In einer anderthalb Stunden langen Diskussion befürworteten die Mitglieder des IBA/igs Beteiligungsgremiums die Baumfällungen, die im Vorfeld der Internationalen Gartenschau für viel Gesprächsstoff und Proteste gesorgt haben. In den Diskussionsbeiträgen wurde zwar Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit der igs laut, aber die Maßnahmen an sich wurden befürwortet. Eine Teilnehmerin fasste in der Diskussion die laut gewordenen Proteste mit prägnanten Worten zusammen: In Wilhelmsburg solle alles besser werden, aber nichts dürfe sich verändern.
Claus Kriegs, der die igs im Beteiligungsgremium vertritt, gab zu das die Macher der Gartenschau bei den einzelnen Projekten nicht dargestellt hätten, wie viele Bäume den Maßnahmen jeweils zum Opfer fallen. Andererseits hatte niemand die Menschen auf die schockierenden Eindrücke vorbereiten können, die gerodete Flachen bei den Betrachtern hinterlassen. Auch eine noch bessere Öffentlichkeitsarbeit hätte das nicht verhindern können.
Natürlich wurden auch die Bemühungen der igs nicht so viele Bäume zu fällen, wie Genehmigungen beantragt positiv gewürdigt. Außerdem hatte das Gremium sich bereits vorher darauf verständigt, sich über Fragen des Umweltausgleiches informieren zu lassen.
Der Diskussion folgte kein Beschluss des Gremiums, aber das Meinungsbild war, trotz zwiespältiger Gefühle eindeutig. Die Pläne der Gartenschau seinen umfangreich präsentiert und diskutiert worden. Jeder Ortskundige hätte wissen können, was dies für den Baumbestand bedeute.
Für den schiffbaren Kanal zum Rathaus wurde eine Schneise durch den Baumbestand geschlagen
Nachdem die Internationale Gartenschau (igs) wegen der Pläne zahlreiche Bäume zu fällen unter heftige Kritik geraten ist, geht sie jetzt mit ihrer eigenen Darstellung an die Öffentlichkeit. Anlässlich einer Pressekonferenz im Bürgerhaus veröffentlichte sie zu den Arbeiten eine Erklätung, die ich hier wiedergebe. Dabei kann kaum überraschen, das die igs die Baumfällungen für die nun beginnenden, großflächigen Arbeiten auf dem Gartenschaugelände für erforderlich hält:
Der Umbau des Wasserwerks zu einem attraktiven Gartenlokal mit Terrassen zu den Rathauswettern, der Bau einer der modernsten Kletterhallen Norddeutschlands oder der Ausbau eines Kanukanals im Parkgelände sind nur einige der Bausteine für den Park der Zukunft, der in Wilhelmsburg entstehen soll. Um diese Projekte umzusetzen, hat die internationale gartenschau hamburg (igs 2013) beim Bezirksamt Hamburg-Mitte die dafür erforderliche Fällung von Bäumen auf dem Gartenschaugelände für die jetzige Fällsaison beantragt. Dies hat in der Öffentlichkeit Irritationen ausgelöst. Hierzu Heiner Baumgarten, Geschäftsführer der igs 2013:
„Wir legen viel Wert darauf, die Planungen zur Gartenschau optimal an den bestehenden Baumbestand anzupassen. Die Entwürfe wurden mehrfach geändert, um Bäume erhalten zu können. So haben wir die geplante Wegeführung entlang der Gewässer Kükenbrack und Mahlbusen verändert, um den Baumbestand zu schützen und die Störungen an den Gewässerrändern möglichst gering zu halten. Dennoch werden für die Parkgestaltung, insbesondere für die späteren Spiel-, Sport- und Freizeitnutzungen eines modernen Parks, freie Flächen benötigt, um unser Ziel zu erreichen: einen Park für alle Kulturen und Generationen mit Vorbildcharakter für andere große Metropolen“.
Insgesamt stehen auf dem rund 100 Hektar großen Gartenschaugelände hochgerechnet 20.000 Bäume, die sich aus den rund 6.000 erfassten Einzelbäumen mit einem Stammdurchmesser größer als 25 Zentimeter, kleineren Bäumen und den waldartigen Beständen zusammensetzen. Die Landschaftsbauarbeiten werden 2010 auf dem gesamten Gartenschaugelände große Fortschritte machen. Es werden unter anderem Leitungen verlegt, Wege gebaut, Gewässer entschlammt und mit dem Bau der Kletterhalle begonnen. Beispielsweise für den Bau des neuen Schwimmbads und der Kletterhalle, für den Wegebau oder die Grabenunterhaltung müssen Bäume weichen.
