Musikfestival

Musikfestival

Nachdem vor allem die Wilhelmsburger im letzten und vorletzten Jahr viel Eventlärm auszuhalten hatten, wird es in der kommenden Festivalsaison wesentlich ruhiger für sie zugehen. Langweilig wird es trotzdem nicht. Das vor allem der intensiven Arbeit des Regionalausschusses zu verdanken.

Anders als in den vergangenen Jahren haben die politischen Vertreter der Elbinseln das letzte Wort in Sachen Festivals. Nachdem wir uns durch eine Anhörung einen Überblick über die Genehmigungspraxis und die Probleme der verschiedenen Beteiligten verschafft hatten, konnten wir durch eine Serie von Beschlüssen erhebliche Verbesserungen durchsetzen.

Das dabei das Grünanlagefestival auf der Strecke geblieben ist, war vorauszusehen. Mit den wummernden Bässen der Technomusik war schließlich die ganze Elbinsel ein Wochenende lang beschallt worden. Das eine solche Veranstaltung nicht in der Nähe von Wohngebieten durchgeführt werden kann, war danach klar geworden, zumal die Veranstalter sich nicht um die Beschwerden der Bevölkerung gekümmert haben.

So wird diese Veranstaltung in diesem Jahr fernab in Wittstock/Dosse stattfinden. Die Organisatoren hatten sich nach einem Bericht des Wilhelmsburger Wochenblatt zum Abschied noch beschwert, die Macher des Dockville hätten einen besseren Draht in die Verwaltung. Das stimmt, denn die Kommunikation mit den Menschen vor Ort gehört muss ein Festivalveranstalter ernst nehen, wenn er nicht als Eventheuschrecke erscheinen will.

Das Dockville dagegen hatte wesentlich weniger Probleme verursacht, und hat aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre gelernt. Deswegen waren wir auch daran interessiert, dieses Festival zu ermöglichen. In ausführlichen Gesprächen mit den Machern ist ein aus vielen Einzelbausteinen bestehendes Konzept entwickelt worden, das eine größtmögliche Akzeptanz bei den Wilhelmsburgern und einen maximalen Genuss der Besucher ermöglicht.

Neben der Gestaltung des Programmes, dem ernsthaften Bemühungen Beschwerden nachzugehen und der Tatsache das es die ganze Veranstaltungsdauer hinüber einen Busshuttle zum Bahnhof gibt, der verhindert das nachts lärmende Menschen durch die Straßen ziehen, haben wir auch nach den Aufträgen für lokale Betriebe und vergünstigte Bedingungen für die Bewohner der Elbinseln gefragt. Und nicht zuletzt findet mit dem “Lüttville” ein Ferienprogramm für Kinder statt.

Sollte die Lage, oder die Musikanlage dennoch außer Kontrolle geraten, besteht dieses Jahr die Möglichkeit der Behörden einzugreifen. Noch im letzten Jahr hatte sich die Polizei geweigert ein Event zu beenden, weil sie als Folge mit erheblichen Problemen durch die aufgebrachten Besucher rechnete. Dieses Jahr wird der zuständige Bereitschaftsdienst der Bezirke auf die Einhaltung der Lärmwerte achten, und hat verschiedene Möglichkeiten etwaige Probleme zu beheben.

Das dies nötig werden wird ist aber wenig wahrscheinlich, weil die Festivalmacher ihre Veranstaltung über Jahre auf Wilhelmsburg betreiben wollen, und ein Eigeninteresse an einem korrekten Ablauf haben.

Die Veranstaltung endet am Sonntag um 22:00 Uhr, Freitag und Sonnabend wird die Musik auf der Hauptbühne um 23:00 bzw. Mitternacht beendet. Die Musik spielt danach in drei Zelten weiter, und soll am Krankenhaus und in den Wohnquartieren nicht mehr störend wahrnehmbar sein. Die Besucher können am Reiherstiegknie aber bis in die frühen Morgenstunden weiterfeiern.

Nebenbei bemerkt hat auch das Spreehafenfestival um eine Verlängerung des Bühnenprogrammes bis 24:00 Uhr gebeten. Und obwohl es auch bei dieser Veranstaltung im letzten Jahr vereinzelte Klagen gegeben hat, darf auch diese Veranstaltung unter Einhaltung von Lärmgrenzen bis Mitternacht stattfinden.

Das Elbinselfestival findet dieses Jahr übrigens nicht statt. Während die Fläche im Reiherstieg in diesem Jahr wegen einer Kampfmitteluntersuchung nicht zur Verfügung steht, ist eine in den BallinPark verlegte Veranstaltung abgesagt worden.

