Die Hamburg Port Authority baut die Straßen im Hafen aus

LKW im Hafen

Die Hamburg Port Authority (HPA) berichtet in einer Pressemitteilung, das sie großes Baupaket hat die für die Verbesserung des Straßennetzes im Hafen geschnürt habe. Sie investiert – neben den großen Neubauprojekten wie dem Veddeler Wasserkreuz, für dessen Erhalt wir 4 Jahre lang gegen die HPA gekämpft haben, und der Retheklappbrücke, in diesem Jahr noch einmal rund 20 Millionen Euro in das bestehende Netz sowie in ein Verkehrsmanagementsystem, um für eine Verbesserung des Verkehrsflusses zu sorgen.

Dabei nutze die HPA das derzeitige schwächere Verkehrsaufkommen aufgrund der Wirtschaftskrise, um umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen durchzuführen und für den erwarteten Aufschwung gerüstet zu sein. Die Baumaßnahmen seien zeitlich aufeinander abgestimmt, um Verkehrsbehinderungen so gering wie möglich zu halten. Die wichtigsten Maßnahmen:

Verkehrsmanagementsystem:

Mit dem Einbau von Induktionsschleifen an Schlüsselstellen im Straßennetz wird die Voraussetzungen für ein effektives Verkehrsmanagement im Hafen geschaffen. Digitale Anzeigentafeln sollen an den Hauptzufahrten des Hafens künftig auf Behinderungen hinweisen. Dieses Leitsystem wird im Rahmen des Bundeskonjunkturprogramms umgesetzt (3,6 Millionen Euro) und ist ein erster Baustein des Masterplans Straße, der derzeit erstellt wird.

Richtig angewendet, könnte dieses System zur Entlastung der Wohngebiete von Schwerlastverkehr beitragen. Ob die HPA diese Zielrichtung im Blick hat, ist noch nicht geklärt.

Instandsetzungsarbeiten an der Köhlbrandbrücke:

Auf der Haupthafenroute werden u. a. umfangreiche Grundinstandsetzungsarbeiten an der Köhlbrandbrücke für rund 3,5 Millionen Euro durchgeführt. An der zwei Kilometer langen Ostrampe müssen Schadstellen an den Spannbetonüberbauten ausgebessert werden. Dafür entwickelte die HPA ein eigenes Fahrgerüst, das die Arbeiten an der Außenseite der Brücke ermöglicht. Der Betrieb des Fahrgerüsts erfordert eine Sperrung der jeweils rechten Fahrstreifen im Bereich der Wanderbaustelle auf einer Länge von 150 Metern. Nachts wird die Sperrung aufgehoben, so dass Groß- und Schwerraumtransporte passieren können.

Im Zuge dieser Maßnahme wird außerdem die Brückenentwässerung der Ostrampe erneuert. Gleichzeitig werden auf der Westrampe neue Fahrbahnübergänge eingebaut und die im letzten Jahr begonnen Korrosionsschutzarbeiten an den Stahlseilen weitergeführt. Mit Einschränkungen ist ab dem Frühjahr bis Ende des Jahres zu rechnen.

Grundinstandsetzung Reiherstiegklappbrücke:

Die Grundinstandsetzung der Reiherstiegklappbrücke in der Neuhöfer Straße wird in diesem Jahr fortgesetzt. Vor über einem Jahr wurden die Überbauten der beiden Vorlandbrücken durch einen Neubau ersetzt. In diesem Sommer erneuert die HPA das mittlere Klappenteil der Brücke für insgesamt 3,2 Mio. Euro. Die neue Klappe wird in den Niederlanden gefertigt und mit dem Schiff nach Hamburg transportiert. Für die Demontage und die Montage der neuen Klappe ist jedoch während der Sommerferien ab Mitte Juli eine Vollsperrung der Neuhöfer Straße für rund 14 Wochen erforderlich.

Wärend dieser Zeit kann sich erweisen, ob die Behörden die LKW-verkehre nicht mehr über die südliche Georg-Wilhelm-Str., sondern über den Pollhorndeich leiten. Versprochen haben sie es der Bezirksversammlung nach zweimaligen Nachfassen jedenfalls.

