In den vergangenen Jahren gab es ein Programm zur Ansiedlung von Studierenden auf der Veddel. Im Koalitionsvertrag haben die CDU und die GAL eine Fortsetzung vereinbart. Doch bis heute gibt es dazu keine verlässliche Information, wie dieser Willen konkret umgesetzt werden soll.
Mit dem Programm werden die Wohnungsmieten von der Kreditanstalt für Wiederaufbau auf das Niveau von Studentenheimen gedrückt. Derzeit sind die Mittel ausgeschöpft, Neuverträge werden nicht mehr abgeschlossen.
Bisher ist von Seiten des Senates keine Initiative erkennbar, die auf die Fortführung des Studierenden-Programms auf der Veddel zielt.
Um Genaueres zu erfahren, haben wir in der Bezirksversammlung einmal nachgefragt:
Trifft es zu, das der Senat in dieser Wahlperiode noch keine Initiativen zur Verlängerung des Studierenden-Programms auf der Veddel ergriffen hat?
Besteht die Absicht das Studierenden-Programm auf der Veddel zu verlängern fort?
Wenn die Absicht fortbesteht: Sollen die Bedingungen des Studierenden-Programms verändert werden?
Wenn die Absicht fortbesteht: Wann ist mit einer Initiative des Senates in dieser Angelegenheit zu rechnen?
Ich rechne in den nächsten Wochen mit einer Antwort. Falls es etwas neues gibt, wird es hier zu lesen sein.
Am 18. Dezember strahlte der Deutschlandfunk einen Beitrag über “Veddel Streetz” aus. In der Reportage sprechen die Jugendlichen über ihre Motive und über Hip-Hop.
Die Sendung ist nicht nur lehrreich für die in der Überschrift genannten CDU-Mitglieder und Journalisten, von denen ich weiß das sie meinen Blog lesen. Also bitte auf den Link klicken und anhören, auch die Textzeilen aus “Steh auf”, die Karaman Yavuz in seinem Bericht für das “Hamburg-Journal” bewusst unterschlagen hat.
Die Diskussion um “Veddel Streetz” und das HdJ Veddel hat in den letzten zwei Wochen breiten Raum eingenommen. Mit diesem Eintrag schließe ich das Thema, wenn nicht noch etwas sehr aufregendes passiert, ab.
Gestern Abend tagte die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte, und gab dem Haus der Jugend Veddel und seinem Leiter im Streit um Hip-Hop-Videos volle Rückendeckung.
Die CDU hatte zu dem Thema einen Antrag in die Bezirksversammlung eingebracht, der erkennbar einzig darauf ausgerichtet war, mit Berichten in die Presse zu kommen.
Dieser Antrag wurde von den Fraktionen der Linken, der GAL, der SPD und den Abgeordneten der FDP in einer zum Teil leidenschaftlich geführten Debatte zurückgewiesen. Zwar schaffte es die CDU noch einheitlich für ihren Antrag zu stimmen, doch wurde mir bei Gesprächen, die ich am Rande der Bezirksversammlung geführt habe auch aus CDU-Kreisen viel Sympathie für meine Position bekundet. Das der CDU-Antrag relativ weich formuliert war, führe ich deswegen auch auf Widerstand und Diskussionen innerhalb der Unionsfraktion zurück.
Besonders bedanken möchte ich mich bei dem FDP-Abgeordneten Patzer. Er wies den Antrag der CDU wie die anderen Fraktionen nicht nur sachlich zurück, sondern gab mir gegenüber vor der Bezirksversammlung eine Art Ehrenerklärung ab.
Diese Woche wurde noch einmal die Geschichte über die Videos von Veddel Streetz und die Arbeit des HdJ Veddel aufgerührt. Sowohl das “Hamburg Journal” als auch die “TAZ” verwiesen in ihrer Berichterstattung auf meinen Blog. Das gibt mir Gelegenheit, noch einmal zu erklären, worum es mir geht: Eine differenzierte Diskussion.
Jugendliche, nicht nur auf der Veddel sondern überall, pflegen ihre eigene Kultur und sind auf der Suche nach ihrer eigenen Identität. Viele finden falsche Vorbilder. Sogenannte Gangsta-Rapper, Bushido, Sido oder Public Enemy stehen mit problematischen Liedern und Texten ganz hoch im Kurs, ihre Botschaften werden auch von den Medien verbreitet.
Hip Hop ist die am weitesten verbreitete Jugendkultur, und auch die noch nicht ganz Erwachsenen in meinem Stadtteil gehören zu ihren Anhängern.
Die Häuser der Jugend machen eine offene Jugendarbeit. Offen bedeutet, das die Jugendlichen das HdJ freiwillig aufsuchen. Wir erwarten ganz selbstverständlich, das sich die Betreuer gerade auch um die problematischen Jugendlichen kümmert, um “sie von der Straße zu holen”, wie es oft heißt, und um ihnen Werte und Perspektiven zu vermitteln.
