Uni statt Überseezentrum?
Geschrieben von: Klaus in Aus der Zeitung, Kleiner Grasbrook, Lärm, Veddel
Der Senat plant, die Universität Hamburg in den Hafen zu verlegen. So verkündet es heute die Überschrift eines Artikels des Hamburger Abendblattes. Doch im Artikel wird die Sensation schnell relativiert.
Auch die “Taz” und die “Welt” berichten heute über die Pläne, formulieren ihre Artikel aber weniger reißerisch.
Hintergrund der Idee ist der schlechte Zustand der Universitätsgebäude und die Notwendigkeit, diese umfassend zu sanieren. Damit der Lehrbetrieb nicht jahrelang auf einer Baustelle stattfinden muss, und weil der Platz in Eimsbüttel für Erweiterungen nicht ausreicht wird über einen kompletten Neubau nachgedacht.
Allerdings ist diese Idee nur eine von mehreren Möglichkeiten, die in einer behördlichen Arbeitsgruppe geprüft werden sollen. Alternativen sind die Sanierung der bestehenden Gebäude, der teilweise Abriss und Neubau vor Ort und der teilweise Abriss mit einem Teilumzug.
Einige Gebäude der Universität, wie der Philosophen-Turm und das Hauptgebäude stehen unter Denkmalschutz, einige gehören, wie der schreckliche WiWi-Bunker einfach abgerissen, und vom Geomatikum fallen ab und zu Betonbrocken aus der Fassade.
Aus Eimsbüttel darf man für die Umzugspläne keine Begeisterung erwarten. Schließlich gehört die Universität dort seit fast einhundert Jahren zum Stadtbild.
Die radikale Lösung Gesamtumzug auf den Grasbrook erscheint zwar sehr unwahrscheinlich, die Debatte hat aber dennoch Charme. Schließlich erscheint ein Umzug einiger Fakultäten durchaus realistisch, und
die Diskussion gibt auch unseren Vorschlag aus dem Jahre 2003 zur Entwicklung des Kleinen Grasbrooks neuen Auftrieb. Damals hatte sich ein Workshop des Architekturbüros “Blauraum” im Auftrag des Bezirksamtes in der Schule Slomanstieg mit der Zukunft dieses Stadtteils auseinandergesetzt. Auch Blauraum schlug die Einrichtung einer Universität, einen “Energie-Campus” am Reiherstieg vor.
Die Lebensqualität dürfte sich auf der Veddel würde durch deutlich erhöhen, wenn auf dem Veddelhöft und der darunter liegenden Insel statt lärmenden und verkehrserzeugendem Hafenumschlag neben Bildungseinrichtungen auch bezahlbare Wohnungen für Familien entstehen würden. Neue Kunden, neue Läden, eine weiterführende Schule und insgesamt weniger Lärm. Dazu die versprochene U-Bahn - Das wäre schon etwas.
Immerhin: Bei steigenden Benzinpreisen wird der Trend zentral und in der Nähe des Arbeitsplatzes in der Stadt zu wohnen immer beliebter, und dient auch dem Klimaschutz. Bis dahin ist der Weg noch weit. Doch vielleicht sind wir mit der Diskussion darüber schon bald ein Stück weiter.
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Kommt die Uni auf den Kleinen Grasbrook?…
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