Insgesamt gesehen hat der Regionalausschuss für einen Umfangreichen Ausgleich der Interessen gesorgt, und zwar mit der zögernden Zustimmung der CDU, die gern mehr Lärm zugelassen hatte, und gegen den Widerstand der Linken, die einfach pauschal alles abgelehnt hat, was von der IBA unterstützt wird. Dieses Vorgehen ist vernünftig, und wird hoffentlich zu einer breiten Akzeptanz auf den Elbinseln führen. Damit, so meine ich, hat die Lokalpolitik ihre vornehmste Aufgabe erfüllt.

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5 Antworten zu “Der Sommer kommt mit dem Dockville, aber mit weniger Eventlärm”
  1. Welche Lärmgrenzen gelten ab 22:00?

  2. Don Mudra sagt:

    Guten Tag,

    zum Thema DOCKVILLE Festival und Lärm, hat der Regionalausschuss Wilhelmsburg/Veddel am 09.06.2009 beschlossen, das die Konzerte auf der Hauptbühne am Freitag um 23.30 Uhr , am Samstag um 24 Uhr und am Sonntag um 22 Uhr enden. Das “Nebenprogramm auf den Nebenschauplätzen” soll um 4 Uhr enden.
    “Zum Schutz der Anwohner wird eine Lärm-Hotline eingerichtet; es werden besondere technische Vorkehrungen zur Lärmreduzierung getroffen; die Veranstalter stehen im ständigem Kontakt zum benachtbarten Krankenhaus Groß Sand. Die Polizei und das Ordnungspersonal sind mit zahlreichen Helfern zur Stelle und werden ein wachsames Auge auf etwaige kriminelle Machenschaften auf dem Camping-und Festivalgelände halten”.

    Quelle:Dringlichkeits-Antrag des Regionalausschuss Wilhelmsburg/Veddel
    Drucksache 19/65/09 vom 09. Juni 2009

  3. Sehr geehrter Herr Don Mudra,
    das ist nicht korrekt. Der vorliegende Dringlichkeitsantrag der CDU-Fraktion wurde nicht beschlossen.
    Der CDU war entgangen, das sich die Fraktionen der SPD und der GAL ausführlich miteinander und mit dem Dockville-Betreibern beraten haben, und eine Vorlage der Verwaltung unter Bedingungen zugestimmt haben.

    Üblicherweise stellen die Fraktionen Anträge im Ausschuss. Es gibt jedoch Fälle, in denen die Verwaltung, also die Beamten des Bezirksamtes, dem Regionalausschuss Fragen zur Entscheidung vorlegen. Das war hier der Fall.

    Beschlossen wurde, das das Programm auf der Hauptbühne am Freitag und Sonnabend an einem Tag bis 23:00 Uhr, und an einem Tag bis 24:00 Uhr stattfinden soll. Es gibt eine ganze Reihe weiterer Bedingungen, darunter auch die, das Beschwerden unverzüglich nachgegangen wird. Außerdem müssen Lärmgrenzwerte eingehalten werden.

    Nachdem die Fragen zu der Verwaltungsvorlage im Ausschuss diskutiert worden sind, wurde der Vorschlag der Fraktionen der SPD und der GAL mit den Stimmen der CDU und gegen die Stimmen der Linken angenommen. Die CDU hat ihren Antrag damit als erledigt angesehen, und zurückgezogen. Schriftlich und amtlich gibt es diese Bedingungen leider erst mit nach der Genehmigung des Protokolls der Sitzung.

  4. Guten Abend!
    Ich finde es gut, dass das Recht der Anwohner auf Lärmschutz so gross geschrieben wird!
    Aber wie siehts neben den zahlreichen Verpflichtungen mit den Rechten der Veranstalter aus?
    Werden sie vor Festival-gefährdenden Fake-Anrufen auf dieser Lärm-Hotline geschützt?
    Werden Anrufe auf Authentizität geprüft?
    Oder kann (theoretisch) jeder gelangweilte Anwohner (oder Berliner, Münchner) sich wiederholt über diese Hotline beschweren, bis das Festival vorzeitig beendet wird?
    Gruß

  5. Lieber Anwohner,

    die Veranstalter haben Mitarbeiter, die den Beschwerden auf den Grund gehen sollen. Die Anrufer werden aufgesucht, und bei Ihnen vor Ort wird der tatsächliche Lärmpegel gemessen. Insofern haben Fake-Anrufer keine Chance.

    Also auf zum Dockville!

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