Neue Mitte Wilhelmsburg

Neue Mitte Wilhelmsburg

Dort wo in der Mengestraße heute ein unansehnliches Sportfeld ist,  soll eines der größten Bauvorhaben der IBA entstehen: Der neue Sitz der Bau- und Umweltbehörde, offiziell Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt genannt, will aus der Innenstadt hierher in ein neues Gebäude ziehen. Es gibt dabei nur ein Problem: Das Schwimmbad Wilhelmsburg ist im Weg.

Zwar könnte das Hallenbad mit seinem 25 Meter langen Schwimmbecken erhalten bleiben, aber die Liegewiese im Aussenbereich und der dort befindliche Pool müssten wegfallen.

Nun wurde im Zuge der IBA-Planungen wiederholt über die Zukunft des Bades gesprochen. Eigentlich sollte es auf das IBA/igs-Gelände auf der anderen Straßenseite verlegt werden. Die Forderung war, das der Neubau fertig sein muss, bevor das alte Bad abgerissen wird.

In der letzten Sitzung des IBA/igs-Beteiligungsgremiums berichtete ein Vertreter über den aktuellen Stand der Diskussion. Es wurde bekannt, das im Augenblick überlegt werde, auf einen Neubau des Schwimmbades ganz zu verzichten, und nur noch die jetzt bestehende Halle ohne die Aussenanlagen zu nutzen. Andererseits hätte es Vorstellungen gegeben, das ein neues Schwimmbad in Wilhelmsburg ein Spassbad, wie etwa in Harburg sein müsse, was einen entsprechenden sehr hohen Eintrittspreis zur Folge hätte.

Das Beteiligungsgremium hat daraufhin einen Beschluss zum Schwimmbad gefasst, in dem die Verlegung bei Beibehaltung günstiger Eintrittspreise gefordert wurde.

Diese Initative hat die SPD aufgenommen, und zusammen mit der GAL in die heutige Bezirksversammlung den folgenden Antrag eingebracht:

Verlegung / Neubau der Wilhelmsburger Schwimmhalle und Freibad

Der jetzige Standort der Wilhelmsburger Schwimmhalle und dem Außenbecken ist seit einiger Zeit im Gespräch. Eine Verlagerung zu den neuen Hallenkomplexen der IGS wurde bereits seit Anbeginn von der IBA geplant. Seit dem der genaue Flächenbedarf des Neubaus der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in der „Neuen Wilhelmsburger- Mitte“ ermittelt wurde, ist das Außenschwimmbecken am jetzigen Standort nicht mehr haltbar. Eine dazugehörige Liegewiese hätte schlichtweg keine Fläche mehr. Auch eine Verlagerung des Außenbeckens an eine andere Stelle ist nicht praktikabel. Schon allein dadurch würde sich eine nicht hinnehmbare Verschlechterung der bestehenden unverzichtbaren Infrastruktur für die Wilhelmsburger ergeben.

Darüber hinaus ist das Hallenbad aus energetischen und nicht zuletzt aus optischen Gründen erneuerungsbedürftig. Ein Neubau des Hallenbades ( auch weiterhin zur Vereins- und Schulschwimmnutzung ) mit erweiterten Spaß- und fakultativen Wellnesskomponenten und mindest einem 25-Meter-Außenbecken mit ausreichenden Liegeflächen, erscheint zwingend erforderlich. Auch im Hinblick auf die auf Nachhaltigkeit für die Wilhelmsburger Zukunft angelegten Ausstellungen der IGS und der IBA wird diese Sichtweise umso stärker unter-strichen.

Wilhelmsburg benötigt ein funktionales bad mit ausreichend Außenflächen für schul-, Vereins- und Freizeitsport, für einen Stadtteil mit fast 50.000 Einwohnern in unverzichtbares stück Infrastruktur.

