Antrag vom 15.02.2005: Lagerhaus E am Dessauer Ufer für Kunstaktivitäten öffnen

Lagerhaus E am Dessauer Ufer für Kunstaktivitäten öffnen
Antrag der Abgeordneten Susanne Kilgast, Klaus Lübke, sowie Matthias Bölkow (GAL), Dr. Gunther Böttcher (CDU) und Fraktion

Interfraktioneller Antrag für die Bezirksversammlung:

Aufgrund seiner Lage kommt dem Kleinen Grasbrook für den “Sprung über die Elbe” eine besondere Rolle zu. Die Olympiaplanungen haben diesen Stadtteil neu ins Blickfeld gerückt. Der vom Bezirksamt initiierte Workshop Kleiner Grasbrook, der im Jahr 2003 mit internationaler Beteiligung durchgeführt wurde, hat verdeutlicht, dass die Stadt Hamburg mit diesem Gebiet über ein citynahes Areal mit hohen Entwicklungspotenzial verfügt. Die Tätigkeiten der Stiftung Hamburg Maritim und des Museum der Arbeit legen heute schon den Grundstein für eine vielseitige maritime Erlebniswelt in diesem Teil des Hafens.

Die sich wandelnden Anforderungen der Hafenwirtschaft in Bezug auf Lagerflächen und deren Andienung bewirken, dass einige bislang als Lagerhäuser genutzte Objekte perspektivisch einer Umnutzung zuzuführen sind.

Der Lagerhausstrecke am Dessauer Ufer kommt dabei eine besondere Bedeutung zu, liegt sie doch unmittelbar an der intendierten Entwicklungsachse von der HafenCity Richtung Süden. So sieht z.B. der Entwurf des Memorandums zu einer Internationalen Bauausstellung 2013 dieses Gebiet als Standort für Einrichtungen für Bildung und Wissenschaft vor.

Für das sich im Besitz der HHLA befindliche Lagerhaus E mit seinen 21.000 qm Nutzfläche auf vier Böden wurden in den vergangenen Wochen Vorschläge veröffentlicht, dieses mittelfristig für kulturelle Aktivitäten umzubauen. Neben Ausstellungsmöglichkeiten wurde insbesondere die Errichtung von Ateliers genannt. Der Bund Bildender Künstler Hamburg bemängelt seit längerem, dass in Hamburg viel zu wenig geeignete Ateliers für Künstler zur Verfügung stehen, und dass dies merklich die Qualität der Bildenden Kunst in Hamburg und ihre Vitalität beeinträchtigt. Zudem wird aller Wahrscheinlichkeit nach die Nachfrage nach Ateliers weiter steigen, wenn die neue Bau-Hochschule in der HafenCity mit voraussichtlich 2500 - 3000 Studierenden ihren Betrieb aufnehmen wird.

Dies vorausgeschickt, möge die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte beschließen:

  1. Die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte begrüßt Überlegungen, den “Sprung über die Elbe” durch kulturelle Einrichtungen entlang des Dessauer Ufers zu manifestieren.
  2. Der Bezirksamtsleiter wird gebeten, sich bei der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt sowie bei der Liegenschaftsabteilung der Finanzbehörde dafür einzusetzen, dass bei der Konkretisierung der Ideen für die Internationale Bauausstellung die Lagerhäuser E in angemessener Weise berücksichtigt werden.
  3. Ein Gutachten über die Umnutzungsmöglichkeiten des Lagerhaus E für ein “Zentrum für aktuelle Kunst und Musik, Ausstellungs- und Atelierflächen für aktuelle Kultur” soll erstellt werden, dass die folgenden Punkte umfasst:
  • a) Beschreibung der geschichtlichen, architektonischen und städtebaulichen Bedeutung der Lagerhauses E;
  • b) Ermittlung der aktuellen Bausubstanz, etwaiger baulicher Mängel, anstehender Sanierungsmaßnahmen und der mittelfristigen Verfügbarkeit des Gebäudes;
  • c) Prüfung, wie eine Umnutzung des Gebäudes mit den Interessen der Hafenwirtschaft an diesem Ort in Übereinstimmung gebracht werden kann;
  • d) Darstellung der verschiedenen Nutzungsvarianten und die sie bedingenden baulichen Maßnahmen
  • e) Ermittlung eines Kostenrahmens und Vorschläge für die organisatorische und zeitliche Umsetzung, sowie für Finanzierungsvarianten.
  1. 4. Der Bezirksamtsleiter wird gebeten, der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte nach der Sommerpause Bericht zu erstatten.
    5. Die Vergabe des Gutachtens erfolgt im Ausschuss für Kultur, Sport und Denkmalpflege.
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