Hubertus Heil

Hubertus Heil

Gerade hatte die CDU eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie behauptete die modernste Internetpartei Deutschlands zu sein, weil sie jetzt auch endlich einen eigenen YouTube-Kanal hat, da zeigt ihr die SPD das sie in Sachen Web 2.0 die Nase immer noch vorn hat: Der SPD-Generalsekretär Hubertus Heil twittert aus Denver.

[Meinen aktuellen Artikel zum Thema finden Sie hier]

Dort findet gerade die “National Convention” der Nominierungsparteitag der Demokratischen Partei statt, auf der Barak Obama offiziell zum Präsidentschaftskandidaten gewählt werden soll.

Die Social Network und Mikroblogplattform Twitter macht es möglich, SMS-ähnliche Textnachrichten, die “Updates” oder “Tweets” mit maximal 140 Zeichen über verschiedene Dienste versenden. Das Twitter-Prinzip ist denkbar einfach zu nutzen: Jeder kann mitmachen und kurze Nachrichten, so genannte “Tweets“, via Web, Chat oder Handy auf einer eigenen Seite bei Twitter schreiben.

Angemeldete Benutzer können dort Nachrichten an alle Benutzer verteilen, die sich für das jeweilige Thema, den Autor oder die Gruppe angemeldet haben. Die Nachrichten werden in einer Art Tagebuch eingetragen und werden entlang eines Zeitstrahls dargestellt. Der Absender entscheidet, ob er die Information allen zur Verfügung stellen oder den Zugang auf eine Freundesgruppe beschränken möchte.

In den USA nutzen die Politiker Twitter bereits eine Weile. Mit Hubertus Heil geht erstmals auch ein hochrangiger Deutscher Politiker auf Sendung.

Nachdem verschiedene Zeitungen und Fernsehsender Nachrichten über Twitter verbreiten, mausert sich der Dienst zu einer schnellen Nachrichtenquelle.

Aus der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte twittert ausser mir auch noch der SPD-Fraktionsvorsitzende Hansjörg Schmidt.

Nachtrag:

Nachdem Spiegel-Online, in Blogger-Kreisen nur SPON genannt, einen lästerlichen Artikel über die Twitter-Aktivitäten von Hubertus Heil veröffentlicht hat diskutiert die Szene: Dürfen Deutsche Politiker “jugendlich” formulieren?

Enrico Kreft aus Lübeck schreibt “SPON ist eine journalistische Resterampe. Politik soll doch nah bei den Menschen sein, also darf getwittert werden. Ohne Konventionen.”

Robin Haseler formuliert es unter der Überschrift Hubertus-Heil-Bashing wegen Twitter so: “Vielleicht hat es aber auch gerade so schön gepasst: Heute sonst keine Meldungen von der SPD? Ah, der Heil macht doch da was aus Denver? Keine Ahnung was das ist. Pah! So ein Blödsinn. . . . Artikel fertig.”

Besim Karadeniz fragt “Was ist denn mit dem Spiegel los?”, und wunderet sich,”wie sich SPIEGEL-Journalisten offenbar durch die Blogosphäre richtiggehend in die Enge gedrückt fühlen.”

Auch Nico Lumma, Christian Soeder und Sebastian Reichel berichten positiv.

Andre Pechmann bleibt dagegen skeptisch, und wünscht sich dagegen lieber einen Generalsekretärs-Blog.

Immerhin entwickelt der SPON-Artikel eine beachtliche Nebenwirkung: Die Zahl der Twitter-Nutzer, die den Nachrichten von Hubertus Heil folgen ist fast explosionsartig angestiegen. Auch die Blogs, die Beiträge über den twitternden Generalsekretär geschrieben haben verzeichnen einen erheblichen Zuwachs der Zugriffe.

