Hubertus Heil twittert - Ein gelungenes Experiment oder naiv?
Geschrieben von: Klaus in Internet, SPDDie Onlineaktivitäten von Hubertus Heil werden im Netz eifrig diskutiert. Der Generalsekretär bedient sich eines Kurznachrichtendienstes namens “Twitter“, der in den letzten Monaten immer beliebter geworden ist, und schickt persönliche Eindrücke vom Nominierungsparteitag der Demokraten in Denver. Vor allem seit dem Spiegel-Online die Aktion in einem Artikel zerrissen hat, werden immer mehr Kommentare veröffentlicht. Die meisten sind angetan. Eine kleine Übersicht über die Reaktionen habe ich bereits hier veröffentlicht.
Man darf wohl vermuten, das hinter der Twitterei von Hubertus Heil keine naive Spontanität steckt, sondern das dies ein vorbereitetes und abgestimmtes Experiment aus dem Willy-Brandt-Haus ist. Denn schließlich stecken auch die Onlineaktivitäten bei Youtube, jedenfalls was die Nutzerzahlen angeht, noch in den Kinderschuhen, und man braucht dringend neue Ideen um mehr Resonanz beim Wahlvolk zu bekommen. Gelingt das Experiment, wird Twitter im bevorstehenden Bundestagswahlkampf zum Einsatz kommen.
Bis jetzt sieht das Ergebnis nach einem vollen Erfog aus. Hubertus Heil hat den Vorteil, das er das erste bundespolitische Schwergewicht ist, der diesen Dienst nutzt. Gerade weil er dabei einen sehr persöhnliche Stil pflegt, und keine Pressemitteilungsphrasen versendet, wurde er zum Medienereignis. Deshalb dürfte man sich über den Spiegel-Artikel in der SPD-Zentrale gefreut haben, denn er sicherte die Aufmerksamkeit des Publikums und anderer Zeitungen. Jetzt ist der Generalsekretär auf dem besten Weg in der Hitliste der deutschen Twitterer ganz nach oben aufzusteigen. Und Followers in einem Twitter-Account sind nicht ohne Wert.
Übrigens dürfte klar sein, das sich kein Minister für so ein Experiment geeignet hätte. Hubertus Heil dagegen, der man seine Jugendlichkeit noch abnimmt und der auch nicht durch ein öffentliches Amt auf die Staatsinteressen Rücksicht nehmen muss ist ein idealer Kandidat dafür. Man stelle sich dagegen vor, Außenminister Steinmeier würde sich über Twitter zur Georgien-Krise in einem ähnlich persönlichen Stil äußern. Das ginge gar nicht.
Man darf mit Spannung erwarten, wie es weitergeht. Zu große Erwartungen sollte man nicht haben. Denn bei der Bundestagswahl wird es schließlich um ein Millionenpublikum gehen. Da kann ein Dienst wie Twitter nur ein nettes Zusatzangebot sein. Und schließlich kann es auch immernoch sein, das Twitter den Ansturm der Open-Source Konkurrenz nicht übersteht. Schließlich weiß man bis heute noch nicht, wie sich Twitter auf lange Sicht finanzieren soll. Und wenn die Nutzer tatsächlich auf andere Dienste wie identi.ca umsteigen sollten, wären alle bis dahin gesammelten Follower verloren. Dann müsste man wieder bei null anfangen.
So darf man sich fragen, wie es mit der Twitterei nach dem Ausflug in die USA weitergeht. Denn auf dem Nominierungsparteitag spielt Hubertus Heil keine Rolle, und hat Zeit sich mit dem Blackberry zu beschäftigen. Schließlich ließt Er auch Nachrichten, die an Ihn gerichtet sind, und antwortet darauf.
Doch je mehr Abonnenten Hubertus Heil für seine Nachrichten bekommt, desto schwieriger wird es alle an ihn gerichteten “Tweets” auch zu lesen. Denn das kostet Zeit. Und Zeit wird ein Generalsekretär für diesen Dienst kaum wird aufbringen können, wenn er in Deutschland wieder seinen gewohnten Aufgaben nachgehen wird. Denn schließlich erreicht man mit der “Tagesschau” immer noch sehr viel mehr Menschen, als über die neue Web-2.0 Anwendung, und da muss man einfach Prioritäten setzen.
Bis dahin empfehle ich jedem der diese Seite aufrufen kann sich bei Twitter zu registrieren und sich selbst ein Bild zu machen. Dann hat man auch die Möglichkeit andere Leute zu beobachten, und ihnen Meldungen zukommen zu lassen. Mir zum Beispiel!
Similar Posts:
- Internetpartei SPD: Hubertus Heil twittert
- Ich blogge, also bin ich? Erfahrungen als Politikblogger
- Zum 90. Geburtstag von Helmut Schmidt







Einträge (RSS)
[...] [Einen zweiten Artikel zum Thema finden Sie hier] [...]