Auf der Bundesgartenschau in Schwerin präsentierte sich die Internationale Gartenschau (igs) mit einem kleinen Garten, der die runde Form des igs-Logos nachbildet. Dieser Garten soll jetzt auf dem Wilhelmsburger Platz wieder entstehen. Das hat der Stadtteilbeirat in seiner gestrigen Sitzung entschieden.
Die igs hatte zwei Vorschläge unterbreitet, und zwar die unzugängliche Grünfläche in der Mitte des Busbahnhofes Veddel und eben den Wilhelmsburger Platz. Herr Denien von der igs hatte sich im Regionalausschuss Wilhelmsburg-Veddel für den Busbahnhof ausgesprochen, weil der Garten als Symbol vom Bahnsteig aus zu sehen sein, und die igs befürchten würde, das die Pflanzen auf den gut zugänglichen Wilhelmsburger Platz gestohlen werden könnten.
Uns allerdings war der Platz nahe am Wohnquartier lieber, sollte der Garten doch zum Aufenthalt einladen. Wir haben wir der igs empfohlen, die Frage vom Stadtteilbeirat entscheiden zu lassen.
Nachdem sich die Beiratsmitglieder auf der Veddel umgehört haben erklärte der Vorsitzende der Islamischen Gemeinde Veddel Zeki Yazici, das sein Verein auch über 2013 hinaus eine Patenschaft für den Garten übernehmen würde, wenn dafür keine Kosten entstehen würden. Davon zeigte sich auch die Vertreterin der igs hocherfreut.
Das Bild zu diesen Eintrag wurde mir übrigens freundlicherweise von Christian Mund überlassen. Ich fand es auf seiner Webseite www.himbeergelb.de.
Die Internationale Gartenschau (igs) gerät unter Druck. Die Ankündigung über 2.000 Bäume in Wilhelmsburg für die Herrichtung des Gartenschaugeländes fällen zu wollen, stößt auf erhebliche Kritik im Stadtteil. Das es für die Gestaltung eines Parks notwendig ist an einer Stelle Bäume zu fällen, und an anderer Stelle neue anzupflanzen ist wohl unbestritten. Aber welches ist dabei das richtige Maß?
Mit dieser Frage beschäftigt sich der Regionalausschuss Wilhelmsburg-Veddel in seiner morgigen Sitzung um 18:00 Uhr im Rathaus Wilhelmsburg. Für die Sitzung wurden zwei Vertreter der igs eingeladen.
Besonders augenscheinlich wird das Problem derzeit am Bürgerhaus Wilhelmsburg. Für den dort geplanten See mussten dort sämtliche Bäume gefällt werden. Dafür ist in diesem Fall aber nicht die igs verantwortlich, sondern der “Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG)”. Das optische Ergebnis ist aber das gleiche: Das Bild der gerodeten Fläche schockiert.
Der Geschäftsführer der igs, Heiner Baumgarten warb in der Harburger Rundschau um Nachsicht für die Fällaktion: “Hier entsteht keine bloße Blümchenschau, sondern ein hochwertiger Park mit Schwimmbad und Sporthallen, neuen Wasserstraßen, beleuchteten Wegen, gehobener Gastronomie und Kiosken für den kleinen Hunger unterwegs.”
Der “Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg” hat dagegen am Sonntag eine Pressemitteilung zu dem Thema verschickt, die ich hier wiedergebe:
Sie sind da: Die Angestellten der Internationalen Bauaustellung (IBA) haben ihre Arbeit in ihrem neuen Domizil, dem IBA-Dock im Müggenburger Zollhafen aufgenommen. Nach ihrem Umzug fand Montag die erste Mitarbeiterbesprechung statt.
Mit einer kleinen Gruppe von Veddelern haben wir bei der Besprechung nach einem alten Brauch etwas Brot und Salz für die neuen Nachbarn vorbeigebracht, und wurden sehr herzlich empfangen.
An der Ausstattung des IBA-Docks wird noch gearbeitet. Während die Büros bereits bezogen sind, ist die drei Stockwerke hohe Eingangshalle noch ohne Ausstattung. Hier soll demnächst die Ausstellung der Projekte einziehen. Außerdem, so IBA-Chef Ulli Hellweg, soll der Raum als “Agora” dienen.
Die Agora war im antiken Griechenland ein großer Versammlungsplatz oder Markt im Zentrum einer Stadt, er diente als politische und juristische Versammlungsstätte, erfüllte die Funktionen eines Marktplatzes.
Das hört sich gut an. Auf der Veddel gibt es einen neuen attraktiven Ort für öffentliche Veranstaltungen, Ausstellungen oder Feste, er ist für Initiativen oder Vereine aus den Stadtteilen der Elbinseln offen.
Am Montag, den 09. November 2009 werden ab 19.00 im Bürgerhaus Wilhelmsburg die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses zur Verkehrsplanung im Hamburger Süden öffentlich vorgestellt.