Zwar spielen sich die Zahlen noch auf einem niedrigen Niveau ab, doch kann man, wenn man dabei bleibt, in Zukunft mit steigenden Nutzerzahlen rechnen. Es lohnt sich also, dabei zu bleiben. Oder wie man in Denver sagt:”stay tuned”

Noch ein Nachtrag:

Jetzt macht sich auch schon Thomas Knüver im Handelblatt Weblog über den “Spiegel” unter der Überschrift “Keiner darf Internet außer Spiegel Online – erst recht nicht Hubertus Heil” lustig: “Früher war der “Spiegel” dafür bekannt, gegen alles zu sein. Heute ist er vor allem gegen das Internet, scheint es. Und diese Haltung setzt sich fort gen Spiegel Online. Dort ist heute ein dummer Artikel über Hubertus Heil und seine ersten Schritte im Bereich Twitter zu lesen.”

Und weiter unten resümiert er: “Es ist leicht, Heils Twitter-Berichte runterzumachen. Manche sind wirklich platt, andere bringen kurze Stimmungsmomente, einige auch kleine Schmunzler. Aber: Hier macht sich ein Politiker ansprechbar. Und dieser Versuch verläuft bisher besser als all die auf TV-getrimmten Langeweiler-Videos.”

Weitere positive Meinungen zum Thema:

Blog vom WolfPolitik DigitalNürnberger Zeitung VIP-RaumMedien gerechtLeere Signifikanten - FilterblogSimoncolumbusHansjörg SchmidtNur mein StandpunktLostfocusDie Welt ist …BluejaxPopschmeckerTanithblogBlog@Netplanet20undsoDatenschutzblogPR 2.0Til WestermeyerCDV!ConnectedMarketing

Weitere negative Meinung zum Thema:

Sueddeutsche.de - CSU Blogger

Weiß nicht so recht:

RP-OnlineOnlinejournalismus.deMajakowskioko-bloko

Ergebnis der kleinen Online-Artikelzählung: 29 für, 3 gegen den twitternden Generalsekretär bei 5 Enthaltungen. Im Deutschen Bundestag wäre das eine verfassungsändernde Mehrheit.

Bemerkenswert, das gerade die Print-Journalisten dem Thema gegenüber eher negativ eingestellt sind. Entweder wissen Sie nicht, worüber sie schreiben, oder das passt einfach nicht in ihr Weltbild. Vielleicht fürchten Sie auch, das die Politik über die neuen Medien stärker ohne den Filter der Presse mit ihren potenziellen Wählern in Kontakt kommen, und die Wahlkampangen der Verlage noch weniger verfangen. als in der Vergangenheit.

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14 Antworten zu “Internetpartei SPD: Hubertus Heil twittert”
  1. [...] Klaus Lübke: “Internetpartei SPD: Hubertus Heil twittert“ [...]

  2. Auch wenn mir Heil jetzt nicht so schrecklich wichtig ist, finde ich es doch komisch, dass SpOn einem 35-jährigen keine “Jugendlichkeit” mehr zutraut.

  3. [...] Update, 27.08.2008: SpOn und sueddeutsche.de hatten das Thema gestern auch schon: Linksammlung zu Artikeln. [...]

  4. [...] Die Onlineaktivitäten von Hubertus Heil werden im Netz eifrig diskutiert. Der Generalsekretär bedient sich eines Kurznachrichtendienstes namens “Twitter“, der in den letzten Monaten immer beliebter geworden ist, und schickt persöhnliche Eindrücke vom Nominierungsparteitag der Demokraten in Denver.  Vor allem seit dem Spiegel-Online die Aktion in einem Artikel zerrissen hat, werden immer mehr Kommentare veröffentlicht. Die meisten sind angetan. Eine kleine Übersicht über die Reaktionen habe ich bereits hier veröffentlicht. [...]

  5. Grüne auf YouTube gibt’s auch schon ewig, also seit mindestens fünf Wochen, aber eigentlich wollte ich nur drauf hinweisen, dass beides falsch ist — Till bitte mit Doppel-L und Westermayer mit AY. Danke ;-)

  6. Danke für die Zusammenfassung der diversen Artikel. :)

  7. [...] ich einmal was halbwegs positives zur SPD schon gibt es einen Trackback) und den mal gelesen. Da lese ich doch allen ernstes: Gerade hatte die CDU eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie behauptete [...]

