Die Logistik-Initiative Hamburg bejubelt heute in einer Presseerklärung die Erweiterung der Öffnungszeiten für die Abfertigung von Lkw am Container Terminal der Eurogate Gruppe. Wie die Wohnstandorte vor dem nächtlichen LKW-Verkehr und ihren Lärm geschützt werden sollen bleibt aber unklar.
Mit der Erweiterung der Abfertigungszeiten sei ein weiterer Schritt auf dem von der Logistik-Initiative Hamburg initiierten Weg zum „Port 24/7“ gemacht. Mit dem Projekt sollen schon bald im gesamten Hamburger Hafen an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr Waren abgefertigt werden. Bei Eurogate ist das jetzt von Montag 4.00 Uhr bis Samstag 12.30 Uhr möglich.
Das Terminal von Eurogate liegt zwar in Waltershof, und ist über die Autobahn gut an das Verkehrsnetz angeschlossen, doch dürfte dieser Trend sich in Zukunft gerade in den lärmempfindlichen Nachtstunden negativ auf unsere Stadtteile auswirken.
Die Initative 24/7 macht aber durchaus Sinn. Denn die Erweiterung der Öffnungszeiten verbessert den Verkehrsfluss, macht die Verkehrslogistik im Hafen insgesamt flexibler und wirkt auch noch ressourcen- und damit umweltschonend. Die vorhandenen Straßen können so wesentlich besser ausgenutzt werden.
Das Zollamt Hamburg Hafen plant, sich den neuen Öffnungszeiten sehr schnell anzupassen. Die drei Terminals der HHLA Hamburger Hafen und Logistik AG fertigen Lkw in der Regel von Montag 6.00 Uhr bis Samstag 13 Uhr durchgehend ab. Nach der Verkleinerung des Freihafens wird dieses Nadelöhr auch noch entfallen.
Um bereits kurzfristig Verbesserungen in der Verkehrsinfrastruktur herbeizuführen, entwickelt die Logistik-Initiative Hamburg zusammen mit Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung Maßnahmen, die positive Effekte auf den Verkehr haben und sich zeitnah umsetzen lassen.
Allerdings sieht die Logistik-Initative diese Maßnahmen nicht als Ersatz für weitere Straßenbauten. Sie setzt sich auch für “notwendige Infrastrukturmaßnahmen2 ein, wie den Bau einer leistungsfähigen Straßenverbindung zwischen den Nord-Süd-Autobahnen A1 und A7 durch den Hafen („Hafenquerspange“), den Anschluss der Autobahn A26 an das Hamburger Netz sowie den Neubau der Schienenverbindung zwischen Hamburg/Bremen und Hannover („Y-Trasse“).
Ein weiteres wichtiges Thema der Logistik-Initative ist die Suche nach ausreichenden Stellflächen in der Region für Lkw, den die Logistik-Initiative gemeinsam mit der Stadt Hamburg, den Nachbarländern und privaten Akteuren vorantreibt. Hier geht es vor allem um die Vernetzung bestehender Lkw-Stellflächen und weiterer Rast- und Autohöfe mit Hilfe von Internet und Verkehrstelematik.
Die Logistik-Initative Hamburg will sich am 2. März im Ausschuss für Haushalt, Kultur und regionale Wirtschaftseentwicklung der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte vorstellen. Praktisch für alle Interessierten von den Elbinseln: Die öffentliche Sitzung wird ab 18:00 Uhr in der BallinStadt auf der Veddel stattfinden.


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