Antrag vom 20.04.2004: Auswandererhallen auf der Veddel endlich realisieren!

Auswandererhallen auf der Veddel endlich realisieren!
Antrag der Abgeordneten Klaus Lübke, Thomas Stölting, sowie Ingolf Goritz, Jutta Kodrzynski (GAL) und Fraktion

Der Senat hat inzwischen mehrfach verkündet, welch hohe Bedeutung die Auswandererhallen auf der Veddel für ganz Hamburg haben. Über Hamburg sind etwa fünf Millionen Menschen insbesondere nach den USA ausgewandert. Die fast vollständigen Akten über diese Auswanderer werden im Staatsarchiv aufbewahrt. Einzigartig ist, das in diesen Unterlagen der Herkunftsort der Auswanderer verzeichnet ist, und nicht nur der Abfahrtshafen. Man schätzt, das in den USA heute etwa 25 Millionen Nachfahren der über Hamburg ausgewanderten leben. Das Interesse an Unterlagen ist entsprechend groß.

Ein attraktives Auswanderermuseum am ehemaligen Standort der von Albert Ballin um die Jahrhundertwende errichteten Auswandererstadt auf der Veddel kann für zahlreiche Touristen ein zusätzlicher wichtiger Grund für einen Besuch in Hamburg. Die Errichtung des Forschungs- und Dokumentationszentrums im Zusammenhang mit den Auswandererhallen auf der Veddel ist deshalb von großer Bedeutung für Hamburg. Es ist zu erwarten, dass mit der Fertigstellung ein steter Besucherstrom nach Hamburg einsetzen würde. Die Handelskammer rechnet sogar damit, das sich hierdurch eine tägliche direkte Flugverbindung Hamburg-New York realisieren ließe.

Hamburgs Ansehen in Übersee und seine Bedeutung als internationaler Touristik-Standort würde erheblich steigen. Die finanziellen Mittel für das Auswanderermuseum wären deshalb eine gut angelegte Investition, die sich bezahlt machen würde.

Vor diesem Hintergrund ist es nicht nachvollziehbar, dass der Senat es bisher nicht vermocht hat, eine Finanzierung der Auswandererhallen sicherzustellen. Er hat diese Aufgabe der Stiftung Maritim übertragen, private Spendenmittel ein zu werben und einen Betreiber zu finden. Die Stiftung Maritim konnte zwar Spendenzusagen in Millionhöhe, aber nicht in der Größenordnung wie ovm Senat gefordert, vorweisen.

Hamburg droht aufgrund der kleinkarierten Herangehensweise des Senats, der dem Projekt nicht die erforderliche Priorität einräumt, in der internationalen Städtekonkurrenz erheblich ins Hintertreffen zu geraten.

Deshalb möge die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte beschließen:

  • Der Herr Bezirksamtsleiter wird gebeten, sich gegenüber dem Senat dafür einzusetzen, dass unverzüglich eine Finanzierung der Rekonstruktion der Auswanderhallen auf der Veddel zustande kommt. Das Forschungs- und Dokumentationszentrum, das dann dort in den Auswandererhallen untergebracht werden soll, hat eine enorme wirtschaftliche, touristische und wissenschaftliche Bedeutung und wird innerhalb kürzester Zeit wirtschaftlich rechnen.
  • Der zu erwartende Ansturm auf dieses Zentrum rechtfertigt es und macht es sogar zwingend erforderlich, die Kosten von Senatsseite vorzufinanzieren. Aufgrund der Nachfrage werden die Kosten später wieder eingespielt.
  • Der Senat muss im Interesse Hamburgs seine zögerliche Haltung aufgeben und dem Projekt Auswandererhallen endlich die Aufmerksamkeit zu teil werden zu lassen, die dieses Projekt verdient. Es geht darum, weiteren Schaden von Hamburg abzuwenden.
  • Der Senat wird darüber hinaus aufgefordert, im Kulturausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte über den Fortgang des Projekts zu berichten.
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