HPA: Betreten verboten

HPA: Betreten verboten

Wenn es um Dinge geht, die wenig mit Schifffahrt zu tun haben, aber doch im offiziellen Hafengebiet, und damit in der Zuständigkeit der Hamburg Port Authority (HPA) liegen ist diese meist recht langsam. Wenn die HPA jedoch um ihren Einfluss fürchten muss, kann sie auch blitzschnell handeln.

Am Peutegrund stand eine Siedlung aus Behelfsheimen, die während der Sturmflut von 1962 zerstört worden ist. Seitdem liegt das Gebiet hinter einer Hochwasserschutzwand brach. Über die Jahre hat sich hier ein Biotop entwickelt, das zahlreichen Tieren und Pflanzen eine Heimat bietet. Inzwischen dürfte sich hier eine derartige Artenvielfalt entwickelt haben, das dieses Biotop einen gewissen rechtlichen Status erfüllt.

Im Rahmen der Aktion Natur - Kultur des IBA-Sommers 2008 arbeitet die Künstlerin Nana Petzet auf diesem bisher als Altlastenverdachtsfläche und Hafenerweiterungsgebiet definierten Brachraum um ihn in seinem Wert als Biotop sichtbar zu machen – und seine Neubewertung anzustoßen. Die Natur hat sie in einer filmischen Kurzdokumentation festgehalten.

Während die HPA es nicht für nötig hält, Rücksicht auf ihre Nachbarn zu nehmen, und für die Planung eines Radweges schon mal sechs Jahre und mehr benötigt, kam die Reaktion an dieser Stelle sehr schnell: Sie stellte zahlreiche Schilder mit der Aufschrift: “Privatgelände, betreten verboten” auf.
Die HPA soll sogar überlegt haben, ob sie die von der IBA unterstützte Künstlerin verklagen kann.

Offensichtlich hat die HPA kein Interesse an Artenvielfalt, und möchte verhindern das sich in ihrem “Hoheitsgebiet” irgendjemand Gedanken um Naturschutz macht.

Da jedoch die Insekten, Wasservögel und Pflanzen nicht lesen können, siedeln sie sich trotzdem hier an und bilden ein Biotop. Eine dumme Sache für die HPA.

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2 Antworten zu “Hamburg Port Authority im Peutegrund: Plötzlich ist sie sehr schnell”
  1. Argh. Sowas lese ich am Sonntagmorgen und schon wird mir schlecht. Schon ist der Sonntag hin. Über so ein Verhalten kann man sich nur aufregen. :-(

  2. [...] Für Bezirksabgeordnete, die mit dem Elbinseln zu tun haben ist die “Hamburg Port Authority” (HPA) in der Nachfolge des Amtes für Strom und Hafenbau meistens ein harter Brocken. Wer meinen Blog ließt, wird auf Themen stoßen, in der ich mich mit der oft als “achter Bezirk” oder “kleines Königreich” bezeichneten HPA auseinandersetzen muss, beispielsweise [hier] oder [hier]. [...]

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