburg-Veddel hat auf die Initiative der SPD und der GAL hin beschlossen, das seine nächste Sitzung als öffentliche Anhörung zu dem Thema durchgeführt wird. Dafür ist im Augenblick Dienstag, der 9. September vorgesehen.
Es wird jetzt darauf Ankommen das richtige Maß zwischen Veranstaltungen und Belastungen zu finden, und dabei einen möglichst weitreichenden Konsens herzustellen.
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