Drogen- und Alkoholkonsum ist ein auch in unseren Stadtteilen leider viel zu häufig vorkommendes Problem, das auch und gerade junge Menschen betrifft.
Die Beratungsangebote, die in Kooperation mit der regionalen Jugendarbeit suchtgefährdete Jugendliche und junge Erwachsene erreichen können, sollen im kommenden Jahr erweitert werden.
Zu den bereits bestehenden Beratungsangebote in Altona, Bergedorf, Harburg, Hamburg-Nord und Wandsbek soll ein Angebot in Hamburg-Mitte hinzukommen. Das entsprechende Ausschreibungsverfahren wurde jetzt durch Sozialbehörde eingeleitet.
Jugendliche sollen möglichst frühzeitig zu erreicht werden, um einem Suchtmittelmissbrauch vorzubeugen. In fünf Bezirken gibt es bereits spezifische Angebote, in denen dies scheinbar gelingt. Nun soll in enger Kooperation der Gesundheitsbehörde und dem Bezirk Hamburg-Mitte ein Weiteres folgen.
Am 18. Dezember strahlte der Deutschlandfunk einen Beitrag über “Veddel Streetz” aus. In der Reportage sprechen die Jugendlichen über ihre Motive und über Hip-Hop.
Die Sendung ist nicht nur lehrreich für die in der Überschrift genannten CDU-Mitglieder und Journalisten, von denen ich weiß das sie meinen Blog lesen. Also bitte auf den Link klicken und anhören, auch die Textzeilen aus “Steh auf”, die Karaman Yavuz in seinem Bericht für das “Hamburg-Journal” bewusst unterschlagen hat.
Die Diskussion um “Veddel Streetz” und das HdJ Veddel hat in den letzten zwei Wochen breiten Raum eingenommen. Mit diesem Eintrag schließe ich das Thema, wenn nicht noch etwas sehr aufregendes passiert, ab.
Gestern Abend tagte die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte, und gab dem Haus der Jugend Veddel und seinem Leiter im Streit um Hip-Hop-Videos volle Rückendeckung.
Die CDU hatte zu dem Thema einen Antrag in die Bezirksversammlung eingebracht, der erkennbar einzig darauf ausgerichtet war, mit Berichten in die Presse zu kommen.
Dieser Antrag wurde von den Fraktionen der Linken, der GAL, der SPD und den Abgeordneten der FDP in einer zum Teil leidenschaftlich geführten Debatte zurückgewiesen. Zwar schaffte es die CDU noch einheitlich für ihren Antrag zu stimmen, doch wurde mir bei Gesprächen, die ich am Rande der Bezirksversammlung geführt habe auch aus CDU-Kreisen viel Sympathie für meine Position bekundet. Das der CDU-Antrag relativ weich formuliert war, führe ich deswegen auch auf Widerstand und Diskussionen innerhalb der Unionsfraktion zurück.
Besonders bedanken möchte ich mich bei dem FDP-Abgeordneten Patzer. Er wies den Antrag der CDU wie die anderen Fraktionen nicht nur sachlich zurück, sondern gab mir gegenüber vor der Bezirksversammlung eine Art Ehrenerklärung ab.
Diese Woche wurde noch einmal die Geschichte über die Videos von Veddel Streetz und die Arbeit des HdJ Veddel aufgerührt. Sowohl das “Hamburg Journal” als auch die “TAZ” verwiesen in ihrer Berichterstattung auf meinen Blog. Das gibt mir Gelegenheit, noch einmal zu erklären, worum es mir geht: Eine differenzierte Diskussion.
Jugendliche, nicht nur auf der Veddel sondern überall, pflegen ihre eigene Kultur und sind auf der Suche nach ihrer eigenen Identität. Viele finden falsche Vorbilder. Sogenannte Gangsta-Rapper, Bushido, Sido oder Public Enemy stehen mit problematischen Liedern und Texten ganz hoch im Kurs, ihre Botschaften werden auch von den Medien verbreitet.
Hip Hop ist die am weitesten verbreitete Jugendkultur, und auch die noch nicht ganz Erwachsenen in meinem Stadtteil gehören zu ihren Anhängern.
