Zukünftige Schnellstraßenführungen im Bereich Wilhelmsburg und Veddel
Antrag
der Mitglieder Klaus Lübke, Fred Rebensdorf, Bayram Inan, Dirk Schilling (SPD) und Fraktion vom 16.6.2008
Betr.: Zukünftige Schnellstraßenführungen im Bereich Wilhelmsburg und Veddel
Nachdem der CDU-Senat mit den bisherigen Plänen zur Realisierung der sogenannten Hafenquerspange gescheitert ist, werden eine Reihe von Alternativplanungen diskutiert. Die neue Koalition auf Senatsebene will innerhalb weniger Monate Lösungen für zwei Ost/West-Straßenverbindungen prüfen, und zählt dabei folgende Kriterien auf:
- eine möglichst geringe finanzielle Belastung bei günstigem Finanzschlüssel Hamburg/Bund
- verkehrliche Entlastung für Wilhelmsburg
- sie dürfen dem Sprung über die Elbe städtebaulich nicht entgegenstehen
- keine aufgeständerte Lösung über den Spreehafen
- keine Zeitverzögerungen
- Auswirkungen auf eine angestrebte Verlagerung oder Rückbau der Wilhelmsburger Reichsstraße
- Ausbaubedarf der Diagonaltrasse West
- ökologische Aspekte der Trassenführungen
In der Diskussion wird eine an der durch Wilhelmsburg verlaufenden Hauptbahnline als „Diagonaltrasse Ost“, und eine, insbesondere von der IBA GmbH vorgeschlagene Variante westlich des Reiherstieges als „Diagonaltrasse West“ bezeichnet. Im Gespräch sind auch Varianten des sogenannten „Hafennetzes“, das vom Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg als Hafenquerspangenersatz vorgeschlagen worden ist.
Der von der IBA GmbH vorgetragene mutige Plan schließt einen Rückbau der Wilhelmsburger Reichsstraße ein, was eine erhebliche Flächenaufwertung und eine Steigerung der Lebensqualität in Wilhelmsburg bedeuten würde. Sollte es gelingen, die der Reichsstraße durch eine andere Verkehrsführung überflüssig zu machen, wäre dies für die Entwicklung Wilhelmsburgs ein riesiger Schritt nach vorne, dessen Bedeutung kaum hoch genug eingeschätzt werden kann.
Die „Diagonalstrasse Ost“ ist als Verlegung der Reichsstraße an die Bahnlinie von Wilhelmsburger Bürgern in der Vergangenheit immer wieder gefordert worden. Ziel war, zwei lärmerzeugende Verkehrsachsen zu einer einzigen zu verschmelzen, und damit den Zwischenraum für neue Nutzungen zu erschließen.
Die „Diagonaltrasse West“ hat gegenüber dieser Variante jedoch erhebliche Vorteile, insbesondere weil der durch den Straßenverkehr erzeugte Lärm nicht mehr in der Nähe der Wohngebiete anfallen würde.
Bei den Planungen muss neben der verkehrlichen Entlastung für Wilhelmsburg auch die Situation der übrigen, im Bereich dieses Regionalausschusses liegenden Wohngebiete berücksichtigt werden. Die Anwohner der Harburger Chaussee und des Straßenzuges Am Zollhafen – Hovestieg leiden bereits heute unter der vor allem durch LKW verursachten steigenden Lärmbelastung. Für die Tunnelstraße darf eine ähnliche Entwicklung vorhergesehen werden.
Dieses vorausgeschickt, möge der Regionalausschuss Wilhelmsburg - Veddel beschließen:
- Die sogenannten Diagonaltrasse West, bei der die Führung der Hauptverkehrsstraßen durch das Industrie- und Hafengebiet westlich des Reiherstieges geführt werden soll, ist gegenüber der „Diagonaltrasse Ost“ unbedingt vorzuziehen.
- Der Rückbau der Wilhelmsburger Reichsstraße mindestens im Bereich zwischen den Abfahrten Wilhelmsburg-Mitte und Wilhelmsburg-Süd wird außerordentlich begrüßt. Alle an dieser Planung beteiligten Stellen werden aufgefordert angesichts der enorm vorteilhaften Auswirkungen, die eine solche kühne Lösung hätte, daran positiv mitzuwirken.
- Eine Belastung der Wohngebiete in Wilhelmsburg, auf dem Kleinen Grasbrook und auf der Veddel ist durch eine neue Trassenführung zu vermeiden. Die Harburger Chaussee und die Tunnelstraße eignen sich durch ihre unmittelbare Nähe zu großen Wohnblöcken nicht zur Ableitung großer Verkehrströme mit hohem LKW-Anteil.
- Der Regionalausschuss Wilhelmsburg – Veddel ist über den Fortgang der Planungen in Zukunft zeitnah zu informieren, und als legitimierte Vertretung der Bevölkerung auf den Elbinseln bei den Beratungen einzubeziehen.





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