Der Wettbewerb für den Energieberg Georgswerder läuft

Mond über Georgswerder

Mond über Georgswerder

Der „Aschberg“ sagte man früher, so wie der Müllbehälter Ascheimer hieß. Später sagte man Müllberg zu der Erhebung in Georgswerder. Ab und zu qualmte es dort, oder es knallte. Das war ganz normal, nichts worüber sich Sorgen machen musste. Als vor etwa 25 Jahren entdeckt wurde, das Dioxin aus dem Berg sickert, war es mit der Gemütlichkeit vorbei. Eine Abdeckung wurde errichtet, und eine Kontrolle des Grundwassers wurde notwendig.

Heute bezeichnen manche den Berg als „schlafenden Drachen“, aber für die Mitarbeiter der Umweltbehörde ist er einfach ein großes technisches Bauwerk. Jetzt beschäftigt sich die IBA Hamburg mit dem Berg, der inzwischen „Georgswerder Höhe“ genannt wird. Derzeit läuft ein Realisierungswettbewerb, bei den acht Landschaftsplanugs- und Architekturbüros aus Deutschland, Zürich und Paris um die besten Ideen wetteifern. Ziel ist es den Berg „Umzudefinieren“.

 

 

Als Energieberg soll er in Zukunft gesehen werden. Als positives Beispiel für die Möglichkeiten, die wir in den Zeiten des Klimawandels ausnutzen müssen. Wenn die Hamburger über die Elbbrücken nach Süden fahren, und an diesem Ort vorbeikommen, sollen sie den Ort nicht mehr mit Gefahr und Sevesogift assoziieren, sondern eine interessante Sehenswürdigkeit erblicken, zu der sie in der nächsten Woche ihre Besucher von Auswärts führen werden. So eine Art Süderelbphilharmonie soll der Energieberg in Zukunft sein, um den die Georgswerderaner beneidet werden. Aber vielleicht ist das übertrieben, vielleicht wird der Energieberg eine Art Altonaer Balkon, ein interessanter Aussichtspunkt mit Lehrpfad. Dafür hat der Ort durchaus das Zeug, denn die Aussicht vom Berg auf die Innenstadt ist überraschend gut.

Hierzu wird noch eine etwa 100 Meter hohe Windmühle errichtet werden, die als besonderen Clou eine Aussichtsplattform kurz unterhalb der Propellernabe erhalten soll. Nachdem das Restaurant auf dem Telemichel wohl nicht mehr eröffnet wird, dürfte diese dann der höchste öffentlich zugängliche Aussichtspunkt in Hamburg sein. Voraussetzung ist aber eine begehbarkeit des Energieberges, zumindest tagsüber. Dafür werden etwa einhundertzwanzig technische Einrichtungen, Schächte, Messstellen und Schaltkästen gesichert werden müssen. Die Betreiber der technischen Anlage geben den Planern eine ganze Reihe weiterer Vorgaben mit auf den Weg. Verschiedene Flächen dürfen nicht überbaut werden, und die in wenigen Metern Tiefe liegende Isolationsschicht darf nicht durchstoßen werden.

Welche Ideen das Rennen machen, werden wir am 15. Mai wissen. Dann tagt das Preisgericht, und man hier wieder etwas darüber lesen können. Mit etwas Glück schaffen wir es im Mai vielleicht auch, den Berg an einem Sonntag zur Begehung durch die Öffentlichkeit zu öffnen.

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