Die Veddel wird in den letzten Jahren oft mit positiven Entwicklungen in Verbindung gebracht. Meistens ist dann die Rede von den Studenten, die in das Viertel gezogen sind, und den Wirkungen die das angeblich mit sich gebracht hat.
Nun war das Programm zur Ansiedlung von Studenten sicherlich ein Erfolg, aber die Berichterstattung in den Medien, zuletzt im Uni-Spiegel oder in der Prinz wird mit ihrem einseitigen Fokus allein auf diese Gruppe dem Stadtteil nicht gerecht. Sie ist vielmehr oberflächlich recherchiert und manchmal ein bisschen ärgerlich, denn sie ist genauso stereotyp wie die Vorurteile, mit denen wir früher noch stärker zu kämpfen hatten als heute.
Im Verborgenen hat sich in den letzten Jahren eine Entwicklung vollzogen, die eben soviel Aufmerksamkeit verdient, und diejenigen betrifft, die hier geboren und aufgewachsen sind: Es hat sich eine beachtenswerte Jugendkultur entwickelt, die ihren Ausdruck in der Rap-Gruppe “Veddel Streetz” gefunden hat.
Daran hat übrigens das vom Bezirk getragene Haus der Jugend einen Anteil gehabt, und in diesem Sommer hat Veddel Streetz als eines von mehreren von der Europäischen Union geförderten LOS-Projekten den Stadtteil auf einer Präsentation in Berlin vertreten.
Dazu war es allerdings notwendig, das die Gruppe aus der Ecke der sexistischen und gewaltverherrlichenden Texte herauskamen. das Ihnen das gelingt beweisen Sie mit dem nachfolgenden Video.
Zum Video:


hahaha veddel strezz bockt schon miss
veddel strezz, mach mir mal ne shisha klar! apfel oder mango bruder veddelstrezz
Hallo Herr Lemke,
als SPD-Mitglied und Unterstützer des “Netz gegen Nazis” sollte es doch wohl selbstverständlich sein, dass Sie gegen Rassisten und Nationalisten sind, oder? Und ich nehme an, dass Sie auch gegen die Verherrlichung von Gewalt sind.
Wie kommt es dann, dass Sie “Faro” unterstützen?
Haben Sie sich mal seine Videos auf Youtube angesehen?
Das ist Gewaltverherrlichung und Nationalismus in Wort und Bild.
Wie stehen Sie heute (Juli 2010) dazu?
Ihre Antwort würde mich sehr interessieren.
Mit Grüßen
Hisham
Sehr geehrter Hisham,
mein Name ist Lübke, nicht Lemke. Leider habe ich den Eindruck, das Sie auch meine anderen Äußerungen nicht mit der nötigen Sorgfalt gelesen haben, sonst hätten Sie diese Frage nicht gestellt. Sie ist nämlich grob vereinfachend und inhaltlich falsch. Es scheint mir, sie entspringt dem was Sie glauben wollen und mir scheint das ist ein schwarz-weiß gezeichnetes Bild von der Wirklichkeit. Doch leider sind die Dinge im richtigen Leben immer viel komplizierter, und einfache Lösungen gibt es nicht. Deshalb muss man praxisorientiert Lösungen finden, und keine Feindbilder aufbauen, die niemanden helfen.
Ich habe keine Gewaltverherrlichung unterstützt, und ich werde das auch nicht tun. Ich habe das HdJ Veddel unterstützt, und dazu stehe ich nach wie vor. Das HdJ hat den Vertrag mit Faro mehr als ein Halbes Jahr vor der Pressediskussion auslaufen lassen. Aus eigenem Antrieb, eigener Erkenntnis und ohne Druck von Außen. Ich habe auf meinem Blog allerdings eines gemacht: Ich habe Veddel Streetz dafür gelobt, das sie ein Song OHNE Gewaltverherrlichung veröffentlicht haben, der im Gegensatz zu dem stand, was ich sonst gesehen habe. Das hat mir gefallen, und ich hoffte die Gruppe würde einen besseren Weg einschlagen. Denn eines ist wahr: Für eine richtige Erkenntnis ist es nie zu spät!
Meine Position wurde in der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte von der Linkspartei bis zur FDP unterstützt. Die einzigen, die nicht einverstanden waren, war die CDU. Ich behaupte, das die CDU nur daran interessiert war in der Öffentlichkeit möglichst viel Staub aufzuwirbeln, damit etwas am Bezirksamt, dem Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses oder der SPD als solcher kleben bleibt. Die Position der CDU war politisch motiviert, das sie den Betroffenen Mitarbeitern in der Jugendhilfe und den Jugendlichen selbst erheblichen Schaden zugefügt hat war ihr egal.