Earth Hour in Hamburg: Der Letzte macht das Licht aus!

Kerze: Quelle: Bashar al-Ba'noon (Flickr)Auch wenn die grüne Senatorin Hajduk die Baugenehmigung für das gigantische Kohlekraftwerk in Altenwerder aus rechtlichen Gründen nicht mehr verhindern konnte, so war es doch ihr Koalitionspartner von der CDU, die für die kurz vor der Bürgerschaftswahl gemachten Zusagen an Vattenfall verantwortlich ist. Dabei wollte doch der als Umweltberater der selbsternannten Klimakanzlerin Merkel avancierte Bürgermeister als Saubermann dastehen.

Nachdem die GAL sich nicht von ihrem für die CO2-Schleuder verantwortlichen Partner lossagen will und die “grüne” Senatorin jetzt sogar neue Autobahnen und Schnellstraßen plant, startet der Senat nun die nächste Stufe der Klimarettungsaktionen: Verdunkelungsalarm!

Irgendwie ist das ja auch lästig mit dem Klima. Selbst die letzte Ausrede für Moorburg, das nämlich dafür das altersschwache Kraftwerk in Wedel vom Netz genommen wird, ist inzwischen von Vattenfall kassiert worden.

Aber wichtiger als gute Politik zu machen ist sich zu verkaufen. Da kommt die “Earth Hour” gerade recht. Innerhalb einer Woche sind gleich eine ganze Reihe von Pressemitteilungen auf die Redaktionen niedergeprasselt, sogar am Sonntag musste die Pressestelle zur Arbeit fahren!

Earth Hour“, eine weltweite Aktion, wurde vom WWF initiiert. Mit ihrer Teilnahme an Earth Hour sollen Menschen rund um den Globus ihr Votum für das Klima, ein sichtbares persönliches Zeichen im Kampf gegen die globale Erderwärmung abgeben. Die Aktion weißt auf die internationale Klimakonferenz in Kopenhagen hin, das ein Folgeabkommen für das Kyoto-Protokoll verabschieden soll.

Einzelhandel, Unternehmer, Verlage und Kirchen haben ihre Mitwirkung angekündigt. Selbst auf dem Hamburger Dom wird für eine Stunde in weiten Teilen die Beleuchtung heruntergefahren, ebenso bei den großen Veranstaltungsstätten der Stadt, wie etwa der HSH Nordbank Arena, der Color Line Arena (da finden zu diesem Zeitpunkt wohl keine Spiele statt) und der Spielbank am Stephansplatz. Viele Kultureinrichtungen wie die Hamburgische Staatsoper, das Deutsche Schauspielhaus und die Laeiszhalle machen mit. Auch Hamburgs Wahrzeichen, der Michel, wird dunkel sein.

Toll, so eine Aktion wo jeder mitmachen kann, und auch noch mit dem Qualitätssiegel des WWF ausgezeichnet. Da kann man glatt vergessen, welche umweltfeindlichen Entscheidungen man schon getroffen hat, oder noch treffen wird. Eine Stunde Licht aus, und man fühlt sich gut. Danach muss man nicht weiter darüber nachdenken, was man wirklich tun muss, um den Klimawandel möglichst glimpflich verlaufen zu lassen. Nach uns die Sintflut! Jetzt fehlen nur noch Bilder von einem Besuch bei den Eisbären in Grönland, oder besser noch ein Eisbären-Baby bei Hagenbeck. Schade nur, das das Eismeergehege wegen Baufälligkeit gerade geschlossen ist, aber wenn es wieder eingeweiht wird, sind bestimmt Senatoren und Staatsräte vor Ort!

Doch Klimapolitik braucht mehr. Ein bisschen Fahrradleihsystem wird da nicht ausreichen. Die groß angekündigten Hybrid-Autos von Toyota können auch nicht als Dienstwagen für Senatorinnen eingesetzt werden, denn sie entsprechen nicht den Arbeitsplatzrichtlinen der Berufsgenossenschaft. Und die gefeierte Brenstoffzellentechnologie ist eher ein Beitrag zur Energievernichtung, denn davon muss zur Produktion des benötigten Wasserstoffes ein vielfaches von dem aufgewendet werden, was man wieder heraus bekommt. So leicht können wir uns das aber nicht machen. Eines kann man jedoch gleich festhalten:

Soviel Symbolpolitik war selten! Ich mache da lieber das Licht an!

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1 Kommentare.

  1. Mensch, mach das Licht aus!

    Eineinhalb Jahre nach der ersten Earth Hour versucht es der WWF erneut und fordert die Menschen in aller Welt auf, am Samstag per Lichtschalter ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon unterstützt die Aktion, Kritiker halten sie für kontraproduktiv.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,615136,00.html

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