Die Bezirksversammlung fördert das Elbinselhandwerk

Baustelle (Quelle: Joachim S. Müller via Flickr cc)

Baustelle (Quelle: Joachim S. Müller via Flickr cc)

Die Internationale Bauausstellung (IBA) und der viel beschworene “Sprung über die Elbe” bringen Geld in Form von Bautätigkeiten auf die Elbinseln. Davon sollen auch die lokalen Handwerksbetriebe profitieren, und dafür gibt es die Initative “Elbinselhandwerk”. Die Bezirksversammlung stellt für eine Verlängerung dieser Initative zusätzliche Mittel bereit. Zur Finanzierung der Mietkosten im dritten Projektjahr werden Mittel in Höhe von 11.250 Euro aus dem Förderfonds Bezirke zur Verfügung gestellt, wenn sich auch die übrigen Akteure an der weiteren Finanzierung beteiligen.

Seit April 2009 ist das “Beratungsteam Elbinselhandwerk” der Handwerkskammer Hamburg auf der Elbinsel tätig. Gefördert über den Europäischen Sozialfonds sollen Betriebe aus dem Bau- und Ausbaugewerbe gezielt an den Stadtentwicklungsprozess herangeführt werden. Hierfür ist im April 2009 ein Projektbüro im Reiherstiegsviertel eingerichtet worden.

Eine vor Ort mit Unterstützung der HafenCity Universität (Departement Stadtplanung – Institut für Stadt- und Regionalsoziologie) durchgeführte Analyse des Handwerksmilieus hat bestätigt, dass insbesondere Kleinbetriebe Unterstützung benötigen, um sich den strukturellen Veränderungen in der Bauwirtschaft zu stellen und über die Entwicklungspfade „Weiterbildung/Qualifizierung“ und „Kooperation“ neue Dienstleistungen zu erschließen. Bisher profitieren nur die bereits dynamisch agierenden Betriebe vom Stadtentwicklungsprozess und richten sich gezielt auf die von Bauausstellung, Gartenschau, Wohnungswirtschaft sowie Hafen- und Logistikwirtschaft erzeugten Aufträge aus. Ein besonderer Fokus wird zudem auf die von migrantischen Inhabern geführten Betriebe gelegt.

Das Projekt hat in den letzten 13 Monaten, z. T. in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern IBA Hamburg GmbH (und igs Hamburg 2013 GmbH), SAGA GWG und Unternehmer ohne Grenzen e.V., neun Informationsveranstaltungen und sechs Handwerkerfrühstücke als monatliches offenes Beratungsangebot durchgeführt. Insgesamt wurden bisher Kontakte zu rund 150 Betrieben auf der Elbinsel aufgebaut, über 50 davon haben eine Betriebsberatung erhalten.

Ferner wurden Institutionen wie die Behörde für Wirtschaft und Arbeit, die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, das Bezirksamt Hamburg-Mitte, der Regionalausschuss Wilhelmsburg / Veddel sowie IBA- bezogene Arbeitskreise und Gremien über die laufende Projektarbeit informiert. Ein Newsletter-Angebot auf www.elbinsel-handwerk.de, dessen Verteiler derzeit rund 80 Betriebe umfasst, informiert neben der Internetpräsenz regelmäßig über Ausschreibungen, Veranstaltungen, Weiterbildungsangebote und handwerksrelevante Neuigkeiten. Darüber hinaus unterstützt das Projekt die von lokalen Betrieben initiierte Handwerksinitiative Elbinsel, die sich für ein Bieterverzeichnis auf der Elbinsel als verbindliches Instrument zur Beimischung lokaler Betriebe bei Ausschreibungen einsetzt.

Für die Inwertsetzung der aufgebauten Netzwerke, die intensive Begleitung der Betriebe sowie die Ausübung der Drehscheibenfunktion als Mittler zwischen Handwerksbetrieben und Auftraggebern im Rahmen der bis 2013 stetig zunehmenden Bautätigkeit wird eine Verlängerung des Projekts um ein Jahr vom Projektträger wie auch von den Kooperationspartnern als sinnvoll erachtet. Die Finanzierung des zunächst für 24 Monate bewilligten Projekts erfolgt zu 50 Prozent aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und zu 27,5 Prozent aus Mitteln der Behörde für Wirtschaft und Arbeit. Zur Erbringung eines Teils der Eigenmittel in Höhe von insgesamt ca. 82 T Euro hat die Handwerkskammer Kofinanzierungsmittel von der IBA Hamburg GmbH und dem Bezirk Hamburg-Mitte eingeworben. Letzterer hat für die Übernahme der Miet- und Mietnebenkosten des Büros im Reiherstiegsviertel die zweckgebundene Pauschalsumme von 22.500 Euro aus dem Fonds für Sonderinvestitionen bereitgestellt.

Das Projekt fördert durch die Stärkung der Betriebe auch zur Sicherung von Beschäftigung, Qualifizierung und Integration.

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