IBA auf der Veddel und in Wilhelmsburg: 2009 soll das “Jahr der Spatenstiche” werden

IBA-Dock (Quelle: IBA Hamburg)

Geplantes IBA-Dock (Quelle: IBA Hamburg GmbH)

Wie die IBA Hamburg GmbH in einer Pressemitteilung berichtet, soll das Jahr 2009 das Jahr der Spatenstiche werden. Nach einer zweijährigen Projektfindungs- und Projektentwicklungsphase nehmen die Visionen und Entwürfe der Internationalen Bauausstellung Hamburg für die Zukunft der Metropole jetzt konkrete Gestalt an. Die wichtigsten Projekte wurden jetzt vorgestellt.

Mit dem Projekt „Wilhelmsburg Mitte“ soll 2009 ein Herzstück der IBA Hamburg greifbar werden. Auf einer rund 30 Hektar großen Fläche soll in den kommenden Jahren das neue Zentrum für die Elbinseln – mit einer Mischung aus Wohnen und Arbeiten, Einzelhandel, Verwaltung, Dienstleistung, Hotel- und Freizeitnutzung entstehen. Nachdem der Masterplan im September 2008 vorgestellt wurde, gehe es jetzt mit großen Schritten weiter: In der zweiten Jahreshälfte sollen die Ausschreibungen für vier Baufelder südlich der Neuenfelder Straße beginnen.

Planungs- und Genehmigungsverfahren für den Straßenverlauf, den Ausbau des Aßmannkanals, den Umbau des S-Bahnhofs Wilhelmsburg und die neue Fußgängerbrücke werden ebenso vorangetrieben.

Einen zusätzlichen Entwicklungsschub für „Wilhelmsburg Mitte“ soll es durch den Neubau der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt geben. Die Sprinkenhof AG ist nun mit der Errichtung beauftragt worden und der Architektenwettbewerb soll bis zum Herbst abgeschlossen werden.

Bereits im April 2009 sollen in unmittelbarer Nachbarschaft zu „Wilhelmsburg Mitte“ die Erschließungsmaßnahmen für die „Neuen Hamburger Terrassen“ anlaufen – hier entstehen in Zusammenarbeit mit der igs hamburg 2013 GmbH circa 80 Wohnungen in ökologischer Bauweise direkt am Park der internationalen gartenschau.

Die Öffnung des Stadtteils zum Wasser soll ebenso konkrete Formen annehmen. Der Hamburger Freihafen wird im Zuge neuer Zollrichtlinien der Europäischen Union bis 2011 deutlich verkleinert, vielleicht sogar ganz aufgehoben. Das würde eine bessere Anbindung des Stadtteils an den Hafen in Nord-Süd-Richtung ermöglichen. Betroffen davon wären der im Norden gelegene Spreehafen, dessen Zollzaun geöffnet werden soll. Ein Rundweg um den Spreehafen und freier Zugang zu den Uferflächen sind bereits in Planung.

Außerdem wird die „Bildungsoffensive Elbinseln – Die Neue Weltklasse“ bejubelt. Ein Kernelement soll das Bildungszentrum „Tor zur Welt“ werden. Hier sollen drei bestehende Schulen und eine Kindertagesstätte an der Krieterstraße zu einem integrierten Bildungskomplex zusammengefasst werden. Der Baubeginn ist für den Sommer 2010 vorgesehen. Das hierfür aber der Schulstandort Rahmwerder Straße in Georgswerder aufgegeben werden soll, wird vorsichtshalber nicht erwähnt.

Haus der Projekte - Animation von Studio NL-D, (Quelle IBA Hamburg GmbH)

Haus der Projekte - Animation von Studio NL-D, (Quelle IBA Hamburg GmbH)

Bereits im Juni 2009 sollen am Südufer des Müggenburger Zollhafens die Bauarbeiten für das „Haus der Projekte“ zur beruflichen Qualifikation von Jugendlichen begonnen werden.

Für die Umwandlung der ehemaligen Deponie Georgswerder zu einem regenerativen Energieberg für die Stromversorgung von über 2000 Haushalten läuft zurzeit ein internationaler kooperativer Realisierungswettbewerb. Dabei sollen Windkraft, Sonnenenergie, Deponiegase, Biomasse und Geothermie als postfossile Energiequellen zum Einsatz kommen. Erste Baumaßnahmen starten voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2009.

Im April 2009 sollen die Baumaßnahmen für das IBA-Dock, ein schwimmendes Ausstellungs- und Bürogebäude am Müggenburger Zollhafen beginnen. Hier soll ein Informations- und Veranstaltungszentrum entstehen.

Mögliches Seniorenzentrum (Quelle: IBA Hamburg GmbH)

Mögliches Seniorenzentrum (Quelle: IBA Hamburg GmbH)

Für die Veddel sind noch zwei weitere Projekte in Vorbereitung, deren Realisierung aber unsicher ist.

In der Veddeler Brückenstraße soll ein neues Seniorenzentrum entstehen. Der Jetzige Seniorentreff in der Katenweide könnte mit weiteren Angeboten in sein neues Domizil ziehen. Das Spielhaus würde um die Räume des jetzigen Seniorentreffs erweitert werden.

Mögliche Bebauung des Busbahnhofes (Quelle: IBA Hamburg GmbH)

Mögliche Bebauung des Busbahnhofes (Quelle: IBA Hamburg GmbH)

Ferner in der Pipeline ist die Umgestaltung des Busbahnhofes an der S-Bahn Veddel. Ob dieses Projekt jemals umgesetzt werden kann ist unsicher, da die IBA dieses zur Zeit nicht vorantreiben will.

Kritisch äußert sich unser Stadtentwicklungpolitische Sprecher aus der Bürgerschaft, Andy Grote. Er sagt : “Vielen Projekten läuft schon die Zeit davon. Außerdem ist die Diskussion über eine neue Autobahntrasse in Wilhelmsburg kontraproduktiv.”

Wo Andy recht hat, hat er recht!

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