Archiv nach Kategorien: Hamburg - Seiten 3

Ärzte mit Grenzen: mangelhafte Versorgung auf der Veddel

Um die Sicherheit der vertraglichsärztlichen Versorgung sicherzustellen, soll es laut der Webseite der Kassenärztlichen Vereinigung (KVH) in Hamburg für je 1.585 Einwohner einen Hausarzt geben. Für die 5.000 Bewohner auf der Veddel gab es bisher zwei Hausärzte, nach der obigen Berechnung also bereits einen zu wenig. Nun wird eine Praxis geschlossen, weil es trotz langwieriger Suche keinen Nachfolger gibt. Für die Bewohner der Veddel ist das eine schwierige Situation, doch die KVH kümmert es nicht. Es kommt sogar noch besser: In der auf der Webseite der KVH angebotenen Arztsuche kann man nach Stadtteilen sortieren. Dort kommt die Veddel aber nicht vor.

Das Problem kann sich durchaus noch verschärfen, denn die letzte Hausärztin ist, so hört man jedenfalls, absolut überlastet. Und das könnte dazu führen, das diese unserer Elbinsel auch noch den Rücken kehrt.

Nun bringt es die Bewohnerstruktur von Arbeiterstadtteilen mit sich, das es kaum Privatpatienten gibt. Aus diesem Grund müssen die Mediziner sich bei der Bezahlung ihrer Arbeit fast ausschließlich auf die Krankernkassen verlassen. Und so ein Arzt ist ja nicht allein, er muss von dem Geld das er abrechnen kann noch jede Menge Kosten, die Arzthelferinnen, Praxismiete, Steuern und nicht zuletzt auch seine eigene Krankenversicherung bezahlen können. Die Folge: Eine Praxis auf der Veddel lohnt sich finanziell kaum.

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Endlich: Der Radweg über den Argentinienknoten ist freigegeben

Radweg zum Elbtunnel

Die neue Radwegbrücke entlang der Klütjenfelder Straße ist fertig. Das medet die Hamburg Port Authority heute. Ab sofort können Radfahrer den neuen Weg nutzen. Die Brücke ist Teil eines Radweges durch den Hafen, den die HPA momentan baut. Zukünftig soll die Verbindung von Reiherstieg zum St. Pauli-Elbtunnel auf einem durchgehenden Radweg befahrbar sein.

Der Radweg war das erste Projekt das wärend meiner Mitgliedschaft im Ortsausschuss Veddel-Rothenburgsort vorgestellt wurde. Das ist neun Jahre her. Damals sollte auf den Radweg noch eine Treppe eingebaut werden, wogegen wir uns ausgesprochen haben. Jahrelang wurde die Forderung nach einem Radweg vergeblich gestellt. Erst in der letzten Wahlperiode kam Bewegung in die Angelegenheit.

Manch ein Radfahrer befuhr die Argentinienbrücke auf der Fahrbahn, was bei dem Schwerlastverkehr eine sehr mutige Alternative zu der steilen Treppe war, die man regulär benutzen sollte. Im Zuge der Baumaßnahme entstand im Hafen entlang der Klütjenfelder Straße eine neue Radwegbrücke. Insgesamt 13 Stahlbauelemente werden dazu an die Westseite der Hochstraße gehängt. Die Brücke überwindet einen Höhenunterschied von sieben Metern und ist barrierefrei angelegt. Die Fahrbahn selbst besteht aus einem glasfaserverstärktem Kunststoff. Das rutschfeste Material soll für zusätzliche Sicherheit sorgen.

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Hamburg wählt im Februar: Die Karten für die Stadtteile werden neu gemischt

Olaf Scholz will Bürgermeister werden

Olaf Scholz will Bürgermeister werden

Das Ende der schwarz-grünen Koalition beendet nicht nur diesen Senat, sondern voraussichtlich die zehn Jahre dauernde Vorherrschaft der CDU in Hamburg. Und ihren Versuch die Macht langfristig zu sichern. Jetzt werden die Karten für viele Themen neu gemischt

Das nur in Ausnahmefällen eine Partei die absolute Mehrheit in der Bürgerschaft bekommt war auch den CDU-Strategen in Hamburg bekannt. In der Regel wird ein Senat auf eine Koalition mit anderen Partnern angewiesen sein. Die FDP steht aber in Hamburg nur selten als Koalitionspartner zur Verfügung, weil sie meistens nicht genügend Stimmen bekommt um in die Bürgerschaft einzuziehen. Deshalb war es für die CDU Hamburg wichtig, eine gut funktionierende Koalition mit den Grünen, der Hamburger GAL hinzubekommen. Denn ein Erfolg dieses Modells hätte auf absehbare Zeit, vielleicht für Jahrzehnte die Vorherrschaft der CDU im Senat sicherstellen können.

