Archiv nach Kategorien: Umwelt - Seiten 2

Der Senat überfährt auf der Hafenquerspange die Bezirkspolitik

Impression einer Hochbrücke über die Süderelbe bei Moorburg (Illustration: DEGES)

Impression einer Hochbrücke über die Süderelbe bei Moorburg (Illustration: DEGES)

So führt man die Beteiligung der Bezirkspolitik ad absurdum. Weniger als ein Tag wurde den Bezirksversammlungen Harburg und Hamburg-Mitte eingeräumt, eine Stellungnahme zu einer Senatsdrucksache zum wichtigen Linienbestimmungsverfahren der Hafenquerspange zu formulieren und abzugeben. Die Mitglieder der Bezirksversammlungen arbeiten nicht hauptberuflich in der Politik. Drucksachen müssen meist nach Feierabend bearbeitet werden, man muss sich beraten. Schließlich tagt der zuständige Hauptausschuss ein mal monatlich.
Das ist natürlich auch in der mit dieser Angelegenheit befassten Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt bekannt. Der Vorgang kann daher als absichtliches Überfahren der Bezirkspolitik gesehen werden.

Offensichtlich will man die Entscheidung eine neue Autobahn durch Wilhelmsburg zu bauen möglichst rasch durchpauken. Die regelmäßigen Proteste des letzten Jahres gegen die Verkehrsplanungen zerren sichtlich an den Nerven der Verantwortlichen.

Der Senat verspricht sich die sogenannte Hafenquerspange, eine ausgewachsene Autobahn, im Süden Wilhelmsburgs billiger bauen zu können als parallel zur Köhlbrandbrücke. Dafür wäre eine neue Hochbrücke über die Süderelbe erforderlich. Allerdings hat eine solche Trassenführung auch gewaltige Nachteile:

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Kritik an den Baumfällungen durch die Internationale Gartenschau (IGS)

Mengepark (Quelle: Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e.V.)

Mengepark (Quelle: Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e.V.)

Die Internationale Gartenschau (igs) gerät unter Druck. Die Ankündigung über 2.000 Bäume in Wilhelmsburg für die Herrichtung des Gartenschaugeländes fällen zu wollen, stößt auf erhebliche Kritik im Stadtteil. Das es für die Gestaltung eines Parks notwendig ist an einer Stelle Bäume zu fällen, und an anderer Stelle neue anzupflanzen ist wohl unbestritten. Aber welches ist dabei das richtige Maß?

Mit dieser Frage beschäftigt sich der Regionalausschuss Wilhelmsburg-Veddel in seiner morgigen Sitzung um 18:00 Uhr im Rathaus Wilhelmsburg. Für die Sitzung wurden zwei Vertreter der igs eingeladen.

Besonders augenscheinlich wird das Problem derzeit am Bürgerhaus Wilhelmsburg. Für den dort geplanten See mussten dort sämtliche Bäume gefällt werden. Dafür ist in diesem Fall aber nicht die igs verantwortlich, sondern der “Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG)”. Das optische Ergebnis ist aber das gleiche: Das Bild der gerodeten Fläche schockiert.

Der Geschäftsführer der igs, Heiner Baumgarten warb in der Harburger Rundschau um Nachsicht für die Fällaktion: “Hier entsteht keine bloße Blümchenschau, sondern ein hochwertiger Park mit Schwimmbad und Sporthallen, neuen Wasserstraßen, beleuchteten Wegen, gehobener Gastronomie und Kiosken für den kleinen Hunger unterwegs.”

Der “Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg” hat dagegen am Sonntag eine Pressemitteilung zu dem Thema verschickt, die ich hier wiedergebe:

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Die Sache mit dem Eis auf den Wegen und Strassen

Streudienst auf der Veddel

Streudienst auf der Veddel

Es ist unübersehbar Winter. Nach mehrmaligen tauen und wieder gefrieren haben sich viele Wege und Straße in Eisflächen verwandelt. Die Situation ist, vor allem für ältere Bürger wirklich gefährlich. Die Räumdienste sind komplett überfordert. Bei mir laufen täglich Beschwerden über die Zustände auf, doch die Handlungsmöglichkeiten eines Bezirksabgeordneten sind beschränkt.

Die Fahrbahnen sind von der Stadtreinigung zu streuen. Vorrangig werden die Busverbindungen freigehalten, danach werden Straßen in einer festgelegten Hierarchie gestreut.

Auf den Fußwegen muss in der Regel der Anlieger streuen. Die SAGA/GWG kommt dieser Pflicht leidlich gut nach. Allerdings gibt es Privateigentümer, die sich um die Streupflicht überhaupt nicht kümmern. Leider kann man kein Bußgeld verhängen.
Ich habe auch schon Hauseigentümer angerufen, und mich beschwert. Manchmal hilft das. Wenn das nicht hilft muss man klagen, wenn man zu Schaden gekommen ist.

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Umweltausgleich muss in Hamburg-Mitte geleistet werden

Natur Quelle: Flemming Christiansen (via Flickr, CC Lizenz)Bei Bauvorhaben werden immer wieder Biotope gestört oder Lebensräume beeinträchtigt. Um einen Ausgleich zu schaffen, muss dafür an anderer Stelle eine Ausgleichsmaßnahme geschaffen werden, damit der Natur, wilde Tiere und Pflanzen Raum zum Überleben finden.

Wie so oft läuft dieses System über Geldzahlungen ab. Ein Bauherr muss eine bestimmte Summe in einen Fonds einzahlen, aus dem an anderer Stelle Umweltmaßnahmen finanziert werden.

In Hamburg-Mitte fallen oft Gelder für Umweltausgleiche an. Gerade auf den Elbinseln mit ihren Hafen-, Industie- und Gewerbeflächen werden viele Baumaßnahmen verwirklicht, die unter die entsprechenden Regelungen fallen. Aber gerade Wilhelmsburg besitzt auch viele unbebaute Flächen auf denen man etwas für den Umweltschutz tun kann.

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