Nebenbei verkündet: Die Veddel soll an der Bahnstrecke Lärmschutz bekommen

Larmschutz muss sein!

Im Zusammenhang mit der Diskussion um Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße hat die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) verkündet, das auch die Veddel an der Bahnstrecke einen Lärmschutz bekommen soll, der aus Lärmsanierungsmitteln des Bundes bezahlt wird.

Das haben Vertreter der BSU das erste mal während einer Sondersitzung des Regionalausschusses angekündigt. Bei der gestrigen Sitzung des Beteiligungsgremiums der IBA/igs wurde diese Ankündigung wiederholt.

Unklar blieb, ob die Lärmsanierungsmaßnahmen auch bei einem Scheitern der Reichstrassenpläne erfolgen, und in welchen Jahr sie kommen soll. Skeptiker könnten Vermuten, das sich die BSU die Zustimmung der Stadtteilvertreter in den kommenden Diskussionen zum Verkehrskonzept im Süderelberaum erkaufen wollen. Deshalb sollte die Behörde hier bald Klarheit schaffen.

Unklar ist auch, welche Maßnahmen zur Lärmsanierung vorgesehen sind. Vorstellbar sind Lärmschutzwände oder eine Erweiterung von Lärmschutzverglasungen die es bisher nur am Warmwasserblock gibt, oder eine Kombination von beidem.

Das die Veddel zu den am meisten durch Verkehrslärm belasteten Stadtteilen in Hamburg gehört, haben zuletzt die Lärmkarten bestätigt, die nach der Europäischen Lärmschutzrichtlinie erstellt werden mussten.

Im letzten Jahr hat mir ein Mitarbeiter des Eisenbahnbundesamtes gesteckt, das die Veddel bereits früher vom Amt selbst für eine Lärmsanierung vorgesehen war, dies aber “durch massive politische Einflussnahme” verhindert worden sei. Dem Zufolge wurde das Geld zunächst an Orten eingesetzt, in denen sich die Bewohner lauter zu Wort gemeldet hatten und es bei Wahlen mehr Blumentöpfe zu gewinnen gab.

Lärmsanierungen werden nach weniger hohen Standards errichtet wie Lärmschutz an Neubaustrecken. Weil es auf der Veddel die Bahnstrecke schon vor den Siedlungen gab, ist die Bahn nicht verpflichtet Lärmschutz zu errichten. Anders sieht das in Wilhelmsburg aus, falls die Reichsstraße verlegt wird. Bei einem Neubau müssen heutzutage strenge Lärmschutzbestimmungen eingehalten werden. Für die Veddel ist die Lärmsanierung die beste Option.

Zuletzt hatte sich der Stadtteilbeirat für eine Lärmsanierung ausgesprochen. Der Beschluss war im Frühjahr von der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte einstimmig befürwortet worden.

Mit der Lärmsanierung wird sich die Lebensqualität auf der Veddel spürbar verbessern. Jetzt gilt es die Absichtserklärungen der BSU in konkretes Handeln umzusetzen. Für mich selbst würde sich damit ein wesentliches politisches Ziel dieser Wahlperiode erfüllen.

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3 Kommentare.

  1. Gibt es diesbezüglich neue Äußerungen der Behörden oder von Parteien?
    Die einzige neuere Nachricht ist das Wahlprogramm der GAL, das die Reichsstraßenverlegung befürwortet, sich aber nicht explizit zu eigenständigen Maßnahmen insbesondere an der S-Bahn auf der Veddel äußert.

  2. Ja, es gibt eine neue Äußerung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt doch die ist leider negativ. Die behauptete auf einen Antrag hin, Lärmschutz an der Bahnstrecke sei aus Platzgründen gar nicht möglich. Das halte ich wiederum für eine reine Schutzbehauptung, oder klarer ausgedrückt für beinhart gelogen.
    Wir haben bei anderen Gelegenheiten nachgefragt, aber noch keine befriedigende Antwort bekommen.

    Allerdings gab es von einem Fachmann einen beunruhigenden Hinweis: Um die Lärmschutzmittel würde mit härtesten Bandagen gekämpft. Ich solle mich an einen Fachanwalt in der Rothenbaumchaussee wenden. Klageberechtigt seinen die Grundstückseigentümer, nicht die Mieter.
    Und so wird der Lärm zu einem sozialen Problem. Diejenigen, die sich gute Anwälte leisten können und in eigenen Häusern wohnen setzen sich gegen Menschen durch die in nicht ganz so begüterten Verhältnissen und in Mietwohnungen leben durch.

    Wenn man also etwas erreichen will muss man beständig auf den bestehenden Missstand hinweisen und darf nicht nachlassen das Thema immer wieder auf die Tagesordnung zu bringen. Solange ich in der Bezirksversammlung bin werde ich nicht nachlassen für einen angemessenen Lärmschutz zu kämpfen.

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