Die Living Bridge in einer Animation der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (Quelle: Presseinformation der BSU)Das Büro Bothe Richter Teherani Architekten und der Investor Dieter Becken haben der Stadt vorgeschlagen, eine Brücke von der Hafencity zum Kleinen Grasbrook zu bauen, auf der 1.000 Wohnungen und Büros errichtet werden sollen.
Die SPD Veddel beschloss auf Ihrer Vorstandssitzung am Donnerstag das Projekt wegen seiner vielen Schwächen und Probleme abzulehnen.

Wir reihen uns damit in eine große Gruppe von Kritikern des Projektes ein, zu der auch viele namhafte Fachleute gehören.

Der Vorstand kritisiert vor allem ein Fehlen eines Verkehrskonzeptes. Bemängelt haben wir auch, das  alle Sichtachsen aus den Gebieten östlich der Brücke abgeschnitten werden. Das betrifft auch die vorgesehenen Wohnungen auf dem Baakenhöft.

Der schwarz-grüne Koalitionsvertrag sieht einem Wettbewerb vor. Dort heißt es: „Für die Elbquerung oder eine etwaige ‚Living Bridge‘ soll es einen Planungsprozess und einen Investorenwettbewerb geben, um Architektur und Finanzierung zu verbinden.“  Demnach ist unklar, ob eine “Living Bridge” oder eine andere Brücke gebaut werden soll.

Der vorherige Senat hatte einen “Bürgerdialog” im Internet organisiert, bei dem sich knapp 500, häufig anonyme Nutzer beteiligt haben. Dabei sind erhebliche Schwächen des Teherani-Entwurfes deutlich geworden. Befürworter und Gegner des Projektes hielten sich dort die Waage, aber es bleibt anzumerken, das die Teilnehmer keinesfalls als representativ angesehen werden können.

Zunächst sollte festgestellt werden, ob eine weitere Elbbrücke notwenig ist, und wenn ja, wo der beste Platz für eine solche Brücke wäre, und welche Verkehre sie aufzunehmen hätte. Erst dann sollte man sich Gedanken über die Gestaltung und Finanzierung machen.

Wer, wie hier geschehen, zuerst den Platz und die Gestaltung in den Vordergrund stellt, und sich über die Funktion erst in zweiter Linie Gedanken macht, zäumt das Pferd von Hinten auf.

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