Nur der Senat kann das ehemalige Zollamt am alten Elbtunnel noch retten

Abriss am Elbtunnel

Abriss am Elbtunnel

Im Schatten der Diskussionen um das Frappant in Altona und das Gängeviertel in der Innenstadt ist ein weiterer Freiraum für Künstler erheblich bedroht: Die ehemalige Zollstation am alten Elbtunnel.
Das vom Verein KubaSta genutzte Gebäudeensemble hat sich in den vergangenen Jahren zu einem viel besuchten Treffpunkt mit gut genutzten Atelierräumen entwickelt. Die Fahrradleihstation fand guten Zuspruch. Doch jetzt droht das unmittelbare Aus und der Abriss.

Die Hamburg Port Authority (HPA) möchte das Gebäude abreißen, um eine Baustelle für die Sanierung des St.-Pauli Elbtunnels einzurichten, und stellte die Pläne hierfür in der letzten Woche im Regionalausschuss Wilhelmsburg-Veddel vor. Doch der Vortrag konnte nicht überzeugen.

Sämtliche Fragen des Ausschusses nach einer Alternativplanung wurden abgebügelt, oder gar nicht beantwortet. Es ginge nur so, wie von der HPA vorgeschlagen. “Die Dinge sind so wie sie sind” war die Aussage.

Damit wurde klar, das die HPA sich auf keinen Kompromiss einlassen will, sondern bedingungslos an ihrem Abrissplan festhält. Man konnte den Eindruck gewinnen, die Verantwortlichen wollen die Künstler im Zollgebäude unter allen Umständen loswerden. Nach den ganzen Demontagen der letzten Jahre, die Wassertreppe 51 und der Veddeler Ballsaal sind noch unvergessen, möchte ich fast behaupten HPA ist die Abkürzung für “Hamburgs prompter Abrissservice”

Der noch im Zollgebäude ausharrende Matthias Lintl hat einen letzten Versuch unternommen, das Gebäude zu retten. Er schrieb an den Senat und appellierte eine andere Entscheidung auf der politischen Ebene herbeizuführen. Die Senatoren Anja Hayduk, Karin von Welck und Axel Gedaschko haben die Angelegenheit jetzt auf ihren Schreibtischen liegen. Da gehört sie auch hin, denn auch wenn HPA als ausführendes Organ vor Ort Druck macht, letztendlich verantwortlich für die Entscheidung ist die Regierung und die sie tragenden Parteien.

Die Sanierung des alten Elbtunnels ist allerdings sehr umfangreich. Aus dem Röhren werden alle Materialien außer der Fahrbahn entfernt, so dass nur noch die Tübinge, also die nackten Stahlröhre übrig bleiben, die dann saniert werden. Danach werden die Verkleidungen wieder angebracht, wobei extra für den Tunnel in alten Stil gebrannte Fliesen verwendet werden. Zum Schluss soll der Tunnel im neuen alten Glanz erstrahlen. Es wäre schön, wenn wir den interessanten und lebendigen Standort darüber nicht verlieren würden. Die Chancen dafür stehen aber sehr schlecht.

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2 Kommentare.

  1. Neulich bin ich mit dem Fahrrad an der Zollstation vorbeigefahren und musste mit großem Erschrecken feststellen, dass tatsächlich schon die eine Seite abgerissen wurde…
    Das wäre ja wohl eine Oberfrechheit, wenn der Rest auch noch abgerissen wird. Die Fahrradstation ist für mich schon sozusagen eine wichtige und sympathische Instution geworden. Kann man da nicht irgendwas machen?

  2. Ja, wenn man im Senat Verantwortung trägt kann man der Hamburg Port Authority eine klare Ansage machen. Hayduk kann es richten, Gedaschko auch. Ob die sich aber bewegen wollen ist ungewiss.

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