Die Bezirksversammlung Hamburg- Mitte möge beschließen:

  1. Ein Verbleib am jetzigen Standort verbunden mit zahlreichen Verschlechterungen ist nicht haltbar und wird daher abgelehnt.
  2. Ein verlagertes Schwimmbad muss mindestens gleichwertigen Ersatz bieten, d.h. über ein Hallenbecken, Außenbecken und Liegewiese verfügen.
  3. Die Finanzierung für den Neubau muss durch die Stadt und die Bäderland GmbH oder geeignete Partner gesichert werden.
  4. Die Funktion des Lehrschwimmbeckens mit einer Länge von 25 Metern muss erhalten bleiben.
  5. Die Eintrittspreise für das Bad müssen, den Umfeld angemessen moderat bleiben. Auch eine Erweiterung zum Spaß- und fakultativen Wellnessbad, darf nicht zu einer wesentlichen Verteuerung führen. Denkbar wäre hier eine getrennte Eintritts- und /  oder gestaffelte Preisgestaltung.
  6. Die Bäderland Hamburg GmbH wird aufgefordert schnellstmöglich einem Planungswettbewerb zu beginnen, der die Verwirklichung des oben beschriebenen Neubaues zum Ziel hat.
  7. Die Ergebnisse werden dem Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung Hamburg- Mitte und dem Regionalausschuss Wilhelmsburg / Veddel, zur abschließenden Entscheidung vorgelegt.

Welchen Erfolg die Initativen der Bezirksversammlung und des Beteiligungsgremiums haben wird wieder einmal an anderer Stelle entschieden. Auf jeden Fall sind wir einer Lösung einen Schritt näher gekommen.

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3 Antworten zu “Was passiert mit dem Schwimmbad in Wilhelmsburg?”
  1. Protokoll des Beirates Wilhelmsburg sagt:

    Schwimmbad Wilhelmsburg: Herr Schenk berichtet von einem Beschluss des IBA-/igs-Beteiligungsgremiums zum Neubau eines Schwimmbades auf dem igs-Gelände. Hintergrund dieses Beschlusses ist die Befürchtung, dass mit dem Neubau des BSU-Gebäudes keine ausreichende Fläche für ein funktionierendes Schwimmbad übrig bleibt.

    Herr Schenk und Herr Matysik erinnern, dass sich hiermit bereits der alte Beirat beschäftigt hat.
    Herr Mathe bestätigt, dass der Neubau des BSU-Gebäudes Auswirkungen auf das Schwimmbadgelände haben wird. Es sei wichtig, dass aktuell seitens der verschiedenen Beteiligten das
    Ziel verfolgt werde das Angebot nun am alten Standort für den Stadtteil zu erhalten. Er weist auf die öffentliche Auslegung des Bebauungsplanentwurfs ab 15. Juni und die Möglichkeit, Einwendungen
    zu machen, hin. In diesem B-Planentwurf ist der Neubaustandort noch im Süden festgesetzt.
    Herr Hakverdi berichtet aus der letzten Sitzung des Stadtplanungsausschusses der Bürgerschaft.
    Dort wurde deutlich gemacht, dass für einen Neubau des Schwimmbades keine finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, und nur ein Umbau des bestehenden Bades möglich ist. Nach seiner
    Einschätzung ist die dafür zur Verfügung stehende Fläche sehr knapp.

  2. Carsten sagt:

    Und wie geht es jetzt weiter?
    Für den Neubau eines Schwimmbades im Rahmen der IGS/IBA stehen wenig bis keine Mittel zur Verfügung. Für einen Umbau mangelt es an Platz. Ein Verzicht auf das bisherige Aussenbecken oder eine Verkleinerung ist aus sicht des Vereins- und Schulsports in diesem Bad nicht tragbar.
    Genaugenommen befinden sich im Süderelberaum seit der Schließung des alten Harburger Schwimmbades (und Eröffnung des Spassbades Midsommerland) nur noch die Bäder Neugraben, Finkenwerder und eben Wilhelmsburg.
    Fällt in dem Schwimmbad Wilhelmsburg das zweite Becken für Trainingszeiten weg(da der Platz für die BSU benötigt wird), sieht es mit der Schwimmfähigkeit der Kinder in den umgebenden Stadtteilen düster aus.
    Neubau oder Erhalt des Schwimmbades bei entsprechender Einschänkung der BSU wären hier die einzigen Alternativen.

  3. Das neue Schwimmbad wird auf dem Gartenschau-Gelände direkt an der Neuenfelder Straße, als südlicher Abschluss des dort geplanten Gebäudekomplexes entstehen. Vorgesehen sind auf 3500 Quadratmetern Fläche zwei Becken für ein Sportschwimmbad, ähnlich dem bisherigen Wilhelmsburger Schwimmbad in der Dratelnstraße. Jedoch wird zukünftig ein auffahrbares “Cabrio”-Dach das Innen- zum Außenschwimmbecken machen können und die Gebäudearchitektur “nach neuesten energetisch und wasserwirtschaftlichen Erkenntnissen” entworfen werden.

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