Die BSU legt die Planung für eine neue Hafenquerspange auf den Tisch

Hamburger Morgenpost

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Eines kann man der Senatorin Hajduk nicht vorwerfen: Das sie langsam ist. Im Eiltempo hat die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt eine neue Hafenquerspangenplanung auf den Tisch gelegt. Dieses mal soll die Autobahn zwischen der A7 und der A1 im Süden verlaufen. Die Planung nimmt einiges von der Kritik aus Wilhelmsburg auf, wird aber dennoch für Diskussionsstoff sorgen.

Nachdem ein Gutachten ergeben hatte, das die Nordtrasse neben der Köhlbrandbrücke mit 1,2 Millarden Euro zu teuer gekommen wäre, suchte man nach anderen Lösungen. Vor zwei Wochen kam die Senatorin ins Bürgerhaus und versprach unter dem Eindruck des großen Bürgerinteresses, die Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße nicht mehr isoliert betrachten zu wollen.

Der jetzt auf dem Tisch liegende Plan nimmt zwei Kritikpunkte aus Wilhelmsburg auf:

  • Die neue Hafenquerspange wird bis Stillhorn geführt, und soll keine Ausfahrt auf die Reichsstraße in Richtung Norden bekommen. So soll  verhindert werden, das die erwarteten Pendler aus Stade quer durch die Wohngebiete rollen.
  • Bei der Kornweide soll die Hafenquerspange aus Lärmschutzgründen auf einer Länge von 650 Metern als Tunnel ausgeführt werden.

Diese Versprechen sind klar auf die Diskussion um die Reichsstraße bezogen, und sollen hier Dampf aus dem Kessel ablassen. Sie sollen das Argument entkräften, die Reichsstraße würde als “Staubsauger” zusätzliche Verkehre bringen. Ob dieses Versprechen nach der Verlegung der Reichsstraße eingelöst wird, ist offen. Denn schließlich würde der Baubeginn auf die Zeit nach der nächsten Bürgerschaftswahl fallen. Niemand weiß, welcher Senat dann regiert, und selbst wenn es der selbe wie heute ist, verfallen ja manche Versprechen zuweilen der “Diskontiunität“.

Das gleiche Problem betrifft den angedachten Tunnel an der Kornweide. Der könnte später aus Kostengründen, oder wegen des schwierigen Baugrundes entfallen. Dieser Vorschlag bringt andererseits auch diejenigen ins schwimmen, die meinten ein Tunnel könne auf der nördlichen Veddel errichtet werden, um den Verkehr abzuleiten. Denn sie müssen jetzt erklären, warum ein Tunnel auf der Veddel eine verträgliche Lösung wäre, an der Kornweide aber nicht.

Eine andere Frage darf man aber auch stellen: Wenn die Hafenquerspange aus Lärmschutzgründen in einen Tunnel verlegt werden kann, warum macht man nicht gleich Nägel mit Köpfen und baut die verlegte Reichsstraße auch in einen Lärmschutztunnel?

Der in der Hamburger Morgenpost erschienene Artikel enthält übrigens zwei wichtige Ungenauigkeiten:

  • Erstens ist das Bild der Norderelbbrücke in diesem Zusammenhang irreführend, denn anders als dort ist die Süderelbe für große Seeschiffe befahrbar. Eine zu niedrige Brücke würde die Harburger Seehäfen abschneiden. Deshalb muss hier eine Hochbrücke wie am Köhlbrand mit entsprechenden Rampen, oder ein Tunnel errichtet werden.
    Wirtschaftssenator Gedaschko scheint hier ebenfalls zu irren, dann er wird vom NDR zitiert, dass diese Route gebaut werden könne, “ohne eine neue Köhlbrandbrücke zu errichten”.
    Die “Bild” berichtet aber von einer neuen Hochbrücke. Die damals “Jahrhundertbauwerk” genannte Köhlbrandbrücke bekäme also schon nach einem Drittel dieser Zeitspanne eine Schwester. Jahrhunderte sind auch nicht mehr so lang, wie sie mal waren.
  • Eingezeichnet ist bei Moorburg auch eine “Nebenvariante”. Die verliefe aber quer durch den dort langfristig geplanten Containerterminal Moorburg, und würde diesen unmöglich machen. Wenn diese Variante aus der Baubehörde stammt, wäre das ein neuer Hinweiß darauf, das im Senat die linke Hand nicht weiß was die rechte tut.

Das Vorgehen des Senates bei der Verkehrsplanung insgesamt ist aber ebenfalls unbefriedigend. Denn schließlich haben wir noch eine Reihe weiterer mit dem Verkehr zusammenhängende Probleme zu lösen. Dafür hat die Bezirksversammlung in ihrer letzten Sitzung auf Antrag der SPD und der GAL einstimmig eine Verkehrskonferenz gefordert.  Zahlreiche andere Akteure blasen in das gleiche Horn. Doch statt dessen werden jetzt wieder Pläne von Oben vorgestellt, und die Elbinsulaner erfahren davon aus der Zeitung.
Basisdemokratisch ist das nicht, aber das die Grünen einmal Autobahnen planen und Kohlekraftwerke genehmigen hat sich vor ein paar Jahren auch noch niemand vorstellen können. Und was sagt die CDU?

„Das ist eine für den Stadtteil Wilhelmsburg gute Lösung. Die vorgeschlagene Linienführung berücksichtigt in besonderer Weise die städtebauliche Perspektive Wilhelmsburgs und führt zu einer geringeren Verkehrsbelastung des Stadtteils.”

Na dann kann ja nichts mehr schiefgehen, oder?

HH-Heute schreibt: Hafenquerspange: Quadratur des Kreises?

Die Welt: Hafenquerspange soll im Süden gebaut werden

Zur Übersicht an dieser Stelle die Artikel von heute:

Mamburger Morgenpost

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Hamburger Abendblatt

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Der Neue Ruf

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2 Kommentare.

  1. Da frage ich mich beim groben Uberfliegen von http://www.veddel.net schon, ob man selbst nicht komplett auf den Kopf gefallen war. Herzlichen Dank fur deine Erklarungen

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