Das Scheitern dieser Regierungskombination schließt Neuauflagen in Zukunft keineswegs aus, aber sie werden in Zukunft nicht einfach zu erreichen sein. Insofern rückt die GAL in Hamburg in die Position eines mächtigen Mehrheitsbeschaffers auf, soweit man den Umfragen Glauben schenken darf.

Die vergangenen drei Jahre waren keine guten für die Elbinseln Veddel und Wilhelmsburg. Es ist nicht gelungen Hamburgs ärmsten Stadtteil fest in das “Rahmenprogramm integrierte Stadtteilentwicklung” mit seinen Fördermöglichkeiten zu verankern. Das liegt auch daran, das der Bezirk vom Senat nicht nicht genügend Personal genehmigt bekommen hat, um dieses Gebiet neben vielen Anderen zu bearbeiten.

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Keine Universität auf den Kleinen Grasbrook, keine U-Bahn auf die Elbinseln

Ergebnis des vom Bezirksamt Hamburg-Mitte organisierten Workshops zum Kleinen Grasbrook aus dem Jahr 2003

Das es keinen Komplettumzug der Universität auf den Kleinen Grasbrook geben wird, ist bereits recht lange klar. Jetzt ist auch der Plan vom Teilumzug endgültig vom Tisch. Das hat Bürgermeister von Beust gestern in der Bürgerschaft erklärt.

Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als sollten einige Fakultäten auf dem Gelände des Überseezentrums untergebracht werden. Das Vorhaben sei „wünschenswert aber nicht notwendig,“ erklärte von Beust. Wie der Platzbedarf der Universität in Eimsbüttel erfüllt werden soll bleibt aber offen. Der Bezirksamtsleiter hätte einen Vorschlag angekündigt, aber bis zum angekündigten Termin nicht geliefert.

So ganz nebenbei kassierte von Beust auch Überlegungen eine Absage, die U4 über die Elbe nach Wilhelmsburg zu verlängern. „Eine Verlängerung der Strecke wird es mit mir kurz- oder mittelfristig nicht geben“ sagte der Bürgermeister. Im letzten Jahr hatte es in Kirchdorf noch Irritationen gegeben, weil Vorschläge bekannt geworden waren, die U-Bahn ebenerdig durch die Siedlungen zu führen. Auf die Buslinie „Wilde 13“ wird man im Reiherstieg und Kirchdorf noch lange angewiesen sein.

Was aus der Fläche des Überseezentrums jetzt wird ist unklar. Hier sollte ursprünglich einmal das Olympiastadion entstehen. Bekannt ist, dass bereits Mieter gekündigt worden sind. Der Bezirk hat für den Kleinen Grasbrook schon im Jahr 2003 Wohnbebauung vorgeschlagen, zum gleichen Ergebnis kam das Senatskonzept vom „Sprung über die Elbe.“

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Warum Hamburgs Universität an den Hafen gehört

Uni auf dem Veddelhöft (Quelle: BWF / GMP Architekten)

Uni auf dem Veddelhöft (Quelle: BWF / GMP Architekten)

Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat sich für eine Verlagerung von Teilen der Universität auf den Kleinen Grasbrook ausgesprochen. Nach unser Ansicht gibt es genügend Raum um die Universität in Lehre und Forschung ein gutes Stück voran zu bringen, aber auch die Städtebaulichen Perspektiven sind für die benachbarten Stadtteile Wilhelmsburg und Veddel beachtlich. Auch führende Köpfe der Hamburger Wirtschaft haben sich für eine Teilverlagerung offen gezeigt.

Heute nun beschäftigt sich der Leitartikel des Hamburger Abendblattes mit der Universität Hamburg, und der möglichen Umzug auf den Kleinen Grasbrook. Matthias Iken geißelt Strukturkonservatismus und Kleinmut. Sein Artikel ist ein Beitrag zur Diskussion, der sich zu lesen lohnt, und deshalb zitiere ich ihn hier umfangreich:

Oft hilft der Blick zurück, um den Horizont zu weiten. Es dauerte Jahrhunderte, bevor Hamburg 1919 endlich seine Universität bekam. Bis zuletzt hatten Senat und Bürgerschaft,vor allem aber die Handelskammer eine Gründung verhindert. Studieren könne man schließlich auch in Göttingen,argumentierten damals die Kaufleute. Inzwischen drängt sich der Eindruck auf: So viel hat sich nicht verändert.

