Die Elbinsulaner die heute das Hamburger Abendblatt und die Harburger Rundschau gelesen haben können es sich zusammenreimen: Es kommt mehr Verkehr auf uns zu. Das ist zwar nicht neu, doch es wurde wieder ein Stückchen an der Schraube gedreht.
So sind die Pläne für eine Süderelbquerung der Hafenbahn in Bewegung geraten. Unter dem Titel “Definitiv keine neue Eisenbahnbrücke” meldet die Harburger Rundschau das Gegenteil. Doch die Brücke soll weiter westlich als Klappbrücke ausgeführt werden, damit die Harburger Seehäfen nicht vom Seeverkehr abgeschnitten werden.
Kenner der Diskussion wissen allerdings auch, das die von Altenwerder kommende Hafenbahn mit einem sogenannten “Überwerfungsbauwerk” über die Hauptbahntrasse in der Mitte Wilhelmsburgs herübergeführt werden soll. Denn am Ende der gemeinsamen Trasse sollen die Güterzüge hinter den Elbbrücken nach rechts abbiegen. Ohne das “Überwerfungsbauwerk” wären sie aber auf der “linken” Spur eingefädelt.
“Überwerfungsbauwerk” steht hier für eine Brücke. Sie muss oberhalb des Bahnprofiles, also in einiger Höhe die Hauptstrecke kreuzen. Es steht zu befürchten, das diese Konstruktion für eine weithin hörbare zusätzliche Lärmquelle in Wilhelmsburg wird.
Die Hamburg Port Authority (HPA) teilt mit, das die seit Januar ausgefallene Kattwykbrücke nach einer umfangreichen Reparatur am 15. Dezember ab 12.00 Uhr wieder für den Straßenverkehr und die Hafenbahn geöffnet werden soll.
Ende letzter Woche wurde demnach die Feinabstimmung zwischen dem Maschinenbau und der Steuerungstechnik abgeschlossen. Alle Antriebe - Haupt- Hilfs- und Notantrieb - seien jetzt voll funktionsfähig und betriebsbereit. Auch die anderen Anlagenteile, wie beispielsweise das Schienenschwenkwerk, die Brückenriegel, und die Niederhalter seien in die Steuerung eingebunden worden und funktionsfähig.
In den nächsten Tagen soll die Brücke mit sehr umfangreichen Tests probeweise in Betrieb genommen werden. Dabei werden unterschiedliche Fahrzustände durchgefahren und überprüft. Abschließende Arbeiten wie die Montage von Oberleitung und Fahrdrahtwagen oder die Fahrbahnmarkierung würden derzeit ausgeführt und lägen laut HPA voll im Zeitplan.
Die Kattwykbrücke war aufgrund eines gebrochenen Lagers für den Hafenbahn- und Straßenverkehr fast das ganze Jahr über gesperrt.
Eine Frage, die sich bei den plötzlichen Plänen zur Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße oder der Hafenquerspange immer wieder stellt, ist die nach der Finanzierung. Die anderen Bundesländer wollen auch ihren Teil vom Kuchen des Verkehrsetats des Bundes. Die Gelder sind im Bundesverkehrswegeplan über Jahre im Voraus versprochen. Woher kommt der Optimismus der Senatsparteien, das aus Berlin dennoch Geld an die Elbe fließt?
Eine Antwort könnte die heutige Meldung des NDR sein: Hamburg profitiert vom Konjunkturprogramm.
Wie NDR 90,3 am Sonnabend berichtete, kommen der Hansestadt vor allem Mittel aus dem Investitionsprogramm “Verkehr” zugute. Für die Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen stehen in den kommenden beiden Jahren jeweils eine Milliarde Euro zur Verfügung.
Hamburg erhält laut NDR 90,3 zum Beispiel zwei Millionen Euro, um die Bundesfernstraßen auf dem Gebiet der Hansestadt instand zu setzen. Das sei vor allem deshalb notwendig, weil in den vergangenen Jahren bundesweit wichtige Neubauvorhaben und Autobahnerweiterungen auf Kosten der Reparaturen finanziert worden seien. Außerdem sollen mehr Mittel in den Ausbau des Güter-Umschlagbahnhofs Hamburg-Billwerder fließen.
Ein 12-Punkte Programm ist das Herzstück des vom Senat verabschiedeten “strategischen Lärmaktionsplanes”. Doch nun muss noch sehr viel Arbeit in den Bezirken geleistet werden, denn der Lärmaktionsplan gibt im Wesentlichen allgemeine Handlungsempfehlungen. Konkrete Maßnahmen sollen vor Ort festgelegt werden.
