Das Tapitas schließt die Pforten – Nachfolger gesucht

Tapitas Bar

Tapitas Bar

Arno Walter und Iris Kray schließen das Tapitas im Veddeler Stieg. Der letzte Öffnungstag wird der 31. Mai sein. Die erste Tapas-Bar auf der Veddel existierte vier Jahre, und war zu seiner Eröffnung ein vom Hamburger Senat als eine Art Symbol für erfolgreiche Stadtteilpolitik verkauft worden. Der grösste Wunsch des Betreiberehepaares ist es, einen Nachfolger zu finden, der das Geschäft in adäquater Form weiter betreiben möchte.

Vor vier Jahren schwärmte der damalige Bausenator und jetzige CDU-Chef Michael Freytag noch von der integrativen Wirkung des Studentenprogrammes auf der Veddel. Der Hamburger Morgenpost gegenüber äußerte er sich in einem Interview so:

MOPO: Auf der Veddel schaffen Sie zum Beispiel Wohnungen für Studenten. Genügt das, um das Integrationsproblem von Ausländern in den Griff zu kriegen?

Freytag: Wir bringen zumindest Steine ins Rollen. Wir haben auf der Veddel innerhalb eines Jahres 300 Studenten angesiedelt. Dort entsteht eine neue Bevölkerungsstruktur und neues Gewerbe: eine Tapas-Bar, eine Kunstgalerie, Kneipen. Es entwickelt sich ein neues Milieu, so wie es auch in Ottensen passiert ist. Es gibt Gebiete, da wollte man früher nicht wohnen. Systematische Stadtentwicklungsprojekte schaffen da Abhilfe.

Doch die Mühsal der Ebene tuen sich die Senatoren nicht an. Die Studenten strömten auch nicht in Massen in die neuen Kunstgalerien und Kneipen, die schufen sich lieber ein eigenes Domizil, das Cafe Unmut, das mit viel Engagement von Vereinsmitgliedern inzwischen fast professionell geführt wird.

Nach der Eröffnung waren jedenfalls weder der Senator noch irgendwelche hochgestellten CDU-Mitglieder jemals wieder im Tapitas gesehen worden. Die Unternehmer wurden immerhin, solange das Projekt noch frisch war, von der GWG tatkräftig unterstützt. Im angrenzenden Kunstraum fanden eine Weile Kunstausstellungen und Vernissagen statt. Doch irgendwann entschwand die Aufmerksamkeit an andere Orte, und die Unternehmer waren auf sich alleine gestellt.

Wenn Arno Walter jetzt aus gesundheitlichen Gründen geht hinterlässt er eine Lücke auf der Veddel, denn im Tapitas haben sich viele Leute getroffen, die von anderen Angeboten auf der Veddel nicht angesprochen fühlen. Ein Nachfolger hätte also durchaus Chancen diese Zielgruppe zu halten und mit variiertem Konzept neue Kunden zu gewinnen. Hier warten ein eingeführter Ort und  eine preisgünstge Miete auf ein Konzept, das der Veddel wegen der Unterscheidung zu den anderen Lokalitäten im Stadtteil ein Angebot macht.

>Informieren kann man sich vor Ort im Veddeler Stieg, oder bei der ProQuartier Hamburg.

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3 Kommentare.

  1. Das ist ja schade. Dabei war ich noch nie da und hatte es immer mal vor. Naja, vielleicht schaff’ ich es ja noch.
    Empfehlenswert?

  2. Der Ideale Ort, um Abend noch zusammen zu sitzen. Freitags gibt es Spaghetti satt…

  3. wir haben es geahnt !
    das tapitas ist nicht mehr in deutscher hand. in den letzen wochen vor der schließung erschien regelmässig ein südländischer herr in der tapitas.auf unsere frage an arno und iris ob dies ein möglicher käufer ist wurde dies stets verneint und man sagte uns er wäre ein guter gast. wir als ehemalige treue und regelmässige gäste haben diesen herrn zuvor dort aber nie gesehen.gestern (30.05.) dann die bestätigung, der gleiche herr in begleitung nimmt erste veränderungen im hinteren teil der tapitas vor und vermutlich werden bei eröffnung wie bei so einigen anderen gastro betrieben auf der veddel die scheiben zu geklebt sein damit man(n) in ruhe ohne störende eindrücke von aussen sich seinem gesprächspartner witmen kann. eine mündlich angekündigte abschiedsparty ist ausgeblieben, legen wir aber auch keinen wert mehr drauf.wir werden versuchen arno und iris in guter errinnerung zu behalten.

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