So hat man sich die “Bildungsoffensive Elbinseln” nicht vorgestellt: Über einhundert Jahre existiert die Grundschule in der Rahmwerder Straße in Georgswerder. Es ist die einzige Schule im Quartier, die nächste Schule ist vier Kilometer weiter in der Buddestraße. Jetzt soll die Schule ganz plötzlich dichtgemacht werden. Angeblich ist das Aus in der Schulbehörde endgültig gefallen.
Gestern Abend fand eine Informationsveranstaltung der Behörde für die Eltern in der Schule statt. Die Entscheider hatten Beamte losgeschickt, die den ganzen Unmut der Betroffenen zu hören bekamen. Nach einer zum Teil emotional geführten Debatte weigerte sich die Elternschaft geschlossen, in einer Arbeitsgruppe zur Abwicklung der Schule mitzuarbeiten.
Am Sonnabend treffen sich die Eltern und Kinder um 15:00 Uhr zu einem Fototermin an der Schule. Alle Georgswerderaner, und alle die den Erhalt der Schule unterstützen wollen sind willkommen!


Was werden denn für Gründe angeführt? Ist das schon länger geplant? Der Artikel enthält über diese aus meiner Sicht wichtigen Fragen keine Informationen.
Die Entscheidung kam überraschend und sehr kurzfristig. Eigentlich sollte die Schule renoviert werden. Dann wurde unerwartet das Aus mitgeteilt. Das Geld scheint an anderer Stelle gebraucht zu werden, und zwar bei dem Leuchtturmprojekt “Tor zur Welt Schule”, einem Neubau in fünf Kilometern Entfernung.
Die Schule Rahmwerder Straße ist nicht groß, wird aber wegen der besonderen Bedingungen vor Ort unbedingt benötigt. Unter anderem sind in Georgswerder achthundert Sinti ansässig, die eine ferne Schule für ihre Kinder niemals akzeptieren würden. Die Schule Rahmwerder Straße hat sich auf diesem Feld eine hervorragende Zusammenarbeit aufgebaut.