Die EU hat eine Lärmschutzrichtline erlassen, nach der sind die Mitgliedsstaaten verpflichtet sind, den Lärm von Hauptlärmquellen in Ballungsräumen kartieren und Maßnahmen zur Lärmminderung unter Beteiligung der Öffentlichkeit zu erarbeiten sowie anschließend in Aktionsplänen zusammenzufassen. Dieser Verpflichtung ist der Senat nun ein Stück weit nachgekommen.
Die Umweltsenatorin erkennt in einer Pressemitteilung an, das “Lärm eines der unmittelbarsten Umweltprobleme ist”. Nach der gestrigen Senatsbefassung wird der Plan über das Bundesumweltministerium an die EU-Kommission weitergeleitet.
Der „Strategische Lärmaktionsplan“ ist die erste Planungsstufe zur konkreten Lärmminderung in Hamburg. Er betrachtet die Probleme auf ganz Hamburg bezogen. Im zweiten Schritt folgen im nächsten Jahr die Bezirke, die auf seiner Grundlage ihre besonders betroffenen Bereiche identifizieren und Maßnahmen zur Lärmminderung erarbeiten sollen.
Alle vorgeschlagenen Maßnahmenpakte stehen unter dem Vorbehalt einer fachlichen und rechtlichen Prüfung. Die nötigen Mittel zur Erarbeitung dieser Handlungskonzepte werden durch die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt bereitgestellt. Sie koordiniert auch die im nächsten Jahr anlaufende Lärmaktionsplanung in den Bezirken.
Der Senat hat die lang erwartete Entscheidung gefällt. Der Freihafen wird erheblich verkleinert. Das ist eine große Chance, sie hat nur einen Pferdefuß.
Versprechen sich die Verantwortlichen doch von der Aufhebung der Zollgrenzen, und der damit zukünftig überflüssigen Zollkontrollen, doch einen flüssigeren Verkehrsfluss im Hafen. Der Stau auf der Köhlbrandbrücke dürfte in Zukunft wesentlich seltener vorkommen, vorausgesetzt die Kreuzungen leiten den Verkehrsansturm schnell genug ab. Denn laut “Welt” rechnet die Hamburg Port Authority (HPA) allein durch die Aufhebung der Zollgrenzen mit einem 10% höheren Verkehrsaufkommen.
Es gibt allerdings ein weiteres Problem, das noch nicht geklärt ist. Die Aufhebung der Zollkontrollen öffnet zwei Durchfahrten, die bisher in den Nachtstunden und an Wochenenden für den Verkehr gesperrt waren.
Das bedeutet zusätzlichen Verkehrslärm in den besonders empfindlichen Zeiten für die in den umliegenden Stadtteilen lebenden Bevölkerung. Ungeklärt ist auch die Frage, ob die ehemalige Zufahrt Veddeler Damm wieder geöffnet wird.
Doch damit nicht genug. In Zukunft wird die zollrechtliche Abfertigung der Importwaren direkt an den Terminals erfolgen. Das eröffnet für die Speditionen die Möglichkeit, den Hafen vierundzwanzig Stunden am Tag zu verlassen. Eine weitere Zunahme des Frachtverkehrs in den Wohngebieten auf den Elbinseln wäre die unausweichliche Folge.
Das Problem bereits im Frühjahr erkennend, haben wir einen Antrag durch die Gremien der Bezirksversammlung gebracht, der sich dieses Themas annimmt:
Im Bürgerbeteiligungsgremium der IBA-IGS wurden gestern Abend die Pläne zur Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße durch den Staatsrat Dr. Stephan-Hugo Winters aus der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) vorgestellt. Der Vortrag stieß auf starkes Publikumsinteresse.
Der Sitzungssaal im Bürgerhaus platzte aus allen Nähten. Normalerweise verirrt sich nur wenig Publikum zu diesem stets öffentlich tagenden Gremium.
In der vorhergehenden Sitzung war bekannt geworden, das die Verlegung der Reichsstraße als Autobahn an die Bahnstrecke jetzt in der konkreten Planung sei. Das Gremium hatte daraufhin die BSU gebeten, zu den Planungen Stellung zu nehmen. Den Rest des Eintrages lesen »
Die lärmgeplagten Bewohner der Veddel, die ungeschützt an einer der Hauptbahnstrecken liegt, durften wieder einmal erfahren, das andere Stadtteile bevorzugt werden. Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt gab bekannt, das die Pfeilerbahn an der Versmannstraße einen “städtebaulich abgestimmten” Lärmschutz erhält, obwohl dort noch niemand wohnt.
Die Bahntrasse zwischen Oberhafenkantine und Elbbrücken wird gerade erneuert. Für den Lärmschutz an der Strecke hat der Senat auf kürzlich 400.000 Euro bewilligt. Eine 1,2 Meter hohe Betonbrüstung soll dort ein Geländer ersetzen.