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Umzug des Bezirksamtes Hamburg-Mitte: Eine unendliche Geschichte?

Bezirksamt

Erst hüh, dann hott. So lässt sich die Haltung des Senates zum Umzug des Bezirksamtes Hamburg-Mitte beschreiben. Zuerst sollte das Bezirksamt in die Hafencity ziehen. Doch jetzt gibt es eine Rolle rückwärts: Die Wirtschaftsbehörde will plötzlich in die Hafencity, der Bezirk soll in das ungeeignete Gebäude der Wirtschaftsbehörde umziehen. Der Hintergrund: Ein Versprechen des Senates teuren Büroraum in der Hafencity zu mieten, wenn der Investor keinen anderen Kunden findet.

Der Plan das Bezirksamt in die Hafencity zu verlegen setzte eine Reihe von Diskussionen in Gang. Die schwerwiegendste dabei: Statt 8 Euro pro Quadratmeter an die stadteigene Sprikenhof AG zu zahlen, müsste das Bezirksamt 15 Euro pro Quadratmeter an einen privaten Investor berappen. Das wären dann schlappe drei Millionen Euro Mietkostensteigerung pro Jahr. Die Stadt muss schon ein großes objektives Interesse an der Bebauung des fraglichen Grundstückes in der Hafencity haben, damit ein solches Geschäft überhaupt vertretbar ist. Wie dieses Interesse ausgesehen hat, wurde mir jedenfalls bis heute nicht erklärt.

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Die Fahrrad- und Fussgängerverbidung an der Autobahnelbbrücke wird es nicht geben

Keine Querung für Fußgänger und Radfahrer

Keine Querung für Fußgänger und Radfahrer

An der Autobahnelbbrücke über die Norderelbe wird es keine Verbindung für Fußgänger und Radfahrer geben. Das geht aus der Antwort des Senates auf eine kleine Anfrage der Bürgerschaftsabgeordneten Carola Veit hervor. Carola berichtet darüber auf ihrer Webseite.

Mit einem Antrag in der letzten Wahlperiode hatte sich die SPD-Bürgerschaftsfraktion für einen an die Autobahnbrücke A 1 „angehängte“ Fußgänger- und Fahrradfahrerbrücke stark gemacht, die im Rahmen der IBA hätte realisiert werden können. Der Antrag scheiterte an der damaligen absoluten Mehrheit der CDU-Fraktion. Deren Bürgerschaftsabgeordneter Jörn Frommann sprach damals vollmundig von der Einrichtung einer Fährverbindung. Doch dieses Trostpflaster mit dem er sich offensichtlich für seine Ablehnende Haltung gegenüber den Wilhelmsburgern entschuldigen wollte erwies sich als hohles Gerede.

Auf die Entsprechende Frage von Carola Veit antwortete der Senat:

Die Prüfung hat ergeben, dass die Einrichtung eines Fährverkehrs über die Norderelbe Investitionen in Millionenhöhe für die zu erstellenden Anleger erfordern würde und hohe Betriebskosten für den Fährverkehr bei insgesamt geringer Nachfrage zur Folge hätte. Vor diesem Hintergrund wird das Projekt derzeit nicht verfolgt.

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60% aller Kinder in den Kindertageseinrichtungen in Hamburg-Mitte haben mindestens einen ausländischen Elternteil

Kinder - Quelle: Woodley Wonderworks

Kinder - Quelle: Woodley Wonderworks (cc)

Das Statistikamt Nord hat interessante Zahlen über den Anteil an Kinder ausländischer Herkunft in Tageseinrichtungen in den Bezirken Hamburgs veröffentlicht.

Anfang März 2009 hatten fast 38 Prozent aller in Hamburger Kindertageseinrichtungen betreuten Kinder mindestens einen aus dem Ausland stammenden Elternteil. Das ist ein Prozent mehr als im Vorjahr. Der Anteil der Kita-Kinder ausländischer Herkunft war mit 60 Prozent im Bezirk Hamburg-Mitte am höchsten, so das Statistikamt Nord.

