Genau heute vor 90 Jahren wurde mit Friedrich Ebert (SPD) zum ersten mal ein Deutsches Staatsoberhaupt demokratisch gewählt. Die Entscheidung viel am 11. Februar 1919 in der Nationalversammlung in Weimar.
Die Tradition der Kaiser existierte in Deutschland seit Otto I der Große im Jahr 962 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt wurde. Nach der Abschaffung durch Napoleon 1806 lebte diese Tradition nach der Gründung des Deutschen Nationalstaates 1871 wieder auf.
Nach dem in Deutschland als Folge des verlorenen Ersten Weltkrieges eine Revolution ausbrach, dankte Wilhelm II ab, und ging ins Exil nach Holland. Am 19. Januar 1919 wurde eine Nationalversammlung gewählt. Wahlberechtigt waren alle deutschen Männer und Frauen, die am Wahltag das 20. Lebensjahr vollendet haben, womit zum ersten Mal auch Frauen reichsweit Wahlrecht hatten.
Die Nationalversammlung trat am 6. Februar 1919 in Weimar zusammen, um den revolutionären Nachwirren in Berlin zu entgehen. Am 11. Februar 1919 wählte sie den bisherigen Reichskanzler Friedrich Ebert (SPD) zum vorläufigen Reichspräsidenten.
Am 31. Juli 1919 nahm die Nationalversammlung nach wesentlichen Änderungen am ursprünglichen Entwurf die Weimarer Reichsverfassung mit großer Mehrheit an. Die Nationalversammlung löste sich am 21. Mai 1920 auf. Nach den Reichstagswahlen am 6. Juni 1920 trat der 1. Reichstag an die Stelle der Nationalversammlung.
In seiner Rede nach der Wahl definierte Friedrich Ebert das Amt des Reichspräsidenten als Wahrer der nationalen Einheit, als Schützer des Rechts sowie der inneren und äußeren Sicherheit. „Ich will und werde als der Beauftragte des ganzen deutschen Volkes handeln, nicht als Vormann einer einzigen Partei. Ich bekenne aber auch, dass ich ein Sohn des Arbeiterstandes bin, aufgewachsen in der Gedankenwelt des Sozialismus, und dass ich weder meinen Ursprung noch meine Überzeugung jemals zu verleugnen gesonnen bin.“
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Tondokument: Ausschnitt aus der Rede Friedrich Eberts zur Vereidigung als Reichspräsident
Friedrich Ebert hatte mit Rücksicht auf einen laufenden Prozess eine medizinische Behandlung seiner Blinddarmentzündung verzögert. Daran starb er am 28. Februar 1925 im Alter von 54 Jahren. Er wurde in seiner Geburtsstadt Heidelberg beerdigt.