Brückenneubauten:

Zu dem Maßnahmenpaket am bestehenden Verkehrsnetz kommen noch der Neubau der Niedernfelder und Müggenburger Brücken (rund 40 Millionen Euro) sowie der Bau der Retheklappbrücke (rund 95 Millionen Euro). Beide Maßnahmen haben auch Auswirkungen auf das Verkehrsnetz. Der einspurige Betrieb des Veddeler Damms an den Niedernfelder Brücken muss noch mindestens bis Ende des Jahres aufrecht erhalten werden, da der ungewöhnlich strenge Winter für Verzögerungen beim Einschub der neuen Brücken sorgte.

Ursprünglich wollte die HPA das Veddeler Wasserkreuz zuschütten, und konnte nur durch langen Widerstand und viele Verbündete von diesem unsinnigen Plan abgebracht werden.

Im Vorfeld des Neubaus der Rethebrücke wird eine neue Anbindung Blumensand-Hohe Schaar geschaffen und eine Straßenbrücke gebaut, um die bisherigen Kreuzungen mit der Hafenbahn aufzulösen. Hier wird es im Frühjahr vier bis sechs Wochen zu einer Umleitung über Eversween kommen.

Neubau Radweg St. Pauli Elbtunnel – Wilhelmsburg:

Im Auftrag der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt baut die Hamburg Port Authority einen neuen Radweg vom St- Pauli Elbtunnel bis zur Ernt-August-Schleuse in Wilhelmsburg. Aufwendigster Teil ist eine Rampenkonstruktion, die an die Klütjenfelder Hochstraße angebracht wird. Diese wird im Werk vorgefertigt und vor Ort montiert. Die Arbeiten, die mit einer Beschränkung der Fahrbahnbreite verbunden sind, werden so koordiniert, dass während der Sperrung der Neuhöfer Straße freie Fahrt auf der Klütjenfelder Hochstraße ist.

Auch für dieses Ziel haben sich die Wilhelmsburger und Veddeler lange Jahre eingesetzt. Das Thema war bereits auf der Agenda, als ich frisch gebackenes Mitglied im Ortsausschuss Veddel-Rothenburgsort war. An die Verwirklichung dieses Vorhabens habe ich schon fast nicht mehr geglaubt, obwohl die Fahrradstrecke nicht nur für das Reiherstiegviertel von großer Bedeutung ist.

Grundinstandsetzung Dradenaustraße:

Seit November letzten Jahres wird die Dradenaustraße auf einer Gesamtlänge von 1650 Metern bis Ende dieses Jahres für rund 2,4 Millionen Euro instandgesetzt. Der Querschnitt der neuen Fahrbahn mit drei Spuren wird sich auf 10,50 Meter verbreitern. Auch der vorhandene Gehweg wird erneuert und für einen kombinierter Geh- und Radweg auf 3,65 Meter verbreitert. Die Verkehrsbehinderungen sind gering.

Grundinstandsetzung Peutestraße

Ab Herbst 2010 soll auf einer Länge von rund 1.800 Metern bis Ende 2011 die Peuterstr. ab dem Peuter Elbdeich bis zum Obergeorgswerder Hauptdeich komplett erneuert werden. Zum Vollausbau gehört auch ein neuer Geh- und Radweg.

Das ist schön, erinnert mich doch eine Narbe an der Hand an einen unangenehmen Sturz vom Fahrrad. Das Rad folgte auf einmal den kreuzenden Schienen, ich selbst wechselte die Richtung aber nicht. Ohne den fahrbaren Untersatz holte mich aber die Schwerkraft schnell ein. Die Bekanntschaft mit dem Straßensplitt verlief sehr schmerzhaft.
Während man dieses Ereignis aus der Nachschau mit ein wenig Humor begleiten kann, ist das Problem mit den Radwegen im Hafen durchaus ein wichtiges Thema. Mir sind auch Unfälle bekannt, die weniger glimpflich abgelaufen sind. Gerade die Peutestraße ist sehr lang, und die Busse fahren nur in langen Abständen. Fahrräder können für Pendler deshalb eine gute Alternative sein. Vielleicht sollte man nach der Instandsetzung bei den auf der Peute beheimateten Firmen nachfragen, ob es mehr Bedarf an abschließbaren Fahrradboxen am Bahnhof Veddel gibt. Am Busbahnhof sind immerhin schon welche aufgestellt.

Man darf gespannt sein, ob auch das Problem des LKW-Staus auf der Peutestraße gelöst wird. Hier bildet sich vor der Einfahrt zu einem Containerlager regeläßig eine mehrere hundert Meter lange Warteschlange, an der passierender Verkehr nur schwer vorbei kommt.

Similar Posts:

Kommentar schreiben

Hinweis - Du kannst dies benutzenHTML tags and attributes:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>