Auch der Bezirk Harburg wies mit 46 Prozent eine überdurchschnittliche Quote auf. Vergleichsweise wenige Kinder mit Migrationshintergrund gab es in den Kitas der Bezirke Wandsbek (32 Prozent), Eimsbüttel (30 Prozent) und Hamburg-Nord (27 Prozent).

Insgesamt hatten fast 26 500 Kita-Kinder ausländische Wurzeln, das waren knapp sechs Prozent mehr als vor Jahresfrist. Auch ihr Anteil an allen in Tageseinrichtungen betreuten Kindern ist geringfügig gestiegen.

Das durch den hohen Anteil besondere Anforderungen an die Betreuungseinrichtungen gestellt werden zeigt eine weitere Statistik aus dem letzten Jahr: Lediglich 39 Prozent der in Hamburger Tageseinrichtungen betreuten Kinder von Eltern ausländischer Herkunft sprechen in der Familie vorrangig deutsch.

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Das Hafenmuseum im Abbau: Schliessung nicht ausgeschlossen

Hafenmuseum

Hafenmuseum

Heute musste die Direktorin des Museums der Arbeit Prof. Dr. Kirsten Baumann den ehrenamtlichen Helfern und Mitarbeitern des Hafenmuseums eine bittere Nachricht überbringen: Aufgrund der Sparvorgaben des Senates muss die Stiftung Historische Museen Hamburg erhebliche Mittel einsparen. Die Folge: Der Stiftungsrat hat beschlossen, das Hafenmuseum in diesem Jahr für Besucher zu schließen. Ob dieser Beschluss vollkommen umgesetzt wird, oder ob es gelingt wenigstens an den Wochenenden zu öffnen ist noch ungeklärt.

Durch die Schließung sollen gerade einmal 80.000 EUR eingespart werden. Besonders absurd stellt sich die Situation des Hafenmuseums dar, weil von der Kulturbehörde gerade ein Gutachten Auftrag gegeben worden ist, wie das Hafenmuseum langfristig ausgebaut, und dabei erheblich vergrößert werden kann. Dieses Gutachten kostet, so hört man, alleine schon 140.000 EUR.

Die ehrenamtlichen Helfer des Museums reagierten mit Enttäuschung auf die Botschaft. Sie würden freiwillig und ohne Bezahlung wertvolle Arbeitszeit in den Aufbau und Erhalt des Museums zum Wohle der Hansestadt investieren, der Senat würde das Engagement aber nicht angemessen honorieren, sondern im Gegenteil immer fordern und noch mehr fordern. Sie machten auch klar, das ohne ihre Arbeitszeit die Kosten für das Museum erheblich steigen würden, selbst wenn es nur um den Erhalt und die Aufbewahrung der Exponate ginge. Eine Schließung für den Besucherverkehr hätte daher statt Einsparungen nur höhere Kosten zur Folge.

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Kinderarmut in Hamburg: Die Veddel wieder knallrot

Artikel über Kinderarmut in der "Bild"Nein, in Sachen Kinderarmut ist  die Veddel nicht “Spitze”. Diesen Titel trägt der Stadtteil Dulsberg. Aber die Silbermedallie in diesen Rennen zu tragen, ist schlimm genug. Die “Bild” veröffentlichte letzte Woche eine Grafik, in der die Veddel wieder einmal in knallroter Farbe abgedruckt war.

In Dulsberg leben nach den Zahlen von 2008 54,4% der Kinder von staatlicher Unterstützung, die Veddel folgt mit einem Anteil von 52,6%. In Billstedt liegt der Wert mit 51,1% kaum geringer, und Wilhelmsburg folgt mit 49,7%. Insgesamt waren in Hamburg 26% aller Kinder von staatlichen Leistungen abhängig.

Erstmalig wurden in der Statistik alle staatlichen Hilfeleistungen zusammengefasst. Die Hilfequote bei Kindern ist in Hamburg doppelt so hoch, wie die der Erwachsenen. Das Kinder ein Armutsrisiko darstellen, wird schon lange diskutiert. Die Lage auf der Veddel kann aber kaum überraschen, befinden wir uns doch in dem ärmsten Stadtteil Hamburgs.

Für die Bezirkspolitik stellt sich die Frage, mit welchen Maßnahmen man die Situation der Kinder abfedern kann, und zwar vor dem Hintergrund das gerade Hamburg-Mitte in besonderer Weise von dem Problem betroffen ist. Hier brennt es sozusagen an jeder Ecke. Im Rahmen der Möglichkeiten wird auf der Veddel einiges getan.

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