In der Sitzung des IBA/igs Beteiligungsgremiums

In der Sitzung des IBA/igs Beteiligungsgremiums

In einer anderthalb Stunden langen Diskussion befürworteten die Mitglieder des IBA/igs Beteiligungsgremiums die Baumfällungen, die im Vorfeld der Internationalen Gartenschau für viel Gesprächsstoff und Proteste gesorgt haben. In den Diskussionsbeiträgen wurde zwar Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit der igs laut, aber die Maßnahmen an sich wurden befürwortet. Eine Teilnehmerin fasste in der Diskussion die laut gewordenen Proteste mit prägnanten Worten zusammen: In Wilhelmsburg solle alles besser werden, aber nichts dürfe sich verändern.

Claus Kriegs, der die igs im Beteiligungsgremium vertritt, gab zu das die Macher der Gartenschau bei den einzelnen Projekten nicht dargestellt hätten, wie viele Bäume den Maßnahmen jeweils zum Opfer fallen. Andererseits hatte niemand die Menschen auf die schockierenden Eindrücke vorbereiten können, die gerodete Flachen bei den Betrachtern hinterlassen. Auch eine noch bessere Öffentlichkeitsarbeit hätte das nicht verhindern können.

Natürlich wurden auch die Bemühungen der igs nicht so viele Bäume zu fällen, wie Genehmigungen beantragt positiv gewürdigt. Außerdem hatte das Gremium sich bereits vorher darauf verständigt, sich über Fragen des Umweltausgleiches informieren zu lassen.

Der Diskussion folgte kein Beschluss des Gremiums, aber das Meinungsbild war, trotz zwiespältiger Gefühle eindeutig. Die Pläne der Gartenschau seinen umfangreich präsentiert und diskutiert worden. Jeder Ortskundige hätte wissen können, was dies für den Baumbestand bedeute.

In den vergangenen Tagen wurde von einigen Kritik an dem Beteiligungsgremium selbst geübt. Einmal wurde es als “Verteidigungs-” ein anderes mal als “Stakeholdergremium” bezeichnet.
Tatsache ist, das dieses Gremium mit 24 stimmberechtigten Bürgern und neun nicht stimmberechtigten Politikern aus dem IBA-Präsentationsgebiet besetzt ist. Die Bürger haben sich aus freien Stücken und ohne Parteibindungen bereit erklärt, jeden Monat an einer mehrstündigen Sitzung teilzunehmen ohne dafür irgend ein Honorar zu erhalten. Ihre Aufgabe ist nicht die von gewählten Abgeordneten, die den Bürgern in ihren Wahlkreisen spätestens zur Wahl Rechenschaft schulden. Sie sollen sicherstellen, dass die Entwürfe für die Zukunft der Elbinseln auf der Erfahrung und dem Wissen der Bewohner vor Ort aufbauen. Es dient dem gegenseitigen Austausch von Informationen aller am gesamten Prozess Beteiligten.

Das Beteiligungsgremium fällt keine Entscheidungen, aber es gibt Empfehlungen ab. Dadurch das die IBA, die igs aber auch die Politik die Meinungen und Stimmungen in dem Gremium beachten, hat es trotzdem erheblichen Einfluss gewonnen. Jeder, der sich in diesem Gremium ehrenamtlich engagiert, hat einen entsprechenden Respekt verdient.

Das sich die Mitglieder des Gremium so eindeutig hinter die Gartenschau gestellt haben ist ein starkes Indiz dafür, wie die meisten Wilhelmsburger über die Frage der Baumfällungen denken.

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Eine Antwort zu “Die Wilhelmsburger im IBA/igs Beteiligungsgremium stellen sich hinter die Baumfällungen der Gartenschau”
  1. Susanne sagt:

    Es stellt sich die Frage, ob dieses Beteiligungsgremium wirklich für die meisten Wilhelmsburger spricht, die Sprachwilligen hier vor Ort sind doch wirklich immer die üblichen Verdächtigen.
    Aus Unterhaltungen mit vielen Anwohnern vor Ort stellt es sich mir ganz anders dar: Sehr viele sind gegen die zahlreichen Fällungen (die ja inselweit alles umfassen, was Wurzeln hat und nicht im Naturschutzgebiet steht).
    Es gab hier eine gemeinsame Identität “Unser schönes grünes Wilhelmsburg”, das konnte man u.a. aus dem Blog ersehen, den die IBA/IGS GmbH(s) vor ein paar Jahren betrieben hatte (und nun leider nicht mehr betreibt). Die Wertigkeit wurde von den Planern verkannt, stattdessen muss Landschaft für das zukünftige urbane Bild geordnet werden. Nur hatte das Leben hier bisher wenig mit Großstadt zu tun, das machte die Qualität aus.
    Nun äußern viele Anwohner Angst vor den zukünftigen Entwicklungen in Wilhelmsburg, vor massiven Veränderungen des Alltags in Zeiten, in denen man kleine Sicherheiten und Identitäten dringend benötigt.
    Eine vorsichtige Annäherung an die Bedürfnisse und Lebenswelten der (verständlicherweise) politverdrossenen Menschen vor Ort wäre angemessen und respektvoll gewesen. So wurden meiner Ansicht nach wirklich nur wenige erreicht, und ich schließe mich mit ein.
    Beste Grüße

  2.  
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