Der vom Verkehr bedrohte Norden der Veddel gehört zu HPA

Der vom Verkehr bedrohte Norden der Veddel gehört zu HPA

Zeitung lesen gehört für einen Lokalpolitiker zum Pflichtprogramm. Oft sind es die Randnotitzen, die aufhorchen lassen. Heute sind es gleich drei:

Straßennetz im Hafen zu Lasten der Veddel?

Die Bausenatorin Anja Hajduk hat sich in einem Interview gegenüber der “Welt” zu den geplanten Straßenneubauten im Hafengebiet geäußert. Es gehe um ein Netz von Straßen, eine Ost-West-Verbindung im Süden Wilhelmsburgs, eine im Norden und eine Verbindung zwischen den beiden. Es ist nicht schwer zu erraten, das die südliche Verbindung durch die Kornweide gehen wird, und die Verbindung nach Norden durch einen Neubau der Wilhelmsburger Reichsstraße hergestellt werden soll. Welchen Streckenverlauf die Nordtrasse aber nehmen soll ist unklar. Für die Planungen attraktiv ist die Tunnelstraße. Für die Veddel bedeutete das eine dritte quasi-Autobahn direkt durch den dichtbesiedelten Stadtteil. Da heisst es aufpassen!

Die Schulbezirke sind eigentümlich geschnitten

Die bevorstehende Schulreform des schwarz-grünen Senates soll in Regionalkonferenzen mit den Eltern besprochen werden. In diesem Zusammenhang druckte das Hamburger Abendblatt eine Karte der Schulbezirke ab, in denen über die Einrichtung von Primarschulen und Gymnasien diskutiert werden soll.

Das Wohnquartier der Veddel wird demnach zu Wilhelmsburg gezählt, obwohl viele Kinder aus dem Stadtteil ein Gymnasium am Berliner Tor besuchen. Der Kleine Grasbrook, dessen Bevölkerung vor allem in den Blöcken der Harburger Chaussee wohnt, wird allerdings zur Innenstadt gerechnet. Auch die Peute gehört zur Innenstadt, allerdings wohnen in dem Industriegebiet nur wenige Menschen. Logisch scheint das nicht zu sein, aber immerhin können sich die Eltern entscheiden, wo sie an einer Regionalkonferenz teilnehmen wollen. Auf die Verantwortlichen der Schule Slomanstieg kommt wegen der Lage am Rande der Grenzen wohl doppelte Arbeit zu.

HPA verärgert die Nachbarn mit einer Maßnahme, die sie nicht fertig stellen kann.

Es ist schon ein bisschen seltsam, was die Hamburg Port Authority (HPA) da veranstaltet. Vor Wedel soll eine Schlickfalle gebaggert werden, die verhindern soll, das Sedimente in den Hafen getragen werden. Von den Arbeiten wurden die Anreiner in Wedel und Stade vollkommen überrascht weil, wie es bei der HPA scheinbar üblich ist, wieder einmal niemand im Vorfeld informiert worden ist.

Stade hat geklagt, verloren, und will in die nächste Instanz. Man sollte den Niedersachsen noch einmal deutlich machen, das der Hamburger Hafen nach Volkswagen der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber der Landeskinder ist, und auch für Stade eine große Bedeutung hat.

Noch viel überraschender ist aber, das die Baggerarbeiten zur Schlickfalle trotz des juristischen Etappenerfolges eingestellt worden sind. Es ist nämlich kein Geld mehr da!

Ich meine man muss schon ganz schön eindimensional denken, wenn man mit einer Maßnahme Vertrauen bei den Nachbarn zerstört, auf deren Zustimmung man bei der Fahrinnenanpassung der Elbe noch angewiesen sein wird, diese Maßnahme aber sowieso nicht zum Erfolg führen kann. Da die Veddel und Wilhelmsburg von der HPA fast umzingelt sind, müssen wir da wohl sehr aufmerksam bleiben.

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Eine Antwort zu “Die Verkehrsplanung, die Schulplanung und die Ungeschicklichkeit der HPA”
  1. Bei genaueren Hinsehen scheinen die Schulbezirke die Harburger Chaussee doch nicht der Innenstadt zuzuordnen, sondern Wilhelmsburg-Veddel. Leider sind die Karten nicht deutlich. Demnach würden aber lediglich die zu den Stadtteilen Steinwerder, Kleiner Grasbrook und Veddel gehörenden Industrieflächen im Hafen zur Innenstadt gehören.
    Ob in den Hausmeisterwohnungen auf diesen Flächen auch schulpflichtige Kinder wohnen ist mir nicht bekannt, aber warum diese dann zur Innenstadt gehören sollten ist mir nicht ersichtlich.

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