Dabei müssen sie notwendigerweise auf die Jugendlichen eingehen, sie da abholen wo sie sind. Anders kann das gar nicht funktionieren. Manchmal kommt es auch dabei zu einer Gratwanderung, die man kritisch, aber bitte konstruktiv begleiten muss.
Für Bezirksabgeordnete, die mit dem Elbinseln zu tun haben ist die “Hamburg Port Authority” (HPA) in der Nachfolge des Amtes für Strom und Hafenbau meistens ein harter Brocken. Wer meinen Blog ließt, wird auf Themen stoßen, in der ich mich mit der oft als “achter Bezirk” oder “kleines Königreich” bezeichneten HPA auseinandersetzen muss, beispielsweise [hier] oder [hier].
Doch jetzt gibt die HPA echte Leuchtzeichen ab, und schreibt sogar von Beteiligung der Bezirksversammlung bei Baugenehmigungen, wenn auch nur in sehr begrenzten Rahmen.
So wurde in diesem Jahr das Lagerhaus E in der Dessauer Straße zu einem Parkhaus umgebaut.
Das Parkhaus wurde durch zahlreiche Neonröhren rund um die Uhr beleuchtet. Der entstehende Lichtschein schien über die Freihafengrenze hinaus in die gegenüberliegenden Wohnungen an der Straße „Am Gleise“ und wird dort störend wahrgenommen, so das bei mir mehrere Beschwerden aufliefen.
Eine Frage, die sich bei den plötzlichen Plänen zur Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße oder der Hafenquerspange immer wieder stellt, ist die nach der Finanzierung. Die anderen Bundesländer wollen auch ihren Teil vom Kuchen des Verkehrsetats des Bundes. Die Gelder sind im Bundesverkehrswegeplan über Jahre im Voraus versprochen. Woher kommt der Optimismus der Senatsparteien, das aus Berlin dennoch Geld an die Elbe fließt?
Eine Antwort könnte die heutige Meldung des NDR sein: Hamburg profitiert vom Konjunkturprogramm.
Wie NDR 90,3 am Sonnabend berichtete, kommen der Hansestadt vor allem Mittel aus dem Investitionsprogramm “Verkehr” zugute. Für die Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen stehen in den kommenden beiden Jahren jeweils eine Milliarde Euro zur Verfügung.
Hamburg erhält laut NDR 90,3 zum Beispiel zwei Millionen Euro, um die Bundesfernstraßen auf dem Gebiet der Hansestadt instand zu setzen. Das sei vor allem deshalb notwendig, weil in den vergangenen Jahren bundesweit wichtige Neubauvorhaben und Autobahnerweiterungen auf Kosten der Reparaturen finanziert worden seien. Außerdem sollen mehr Mittel in den Ausbau des Güter-Umschlagbahnhofs Hamburg-Billwerder fließen.
Den neuesten Eintrag zu diesem Thema finden Sie [hier] Das Haus der Jugend Veddel versucht die Jugendlichen einzufangen, und mit ihnen zu arbeiten. Ein gutes Projekt ist die Arbeit mit den Rappern von Veddel Streetz. Gewiss, sie sind keine Kinder von Traurigkeit, doch gerade hier ist die Jugendarbeit besonders wichtig. Man zeigte ihnen, das es auch ohne gewaltverherrlichende und sexistische Texte geht. Und dann kommt Veddel Streetz ausgerechnet mit ihren härtesten Zitaten in die Presse. Sie lernen, das sie mit gewaltverherrlichenden Texten Erfolg haben und Aufmerksamkeit bekommen. Das zerstört die gute Arbeit des Hauses der Jugend Veddel.
Zuerst berichtete das “Hamburg Journal” des NDR in einer einseitigen und sensationsheischenden Weise. Heute folgte die Hamburger Morgenpost. Klar, ich weiß das die Presse lieber über die skandalisierbaren Geschichten berichtet. Ich weiß auch, das in der Mopo die Buchstaben zu groß sind, um fundiert zu schreiben. Was bei dem Medienberichten aber zu kurz kommt, oder wie beim NDR bewusst weggelassen wird, sind die Erfolge und die positiven Effekte.
Wer berichtet, das der mit dem Deutschen Jugendvideopreis 2008 ausgezeichnete Film “Blind Date”, übrigens mit Beteiligung der Polizei Hamburg und Dunkelziffer e.V. Beiträge von “Veddel Streetz” enthält? Oder das die Filmmusik von “Herzlich Willkommen in Santa Fu”, der den Preis des Bündnisses für Demokratie und Toleranz 2006 erhalten hat in Kooperation mit dem Haus der Jugend Veddel entstanden ist? Und wer hat berichtet, das die Gruppe mit ihrem neuesten Video “Steh auf” (in diesem Eintrag verlinkt) von gewaltverherrlichenden Texten abgesehen hat?
Ich akzeptiere Skandalisierung bei allem was Politiker machen, aber im Jugendhilfebereich hat auch die Presse eine gesellschaftlichew Verantwortung. Und dieser muss sie auch nachkommen.