Auf einem Info-Markt können sich Interessierte ab 17.00 Uhr mit den aktuellen Planungen und den im Beteiligungsprozess diskutierten Alternativen auseinandersetzen.
Auf der Veranstaltung werden der Verlauf, die Themen und die Ergebnisse des sechsmonatigen Beteiligungsverfahrens vorgestellt und mit der Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt diskutiert. Seit Juni 2009 haben Vertreter aus Initiativen, Unternehmen, Verwaltung und Politik in neun Veranstaltungen intensiv über die Wilhelmsburger Reichsstraße, die geplante Hafenquerspange und ein Verkehrskonzept für den Hamburger Süden diskutiert.
Bei Hamburg1 gibt es eine Reihe von Videos unter dem Titel Elbinselreportage abzurufen. Darunter ist dieser Bericht über das Haus der Projekte und den Elbstromer-Ponton:
Dort wo in der Mengestraße heute ein unansehnliches Sportfeld ist, soll eines der größten Bauvorhaben der IBA entstehen: Der neue Sitz der Bau- und Umweltbehörde, offiziell Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt genannt, will aus der Innenstadt hierher in ein neues Gebäude ziehen. Es gibt dabei nur ein Problem: Das Schwimmbad Wilhelmsburg ist im Weg.
Zwar könnte das Hallenbad mit seinem 25 Meter langen Schwimmbecken erhalten bleiben, aber die Liegewiese im Aussenbereich und der dort befindliche Pool müssten wegfallen.
Nun wurde im Zuge der IBA-Planungen wiederholt über die Zukunft des Bades gesprochen. Eigentlich sollte es auf das IBA/igs-Gelände auf der anderen Straßenseite verlegt werden. Die Forderung war, das der Neubau fertig sein muss, bevor das alte Bad abgerissen wird.
In der letzten Sitzung des IBA/igs-Beteiligungsgremiums berichtete ein Vertreter über den aktuellen Stand der Diskussion. Es wurde bekannt, das im Augenblick überlegt werde, auf einen Neubau des Schwimmbades ganz zu verzichten, und nur noch die jetzt bestehende Halle ohne die Aussenanlagen zu nutzen. Andererseits hätte es Vorstellungen gegeben, das ein neues Schwimmbad in Wilhelmsburg ein Spassbad, wie etwa in Harburg sein müsse, was einen entsprechenden sehr hohen Eintrittspreis zur Folge hätte.
Am Wochenende fand im BallinPark auf der Veddel das Sommerfest der Internationalen Gartenschau igs statt. Als “Sommer im Park” gastiert dieses Fest jedes Jahr in einer anderen Grünanlage in Hamburg. So war der Sommer im Park vorletztes Jahr in Park an der Mengestraße, und letztes Jahr in Wandsbek.
Leider haben es die Organisatoren versäumt, die Initiativen, Vereine und Geschäfte des Quartiers rechtzeitig in die Planung des Events mit einzubeziehen, was bestimmt mehr Beteiligung und mehr Besucher von der Veddel angelockt hätte. Andererseits ist das Fest aber auch für die Hamburger gedacht, die unterschiedlichen Parks in verschiedenen Stadtteilen gelockt werden sollen.
Eine Absicht die durchaus erreicht wurde. Vor allem am Sonnabend sind viele Besucher in den BallinPark gekommen. Sonntag war es etwas weniger, aber da waren auch noch andere Feste in der Stadt und das Wetter hat nicht so richtig mitgespielt. Trotzdem habe ich auch viele Leute von der Veddel und aus Wilhelmsburg getroffen.
Nachdem vor allem die Wilhelmsburger im letzten und vorletzten Jahr viel Eventlärm auszuhalten hatten, wird es in der kommenden Festivalsaison wesentlich ruhiger für sie zugehen. Langweilig wird es trotzdem nicht. Das vor allem der intensiven Arbeit des Regionalausschusses zu verdanken.
Anders als in den vergangenen Jahren haben die politischen Vertreter der Elbinseln das letzte Wort in Sachen Festivals. Nachdem wir uns durch eine Anhörung einen Überblick über die Genehmigungspraxis und die Probleme der verschiedenen Beteiligten verschafft hatten, konnten wir durch eine Serie von Beschlüssen erhebliche Verbesserungen durchsetzen.
Das dabei das Grünanlagefestival auf der Strecke geblieben ist, war vorauszusehen. Mit den wummernden Bässen der Technomusik war schließlich die ganze Elbinsel ein Wochenende lang beschallt worden. Das eine solche Veranstaltung nicht in der Nähe von Wohngebieten durchgeführt werden kann, war danach klar geworden, zumal die Veranstalter sich nicht um die Beschwerden der Bevölkerung gekümmert haben.