  8. Ich komme nicht umhin zuzugeben, das der Datenschutz-Blog nicht ganz Unrecht hat. In Sachen Web 2.0 müssen die Parteien noch viel lernen. Wegen eines twitternden Generalsekretärs gleich mit Superlativen aufzuwarten ist wohl wirklich zuviel des Guten. Das gilt aber für alle Volksparteien, bei diesem Begriff bleibe ich.

    Ich zitiere hier aus Wikipedia:
    “Die Volkspartei als Parteityp kennzeichnet eine Partei, die nicht nur vom eigenen Anspruch, sondern tatsächlich sowohl von Wählern als auch Mitgliedern her im Prinzip für jeden offen ist. Dadurch lassen sich Volksparteien von anderen Parteitypen wie der Klassen- oder Interessenpartei sowie der Honoratiorenpartei abgrenzen. Der Begriff Volkspartei wurde in diesem Sinne zum ersten Mal vom Politologen Dolf Sternberger verwendet und ging später in die Alltagssprache über.”

    Dämlich nur, das der Datenschutz-Blog seine Kommentarfunktion deaktiviert hat. Ich würde Ihm das ja gern in sein Blog posten.

  9. So, nach der SpOn Euphorie hat er 912 Follower. Für so viel Werbung doch eine relativ kleine Zahl.
    Witzig übrigens wie er über MC Cain schreibt. Wo genau rappt der Cain denn? :P

  10. [...] Hamburger SPD-Mann Klaus Lübke hat Blog-Kommentare über HHs Amerika-Gezwitscher zusammengestellt. Die folgenden Links habe ich seiner Auflistung entnommen.  Noch mehr mit Kommentaren auf seiner [...]

  11. Torsten sagt:

    Die beiden kritschen Stimmen der Union:

    csugewinnt.wordpress.com/2008/08/27/heil-twittert-nicht-heil-twitter/ (Link fehlte)
    cdu-politik.de/2008/08/28/hubertus-heil-ein-schlichtes-gemuet/

  12. Ja, das stimmt, der Link zum CSU-Blog fehlt. Die CSU-Generalsekretärin beschimpft die SPD gerade als “nützliche Idioten” im leninschen Sinne. Sie sprach von Heuchelei, als Kurt Beck ein Stasi-Gefängnis besuchte, obwohl viele Sozialdemokraten in solchen Gefängnissen gefoltert und misshandelt worden sind.

    Der Blog CDU-Politik ist in meinen Augen offen rassistisch. Ich empfehle die Lektüre immer, um Leute von der SPD zu überzeugen, so abstoßend finde ich ihn.

    Ich lasse den Kommentar zu, und ich verschweige nicht das es diese Quellen gibt, aber Entschuldigung: Ich bin kein nützlicher Idiot und lasse auf meinem Blog Links zu diesen Seiten zu. Das ist meine ganz persönliche Entscheidung, und ich bitte um Verständnis.

    Wer die Beiträge besuchen will, kann die URL mit copy und paste einfügen.

    Im übrigen empfehle ich zum Thema Union und PDS diesen Beitrag zu lesen:
    http://www.veddel.net/wordpress/2008/08/25/die-cdu-arbeitet-wunderbar-mit-der-linkspartei-zusammen/

  13. Offene Rassisten bei der CDU « CSU-Blogger sagt:

    [...] Rassisten bei der CDU Es ist immer nett, wenn man SPDler auf Links hinweist und diese dankenswerterweise das Weblog cdu-politik.de als “offen rassistisch” [...]

    (Reaktion von csugewinnt.wordpress.com/2008/08/31/offene-rassisten-bei-der-cdu/)

  14. [...] in Sachen Internetsperren geschrieben. Da lese ich von einem Vorstandsbeschluss der selbsternannten Internetpartei. Hier werden “Nachbesserungen” an dem Gesetz gefordert. Konkret sieht das so [...]

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