Niedernfelder Brücken

Niedernfelder Brücken

Jahrelang hatte der Kampf um das Veddeler Wasserkreuz in der Nähe des Veddeler Bahnhofs gedauert. Die Niedernfelder- und die Müggenburger Durchfahrt sollten von Strom- und Hafenbau zugeschüttet werden weil das billiger wäre als ein Brückenneubau. So hatte es der Senat beschlossen. Doch es kam anders: Werner Marnette wies nach einem heftigen Wiederstand 2006 in einem Gutachten nach, das die Brücken zu einem relativ günstigen Preis saniert werden könnten. Doch der Senat entschied sich dann doch für den teureren Neubau.

Weil jetzt dennoch zwei Jahre nichts passiert ist, wird der Zustand der Brücken langsam kritisch.

Die inzwischen Hamburg-Port-Authority (HPA) genannte ehemalige Behörde gab gestern bekannt, das wegen des schlechten Zustands der Niedernfelder Bahnbrücken im Hafengebiet nach bereits erfolgten Geschwindigkeitsreduzierungen weitere Nutzungsbeschränkungen im Hafenbahnbetrieb verhängt werden müssen.

Aufgrund eines Gutachtens des Germanischen Loyd, das die Hamburg Port Authority zur Brückenprüfung erstellen ließ, ist seit gestern die zulässige Achslast auf 20 Tonnen beschränkt. „Wir können kein Risiko eingehen, auch wenn es zu Behinderungen kommen wird“, so HPA-Geschäftsführer Jens Meier. Das Gutachten sage zudem aus, dass bei einer weiteren Nutzung der Brücke stufenweise erhebliche Lastreduzierungen notwendig sind.

Im Klartext: Die Eisenbahnbrücke kann nicht mehr von schweren Lokomotiven befahren werden, die “Welt” spricht sogar von “Einsturzgefahr”.

Die vom Hafenbahnbetrieb abhängigen Unternehmen und die Eisenbahn Verkehrsunternehmen wurden bereits von der Einschränkung unterrichtet. Die HPA bietet Ausweichrouten und Unterstützung bei der Koordinierung des Rangierverkehrs mit leichteren Loks an.

Außerdem treibt die HPA den bereits geplanten Neubau der Niedernfelder Brücken mit jetzt endlich voran.

Obwohl bekannt war, das sich die Köpfe auf denen die Brücke gelagert ist seit Jahren bewegen, und deshalb in der Bürgerschaftsdebatte vor zwei Jahren davon die Rede war das die Brücken gesperrt werden müssen, wenn nicht “sofort” mit den Baumaßnahmen begonnen würde ist bisher nichts passiert.

Zuletzt, so HPA, sei aufgrund der Durchführung von Prüfaufträgen zu Ost-Weststraßenverbindungen im Hamburger Hafen, die aus dem Koalitionsvertrag resultierten,  das Wettbewerbsverfahren zunächst gestoppt werden.

Dies soll nun zumindest für den Neubau der Bahnbrücken fortgesetzt werden. „Wir gehen davon aus, dass die Hafenbahn Ende nächsten Jahres auf einer neuen Brücke fahren kann“, sagt HPA heute. So lange werde man alle Vorsichtsmaßnahmen treffen, um Gefährdungen durch die Nutzung der Brücke auszuschließen. Dabei sei aber mit erheblichen Behinderungen des Güterverkehrs im Hafen zu rechnen.

Ein Senat der sich mit dem Umzug der Universität, der radikalen Verkleinerung des Freihafens und der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße gleichzeitig befasst, bekommt es nicht hin ein paar Brücken zeitnah zu sanierten. Da ist eine gewisse Skepsis wohl erlaubt.

Link: aktueller Artikel in der “Welt”
Link: Webseite des Vereins Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg zu Kampf um die Niedernfelder Durchfahrt

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