Angela Merkel begrüßte die neuen Auszubildenden der Norddeutschen Affinerie auf der Veddel
Geschrieben von: Klaus in Bildung, Jugend, VeddelInzwischen ist die Begrüßung des neuen Auszubildendenjahrganges bei der Kupferhütte Norddeutsche Affinerie (NA) jedes Jahr ein fester Termin in meinem Kalender. Nicht nur das die “Affi” der größte Betrieb im Stadtteil ist, sie bemüht sich auch in besonderer Weise um die Ausbildung der jungen Menschen von der Veddel.
Für die erfolgreichen Absolventen des Hauptschulzweiges der Schule Slomanstieg ist es sehr schwer einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Nicht nur das Hauptschüler es generell schwerer haben, auch die Postleitzahl in dem Bewerbungsschreiben dürfte in vielen Betrieben Minuspunkte bringen.
Zu Unrecht, denn wenn man den jungen Leuten eine Chance bietet, beweisen sie oft schnell, das sie fleißig und lernbegierig sind.
Deshalb ist die Schule Slomanstieg mit der NA eine Kooperation mit dem Programm “9+” eingegangen.
Absolventen, die keinen Ausbildungsplatz erhalten haben erhalten eine Berufsausbildungsvorbereitung, die das Ziel hat mehr Hauptschüler, besonders Schüler mit Migrationshintergrund, direkt in die ungeförderte betriebliche Ausbildung zu vermitteln. Durch Unterricht an zwei Tagen in der Woche in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch sollen die Lernvoraussetzungen für die berufsbildenden Schulen so verbessert werden, dass die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen werden kann und ein Ausbildungsabbruch vermieden wird.
Daneben absolvieren die Teilnehmer des Programmes an drei Tagen in der Woche ein Langzeitpraktikum bei der NA.
Das Programm hat Erfolg: Von zwölf Teilnehmern der Fördermaßnahme des letzten Jahres wurden heute zehn in die reguläre Ausbildung der NA übernommen. Daneben wurden heute dreizehn Teilnehmer des neuen Jahrganges zusammen mit den frischgebackenen Auszubildenden begrüßt.
Dazu war übrigens extra die vom “Forbes Magazin” gerade wieder zur mächtigsten Frau der Welt ausgerufenen Bundeskanzlerin Angela Merkel angereist. Sie hat im Rahmen ihrer bildungspolitischen Sommerreise Station in Hamburg gemacht.
Die Aufmerksamkeit für das Engagement der NA im Ausbildungsbereich ist zu begrüßen. Das Projekt sollte Schule machen, vor allem bei denjenigen in der Wirtschaft, die sich über die “mangelnde Ausbildungsfähigkeit” der Schulabsolventen beklagen. Vielleicht hat der anwesende Präses der Handelskammer ja zugehört.
Das der Erfolg viele Väter hat ist ja eine altbekannte Weisheit. Für das Projekt lobten sich mir gegenüber gleich zwei selbst: Ein ehemaliger Bürgerschaftsabgeordneter sprach von den Erfolgen “unserer politischen Arbeit” und eine Gewerkschaftssekretärin von der “Grundlage” die ihre Institution gelegt hätte. Ein Verantwortlicher der NA lobte dagegen die Schulleiterin Hiltrud Kneuer. “Wir wissen doch alle, das es ihre Idee gewesen war”.
Noch eine Notiz am Rande. Vor vier Jahren hatte noch Staatsrat Bonz die Auszubildenden begrüßt, eine Gelegenheit bei der ich diesen politischen Beamten das erste mal zu Gesicht bekam. Er schrieb den Auszubildenden ins Stammbuch wie toll der CDU-Senat sei, und wie schlecht die SPD. Das fand ich bei diesem Anlass vollkommen deplatziert, und habe es nicht vergessen. Genau zum heutigen Tage wurde Bonz als Bauernopfer schwarz-grüner Mauschelei entlassen.
Über die Umstände der Entlassung und intrigante CDU-Abgeordnete spekuliert das Abendblatt, und auch Carola Veit berichtet auf ihrer Webseite.
Nachtrag:
Die NA hatte zu dem Event übrigens die Mitglieder des ehemaligen Ortsausschusses Veddel-Rothenburgsort eingeladen. Es war schön, die alten Bekannten wieder zu treffen. Allerdings gibt es den Ortsausschuß seit der Bürgerschaftswahl im Februar nicht mehr. Nach der Bezirksreform gehört jetzt Wilhelmsburg zur Hamburg-Mitte, und es gibt einen regional neu geschnittenen Ausschuss für Wilhelmsburg und Veddel. Von denen wurde scheinbar niemand eingeladen.
Daraus kann man schließen, das die NA keine Ahnung hat, was um sie herum vorgeht, was ja sonst immer der Politik vorgeworfen wird. Oder wir sind einfach nicht wichtig genug, vor allem wenn die Kanzler die Affi besuchen. Mir soll das egal sein, solange die Affinerie sauberer wird, ordentliche Arbeitsplätze bereitstellt und auch den Stadtteil, zum Beispiel den Schulsportverein, fördert.
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