Nachtrag: Besonders enttäuscht bin ich vom Redakteur der TAZ,
Der Senat hat die lang erwartete Entscheidung gefällt. Der Freihafen wird erheblich verkleinert. Das ist eine große Chance, sie hat nur einen Pferdefuß.
Versprechen sich die Verantwortlichen doch von der Aufhebung der Zollgrenzen, und der damit zukünftig überflüssigen Zollkontrollen, doch einen flüssigeren Verkehrsfluss im Hafen. Der Stau auf der Köhlbrandbrücke dürfte in Zukunft wesentlich seltener vorkommen, vorausgesetzt die Kreuzungen leiten den Verkehrsansturm schnell genug ab. Denn laut “Welt” rechnet die Hamburg Port Authority (HPA) allein durch die Aufhebung der Zollgrenzen mit einem 10% höheren Verkehrsaufkommen.
Es gibt allerdings ein weiteres Problem, das noch nicht geklärt ist. Die Aufhebung der Zollkontrollen öffnet zwei Durchfahrten, die bisher in den Nachtstunden und an Wochenenden für den Verkehr gesperrt waren.
Das bedeutet zusätzlichen Verkehrslärm in den besonders empfindlichen Zeiten für die in den umliegenden Stadtteilen lebenden Bevölkerung. Ungeklärt ist auch die Frage, ob die ehemalige Zufahrt Veddeler Damm wieder geöffnet wird.
Doch damit nicht genug. In Zukunft wird die zollrechtliche Abfertigung der Importwaren direkt an den Terminals erfolgen. Das eröffnet für die Speditionen die Möglichkeit, den Hafen vierundzwanzig Stunden am Tag zu verlassen. Eine weitere Zunahme des Frachtverkehrs in den Wohngebieten auf den Elbinseln wäre die unausweichliche Folge.
Das Problem bereits im Frühjahr erkennend, haben wir einen Antrag durch die Gremien der Bezirksversammlung gebracht, der sich dieses Themas annimmt:
Die Seniorenarbeit der AWO Veddel ist beachtlich. Nicht nur die tägliche Öffnung der Tagesstätte in der Katenweide muss organisiert werden, dreimal im Jahr geht es zu einer Ausfahrt in die Umgebung.
Karpfenessen in Appelbek, Spargelessen in Friedrichstadt und im November Grünkohlessen in Schwinge, ein niederdeutsches Theaterstück inklusive. Dieses Programm wird jedes Jahr von der Distriktsvorsitzenden Christel Strohsal angeboten. Wohlgemerkt in ehrenamtlicher Arbeit.
Und wie auf jeder Fahrt, ist der Bus auch diesmal wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Manche hauptamtlich betriebene Organisation hätte gerne so einen Zuspruch.
Grund genug für einen Bezirksabgeordneten mitzufahren, und einmal zu hören wo der Schuh so drückt. Und schließlich wartet ja noch der leckere Grünkohl!
Heutzutage ist der Nordteil der Veddel ein recht unwirtlicher Ort. Ein Zollamt nimmt den größten Teil des Geländes ein. Das war nicht immer so. Bis zum Jahr 1943 sah es hier aus wie in Ottensen. Gründerzeithäuser bestimmten das Bild. In diesem Stadtteil nahe am Hafen gab es zahlreiche Lokale und Tanzsäle, angeblich sogar mehr als auf St. Pauli.
Heute ist von der alten Pracht nur noch eine Spur übrig geblieben: Der Alte Ballsaal, der gerade von der IBA und einer Gruppe um Mathias Lintl aus seinem Dornröschenschlaf geweckt worden ist, und dabei in den Feuilletons der Hamburger Presse durchaus für Aufsehen gesorgt hat.
Doch jetzt ist das Märchen zu Ende: Die Hamburg Port Authority (HPA) will das vom Denkmalverein Hamburg als bedrohtes Denkmal geführte Gebäude noch im November abreißen.
Angeblich ist das Gebäude einsturzgefährdet, und bedroht die unmittelbar am Haus entlangfahrende S-Bahn.
Doch dieses Argument ist vorgeschoben. Denn wie ist es sonst zu erklären, das die HPA noch im Sommer Konzerte, Aufführungen und Ausstellungen in dem Gebäude erlaubt hat? Hat tatsächlich die Gefahr bestanden, dass der Ballsaal über den Besuchern zusammenbricht? In diesem Fall hätte die HPA doch mit dem Leben der Veranstalter und Besucher gespielt!
Hat sie aber nicht, denn Bedingung für die Erlaubnis zur Nutzung des Hauses hing unter Anderem von dem Ergebnis eines Gutachtens über die Standfestigkeit des Gebäudes ab. Dieses wurde von der IBA GmbH in Auftrag gegeben, und hatte ein eindeutiges Ergebnis: Die unmittelbare Standsicherheit des Alten Ballsaals ist gegeben.