Hamburg Port Authority – und sie bewegt sich doch!
Geschrieben von Klaus in Bezirksversammlung, Kleiner Grasbrook, Veddel, WilhelmsburgFür Bezirksabgeordnete, die mit dem Elbinseln zu tun haben ist die “Hamburg Port Authority” (HPA) in der Nachfolge des Amtes für Strom und Hafenbau meistens ein harter Brocken. Wer meinen Blog ließt, wird auf Themen stoßen, in der ich mich mit der oft als “achter Bezirk” oder “kleines Königreich” bezeichneten HPA auseinandersetzen muss, beispielsweise [hier] oder [hier].
Doch jetzt gibt die HPA echte Leuchtzeichen ab, und schreibt sogar von Beteiligung der Bezirksversammlung bei Baugenehmigungen, wenn auch nur in sehr begrenzten Rahmen.
So wurde in diesem Jahr das Lagerhaus E in der Dessauer Straße zu einem Parkhaus umgebaut.
Das Parkhaus wurde durch zahlreiche Neonröhren rund um die Uhr beleuchtet. Der entstehende Lichtschein schien über die Freihafengrenze hinaus in die gegenüberliegenden Wohnungen an der Straße „Am Gleise“ und wird dort störend wahrgenommen, so das bei mir mehrere Beschwerden aufliefen.
Wir haben nach fruchtlosen Gesprächen deshalb schließlich in einem Antrag “Licht aus im Lagerhaus” gefordert, das die HPA und die Betreiberin HHLA dafür sorgen sollten, das die in ihrer Nachbarschaft wohnenden Veddeler nicht mehr durch die Beleuchtung belästigt werden.
Gleichzeitig haben wir kritisiert, das die HPA im Hafengebiet als Genehmigungsbehörde vollkommen frei von Rücksichtnahmen auf Bürger oder parlamentarische Gremien agiert, und es im Randbereich des Hafens zu Nutzungskonflikten kommt.
Die Antwort der HPA kam promt. Bereits zwei Wochen nach unserem Antrag wurde die Beleuchtung in dem Lagerhaus zwischen 18:00 und 06:00 Uhr auf das nach dem Baurecht erforderliche Maß reduziert, und mit Bewegungsmeldern bedarfsgerecht geschaltet. Ich glaube ich erlebe es das erste mal, das die HPA auf einen einfachen Antrag der Bezirksversammlung ohne weiteren Streit reagiert. Früher haben wir eher nichtssagende, manchmal sogar ärgerliche Antworten bekommen.
Darüber hinaus schreibt die HPA, das sie im Zuge der Baugenehmigungen “bei Betroffenheit” auch das Bezirksamt in die Genehmigungsverfahren einbezieht, und in diesen Fällen eine Mitwirkung der Bezirksversammlung möglich ist. Im Einzelfall sei sie auch bereit, die bezirklichen Gremien auf Anfrage zu informieren.
Es scheint fast so, als wolle die HPA ihren Kurs ein Stück weit ändern und in Zukunft nicht mehr die bei den Bezirksversammlungen unbeliebteste Institution in Hamburgs Verwaltungsgefüge sein.
So ist es nun an uns, die Lichtzeichen aus dem Lagerhaus E zu deuten. Ich blinke von hier aus zurück und sage: Hallo da drüben, vielleicht ist das der Beginn einer wunderbaren… na, zitieren wir mal lieber Beckenbauer: schaun mer mal!
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