Wilhelmsburger Reichsstraße als Autobahn und Hafenquerspange?

Wilhelmsburger Reichsstraße

Wilhelmsburger Reichsstraße

In der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt muss die Aufregung groß gewesen sein. Die “Bild” hatte am Sonnabend einen großen Artikel mit der Überschrift “Beschlossen: Hafenautobahn für Hamburg” aufgemacht.
Darin wurde beschrieben, das Senatorin Anja Hajduk die Bundestagsabgeordneten in Berlin informiert hätte, das die Reichsstraße auf die östlich verlaufende Bahnstrecke verlegt, und an die zukünftig aus Stade kommende A26 angeschlossen würde. Dieses wäre die Südversion der Hafenquerspange, die somit mitten durch das Zentrum Wilhelmsburgs gebaut würde.

Daraufhin musste die Pressestelle der Senatorin Anja Hajduk zum Wochenenddienst in die Behörte, um eine Pressemitteilung zu verfassen, die einiges richtigstellen soll. Diese gibt es hier im Wortlaut zu lesen:

Die Planungen zur Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße auf ehemalige Bahnflächen entlang der Bahntrasse gehen voran. Der Bund hat seine grundsätzliche Zustimmung zu den bisherigen Planungen Hamburgs signalisiert und damit die Voraussetzung für die jetzt anstehenden Detailplanungen geschaffen.
Die Senatorin der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), Anja Hajduk, informiert auf einer Informationsveranstaltung in Kooperation mit der IBA am Mittwoch, 18. Februar 2009, 19:00 Uhr, im Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20, 21107 Hamburg über den aktuellen Stand der Planungen und diskutiert diese mit Vertretern aus dem Stadtteil.

„Ich freue mich, dass der Bund mit seiner grundsätzlichen Zustimmung zu den Plänen der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße den Weg frei macht für eine neue städtebauliche Entwicklung in der Mitte Wilhelmsburgs. Jetzt besteht die Chance, die dringend nötige Sanierung der B 4/75 bis 2013 anzupacken“, sagte Hajduk.

Neben den städtebaulichen Chancen für den Stadtteil wird es bei der Veranstaltung auch um die Auswirkungen für die Anwohner gehen. „Die verlegte Wilhelmsburger Reichsstraße wird einen optimalen Lärmschutz erhalten. Zudem wollen wir zusammen mit der Bahn ein gemeinsames Lärmschutzkonzept für die Straße und die Bahn entwickeln“, sagte Hajduk.

Zu einer anders lautenden Berichterstattung am Samstag (14.02.2009) stellt die BSU klar, dass die Behörde plant, die Bundesstraße als Bundesstraße zu verlegen und nicht als eine Autobahn. Zudem sind die Planungen zu einer Hafenquerspange noch nicht abgeschlossen und werden auch unabhängig von einer Verlegung der B 4/75 betrachtet.

Bemerkenswert: Die BSU dementiert die Meldung der Bild nicht. Sie gibt lediglich die Information, das die Reichsstraße nicht durch eine Autobahn, sondern durch eine Bundesstraße ersetzt werden soll. Offen bleibt, ob diese Bundesstraße vierspurig und kreuzungsfrei gebaut werden soll. Dann wäre sie von einer Autobahn nicht zu unterscheiden.
Zum zweiten wird nicht dementiert, das die Reichsstraße später an die A26 aus Stade angeschlossen werden soll, sondern nur erwähnt das “die Planungen nicht abgeschlossen seien”. Ein solcher Anschluss würde aber mit den Verkehr aus Stade erheblich mehr Verkehr auf die Reichsstraße leiten.
Mittwoch um 19:00 Uhr will die Senatorin ihre Vorstellungen im Bürgerhaus Wilhelmsburg darlegen. Es wird bestimmt eine spannende Veranstaltung werden.

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