Da die HafenCity “bereits in wenigen Jahren” mit einer neuen Wohnbebauung an den Trassen-Bereich heranwachsen soll, reagiere die Stadt damit früh auf künftige Lärmschutzbelange in dem innerstädtischen Quartier, heisst es in einer Pressemitteilung. Die Senatorin Anja Hajduk (GAL) hob hervor: „Die Betonbrüstung ist zugleich ein gestalterisch angemessener Abschluss des Dammbauwerks und leistet mit relativ geringem Aufwand einen wesentlichen Beitrag zum Lärmschutz für die künftige Wohnbebauung.“
Man darf allerdings fragen, ob Lärmschutz nicht zuerst dort errichtet werden soll, wo schon heute Bewohner erheblich belastet sind, und die Ausgaben für die HafenCity nicht erst getätigt werden sollten, wenn dort mit Wohnungsbau begonnen wird.
Eine Provinzposse die so doof ist das man sich als Hamburger schämen muss spielt sich gerade um die Benennung des Flughafens Fuhlsbüttel in der Hamburgischen Bürgerschaft ab.
Am 11. Dezember soll die neue Flughafen-S-Bahn von Ohlsdorf nach Fuhlsbüttel eröffnet werden. Hamburgs Flughafen bekommt damit endlich einen Bahnanschluss. Allerdings führt die Bezeichnung der Station zu Streit. Die vom der Deutschen Bahn vorgesehene Name “Hamburg-Airport” passt Klaus-Peter Hesse (CDU) und Martina Gregersen (GAL) nicht. Sie wollen die deutsche Bezeichnung “Flughafen” durchdrücken. Eine vorgesehene Präsentation musste abgesagt werden. Nun soll die Bürgerschaft entscheiden.
Der vom Verkehr bedrohte Norden der Veddel gehört zu HPA
Zeitung lesen gehört für einen Lokalpolitiker zum Pflichtprogramm. Oft sind es die Randnotitzen, die aufhorchen lassen. Heute sind es gleich drei:
Straßennetz im Hafen zu Lasten der Veddel?
Die Bausenatorin Anja Hajduk hat sich in einem Interview gegenüber der “Welt” zu den geplanten Straßenneubauten im Hafengebiet geäußert. Es gehe um ein Netz von Straßen, eine Ost-West-Verbindung im Süden Wilhelmsburgs, eine im Norden und eine Verbindung zwischen den beiden. Es ist nicht schwer zu erraten, das die südliche Verbindung durch die Kornweide gehen wird, und die Verbindung nach Norden durch einen Neubau der Wilhelmsburger Reichsstraße hergestellt werden soll. Welchen Streckenverlauf die Nordtrasse aber nehmen soll ist unklar. Für die Planungen attraktiv ist die Tunnelstraße. Für die Veddel bedeutete das eine dritte quasi-Autobahn direkt durch den dichtbesiedelten Stadtteil. Da heisst es aufpassen!
Die Schulbezirke sind eigentümlich geschnitten
Die bevorstehende Schulreform des schwarz-grünen Senates soll in Regionalkonferenzen mit den Eltern besprochen werden. In diesem Zusammenhang druckte das Hamburger Abendblatt eine Karte der Schulbezirke ab, in denen über die Einrichtung von Primarschulen und Gymnasien diskutiert werden soll.
Spötter meinten schon immer, das Amt für Strom- und Hafenbau sei der “achte Bezirk” der Hansestadt. Nach der Umwandlung zur Hamburg Port Authority (HPA) ist das Problem noch schlimmer geworden: Die HPA ist außer Rand und Band.
Nicht nur, das die HPA nach der Bezirksverwaltungsreform ihre Bauvorhaben jetzt selbst beantragen und genehmigen kann. Vorher wurden die Genehmigungen durch die Bauabteilung des Bezirksamtes erteilt, ein Prozess an dem noch demokratisch gewählte Volksvertreter beteiligt waren.
Offenbar weiß auch die Senatsebene nicht mehr, was in ihrem ehemaligen Amt vorgeht.
Heute meldete der NDR auf seiner Webseite, das der zuständige Wirtschaftssenator Gedaschko nicht informiert ist, was bei HPA so geschieht:
Die Wirtschaftsbehörde habe oft keine Kenntnis darüber, wie die Bauarbeiten vorankommen, wo es Probleme gibt und ob sich die Finanzierung halten lässt.
Dabei ist die HPA bereits in der jüngeren Vergangenheit mit sehr eigenwilligen Maßnahmen aufgefallen. Den Rest des Eintrages lesen »