Die Häuser der Jugend machen eine offene Jugendarbeit. Offen bedeutet, das die Jugendlichen das HdJ freiwillig aufsuchen. Wir erwarten ganz selbstverständlich, das sich die Betreuer gerade auch um die problematischen Jugendlichen kümmert, um “sie von der Straße zu holen”, wie es oft heißt, und um ihnen Werte und Perspektiven zu vermitteln.
Dabei müssen sie notwendigerweise auf die Jugendlichen eingehen, sie da abholen wo sie sind. Anders kann das gar nicht funktionieren. Manchmal kommt es auch dabei zu einer Gratwanderung, die man kritisch, aber bitte konstruktiv begleiten muss.
Den neuesten Eintrag zu diesem Thema finden Sie [hier] Das Haus der Jugend Veddel versucht die Jugendlichen einzufangen, und mit ihnen zu arbeiten. Ein gutes Projekt ist die Arbeit mit den Rappern von Veddel Streetz. Gewiss, sie sind keine Kinder von Traurigkeit, doch gerade hier ist die Jugendarbeit besonders wichtig. Man zeigte ihnen, das es auch ohne gewaltverherrlichende und sexistische Texte geht. Und dann kommt Veddel Streetz ausgerechnet mit ihren härtesten Zitaten in die Presse. Sie lernen, das sie mit gewaltverherrlichenden Texten Erfolg haben und Aufmerksamkeit bekommen. Das zerstört die gute Arbeit des Hauses der Jugend Veddel.
Zuerst berichtete das “Hamburg Journal” des NDR in einer einseitigen und sensationsheischenden Weise. Heute folgte die Hamburger Morgenpost. Klar, ich weiß das die Presse lieber über die skandalisierbaren Geschichten berichtet. Ich weiß auch, das in der Mopo die Buchstaben zu groß sind, um fundiert zu schreiben. Was bei dem Medienberichten aber zu kurz kommt, oder wie beim NDR bewusst weggelassen wird, sind die Erfolge und die positiven Effekte.
Wer berichtet, das der mit dem Deutschen Jugendvideopreis 2008 ausgezeichnete Film “Blind Date”, übrigens mit Beteiligung der Polizei Hamburg und Dunkelziffer e.V. Beiträge von “Veddel Streetz” enthält? Oder das die Filmmusik von “Herzlich Willkommen in Santa Fu”, der den Preis des Bündnisses für Demokratie und Toleranz 2006 erhalten hat in Kooperation mit dem Haus der Jugend Veddel entstanden ist? Und wer hat berichtet, das die Gruppe mit ihrem neuesten Video “Steh auf” (in diesem Eintrag verlinkt) von gewaltverherrlichenden Texten abgesehen hat?
Ich akzeptiere Skandalisierung bei allem was Politiker machen, aber im Jugendhilfebereich hat auch die Presse eine gesellschaftlichew Verantwortung. Und dieser muss sie auch nachkommen.
Nachtrag: Besonders enttäuscht bin ich vom Redakteur der TAZ,
Inzwischen ist die Begrüßung des neuen Auszubildendenjahrganges bei der Kupferhütte Norddeutsche Affinerie (NA) jedes Jahr ein fester Termin in meinem Kalender. Nicht nur das die “Affi” der größte Betrieb im Stadtteil ist, sie bemüht sich auch in besonderer Weise um die Ausbildung der jungen Menschen von der Veddel.
Für die erfolgreichen Absolventen des Hauptschulzweiges der Schule Slomanstiegist es sehr schwer einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Nicht nur das Hauptschüler es generell schwerer haben, auch die Postleitzahl in dem Bewerbungsschreiben dürfte in vielen Betrieben Minuspunkte bringen.
Zu Unrecht, denn wenn man den jungen Leuten eine Chance bietet, beweisen sie oft schnell, das sie fleißig und lernbegierig sind.
Deshalb ist die Schule Slomanstieg mit der NA eine Kooperation mit dem Programm “9+” eingegangen.
Den neuesten Eintrag zu diesem Thema finden Sie [hier] Die Veddel wird in den letzten Jahren oft mit positiven Entwicklungen in Verbindung gebracht. Meistens ist dann die Rede von den Studenten, die in das Viertel gezogen sind, und den Wirkungen die das angeblich mit sich gebracht hat.
