Hilferuf der Kitas nicht ignorieren!
Antrag der Abgeordneten Murat Gözay, Klaus Lübke, sowie Dr. Michael Osterburg (GAL) und Fraktion
Interfraktioneller Antrag in der Bezirksversammlung:
Nicht nur in Hamburg-Mitte stehen viele Kindertagesstätten vor dramatischen Problemen. Dies hat erhebliche Auswirkungen für die Eltern und Kinder, die die Tagesstätten nutzen.
Die Leiterinnen der Kita Uffelnsweg, Andrea Wellen, und der Evangelischen Kita Veddel, Kristina Krüger, haben auf der Februar-Sitzung des Ortsausschusses Veddel-Rothenburgsort in beeindruckender Weise von den Problemen Berichtet, die durch die Regelungen des Kita Gutscheinsystemes auf der Veddel entstanden sind.
Inzwischen meldete sich in der Woche nach der Ortsausschusssitzung unabhängig eine weitere Kita aus Billstedt, und berichtete von ähnlichen Problemen. In der März-Sitzung des Ortsausschusses Veddel-Rothenburgsort trugen schließlich die Kitas aus Rothenburgsort ihre Probleme vor.
Insbesondere sind folgende Fehlentwicklungen zu beobachten:
- Durch den Rückgang der Ganztagesplätze, auf der Veddel beispielsweise um 40% bis 50%, haben viele Kinder weniger Gelegenheit im Umgang mit anderen Kindern in spielerischer Weise Kenntnisse der Deutschen Sprache zu erwerben.
- Eltern aus sozial schwachen Stadtteilen haben es beim Amt oft schwerer die Dringlichkeit ihrer Anliegen vorzubringen.
- Gutscheine werden in den meisten Fällen nur wegen der Berufstätigkeit der Eltern gewährt, und dann in der Stundenzahl knapp bemessen. Eltern die in Schichten Arbeiten, geben Ihre Kinder zu wechselnden Zeiten in die Betreuung. Diese Kinder haben es schwer an regelmäßigen Förderstunden teilzunehmen.
- Ungelernte Arbeitskräfte werden oft von heute auf morgen eingestellt und wieder entlassen. Die Betreuung der Kinder in den Kitas erfolgt in diesen Fällen nicht kontinuierlich, so das sie nach einer Eingewöhnungsphase die Einrichtung wieder verlassen müssen.
- Die Kita-Leiterinnen sind erfahrene Fachkräfte, die mit den Verhältnissen vor Ort vertraut sind. In Fällen wo sie es für die Entwicklung des Kindes für geboten halten, raten sie Eltern sich an das Amt für Soziale Dienste zu wenden, um einen Priorität-1 Gutschein zu beantragen. Es kommt aber nicht selten vor, das sich Eltern nicht trauen diesen Weg zu gehen, weil sie befürchten ihnen könnten die Kinder entzogen werden, wenn sie sich selbst als schlechte Eltern darstellen.
Dies vorausgeschickt möge die Bezirksversammlung beschließen:
Der Bezirksamtsleiter möge sich gegenüber der Behörde für Soziales und Familie dafür einsetzen das:
1. die Auswirkungen der Kita-Regelungen in sozial schwachen Stadtteilen und Stadtteilen mit einem hohen Migranten-Anteil umgehend überprüft, und gegen die festgestellten Fehlentwicklungen umgehend Maßnahmen ergriffen werden.
2. das Fachpersonal aus den Kitas vor Ort in diesem Verfahren gehört wird;
3. die Vergabe der Kita-Gutscheine verstärkt nach dem Gesichtspunkt des Kindeswohles erfolgt;
4. die strengen Vergabebedingungen für Gutscheine der Priorität 1 gelockert werden.

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