Das ist natürlich auch in der mit dieser Angelegenheit befassten Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt bekannt. Der Vorgang kann daher als absichtliches Überfahren der Bezirkspolitik gesehen werden.
Offensichtlich will man die Entscheidung eine neue Autobahn durch Wilhelmsburg zu bauen möglichst rasch durchpauken. Die regelmäßigen Proteste des letzten Jahres gegen die Verkehrsplanungen zerren sichtlich an den Nerven der Verantwortlichen.
Der Senat verspricht sich die sogenannte Hafenquerspange, eine ausgewachsene Autobahn, im Süden Wilhelmsburgs billiger bauen zu können als parallel zur Köhlbrandbrücke. Dafür wäre eine neue Hochbrücke über die Süderelbe erforderlich. Allerdings hat eine solche Trassenführung auch gewaltige Nachteile:
Die Anwohner befürchten, das zahlreiche Einfamilienhäuser abgerissen werden müssten.
Der ganze Vorgang wäre nicht öffentlich geworden, wenn sich nicht die CDU Harburg lautstark über den Vorgang in den Medien beschwert hätte. Denn eine Voraussetzung der Beteiligung ist die Vertraulichkeit der Drucksachen. Anders wären Stellungnahmen zu internen Beratungen des Senates nicht denkbar. Wir hätten uns über den Vorgang wohl geärgert, und die Art und Weise des Umgangs mit uns wieder einmal in vertraulicher Sitzung moniert. Der Öffentlichkeit hätten wir nichts sagen dürfen. So aber bin ich zum ersten mal froh über das Temperament der Harburger CDU-Chefs. Der nannte die kurze Fristsetzung der Senatsdrucksache auf NDR 90,3 “auf jeden Fall rechtswidrig.”