Nun war das Programm zur Ansiedlung von Studenten sicherlich ein Erfolg, aber die Berichterstattung in den Medien, zuletzt im Uni-Spiegel oder in der Prinz wird mit ihrem einseitigen Fokus allein auf diese Gruppe dem Stadtteil nicht gerecht. Sie ist vielmehr oberflächlich recherchiert und manchmal ein bisschen ärgerlich, denn sie ist genauso stereotyp wie die Vorurteile, mit denen wir früher noch stärker zu kämpfen hatten als heute.
Im Verborgenen hat sich in den letzten Jahren eine Entwicklung vollzogen, die eben soviel Aufmerksamkeit verdient, und diejenigen betrifft, die hier geboren und aufgewachsen sind: Es hat sich eine beachtenswerte Jugendkultur entwickelt, die ihren Ausdruck in der Rap-Gruppe “Veddel Streetz” gefunden hat.
Daran hat übrigens das vom Bezirk getragene Haus der Jugend einen Anteil gehabt, und in diesem Sommer hat Veddel Streetz als eines von mehreren von der Europäischen Union geförderten LOS-Projekten den Stadtteil auf einer Präsentation in Berlin vertreten.
Dazu war es allerdings notwendig, das die Gruppe aus der Ecke der sexistischen und gewaltverherrlichenden Texte herauskamen. Das die coolen Jungs dennoch nicht ganz angepasst sind und nebenbei das Vorurteil wiederlegen, das sie nicht politisch denken können beweisen sie in dem folgenden Video. Kultur findet eben nicht nur in der Staatsoper statt. Print-Journalist: Bitte übernehmen Sie!
Ja, richtig gelesen: die Bundeskanzlerin Angelika Merkel kommt auf die Veddel. Aber keine Angst, sie kommt nicht in das Wohnquartier, sondern besucht die Norddeutsche Affinerie (NA) auf der Peute.
Im Rahmen einer bundesweiten Informationsreise wird sie am 27. August dabei sein, wenn die NA ihren diesjährigen Ausbildungsjahrgang begrüßt.
Und das ist das Beste an dieser Meldung: Dieses Jahr werden in dem Industriebetrieb 60 Auszubildende eingestellt. Dazu kommen 13 Berufspraktikanten, die nach ihrem Hauptschulabschluß auf der Schule Slomanstieg im Programm “9 Plus” teilnehmen. 9 Plus ist eine Kooperation zwischen der NA uns der Schule Slomanstieg, die denjenigen die noch keinen Ausbildungsplatz bekommen haben auf der einen Seite noch weitere Fertigkeiten im Unterricht vermittelt, und auf der anderen Seite im Betrieb praktische Erfahrungen sammeln läßt.
Der erste Jahrgang dieses Projektes das im letzten Jahr gestartet ist, war sehr erfolgreich: Fast allen Teilnehmern konnten Ausbildungsplätze vermittelt werden.
Da ist es auch für mich als Sozialdemokraten selbstverständlich der Einladung der NA wie in den vergangenen Jahren zu folgen, selbst wenn Frau Merkel dabei ist.
Das die alten Formen der offenen Jugendarbeit, die das vom Bezirk getragene Haus der Jugend heute noch anbietet modernisiert werden müssen, ist nicht nur die Überzeugung von Jürgen Hensen, der die Einrichtung im Uffelnsweg leitet. Ein neues Konzept benötigt aber auch ein neues Gebäude.
Wie das Gebäude aussehen soll, das auf dem Südufer des Müggenburger Zollhafens errichtet wird, wurde jetzt von der IBA in einem Architektenwettbewerb ermittelt.
Der Siegerentwurf des Deutsch-Holländischen Architekturbüros NL-D wird wie nicht nur wie ein Bootshaus aussehen, sondern auch eine Bootswerkstatt beherbergen. Der Entwurf, der die Jury überzeugte integriert einen Portalkran, mit dessen Hilfe Boote aus dem Wasser gehoben und in die Werkstatt gefahren werden können.
Während in den beiden oberen Etagen weiter offene Jugendarbeit geleistet werden kann, ist die Werkstatt zu konkreter Hilfe und zu Ausbildungen fähig. Durch Qualifizierungen können so für Jugendliche bessere Chancen am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt geschaffen werden.
Wenn alles gut geht soll mit dem Bau bereits im Herbst begonnen werden. Im Frühjahr könnte der Innenausbau dann mit viel Eigenleistungen des Vereins “Get the Kick” fortgesetzt werden.