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Zum 95. Geburtstag von Willy Brandt

Willy Brandt

Willy Brandt

Der Erste Kanzler an den ich mich erinnern kann, war Willy Brandt. Er wurde heute vor 95 Jahren geboren.

Verstanden habe ich das damals noch nicht richtig, aber alle in der Ersten Klasse der Rübekampschule waren selbstverständlich für Willy Brandt. Wir standen vor der Turnhalle und skandierten “CDU, alte Kuh!”. Ich dachte, ich sei für die CDU, aber ich lag falsch. Denn, so erklärte mir Thomas, Willy Brandt sei in der SPD. Seit dem Tag bin ich immer ein Anhänger der SPD geblieben. Nur Mitglied wurde ich erst sehr viel später. Ich erinnere mich auch an die Aufregung zur Willy-Wahl 1972. Es lag was in der Luft, das spürte ich. Die Geschichte um das gescheiterte Konstruktive Misstrauensvotum hatte ich noch nicht verstanden.
Willy Brand in Warschau, die Überschrift “Durfte Brandt knien?” , der älteste Spiegel-Titel, an den ich mich erinnern kann ist von 1970.

Für mich war Willy Brandt einer von zwei Personen die mich veranlassten Anhänger der Sozialdemokraten zu werden. Grund genug, das hier einmal zu erwähnen.

Erinnerung an die Rede von Otto Wels zum Erächtigungsgesetz

Otto Wels 1932 (Quelle: Friedrich Ebert Stiftung)

Ab und zu lohnt sich ein Blick zurück: In den 145 Jahren ihres Bestehens stand die SPD in grundsätzlichen Fragen immer auf der richtigen Seite. Sie stand für eine demokratische Republik.

Ein Meilenstein dieser Geschichte war die Rede von Otto Wels zu Hitlers Ermächtigungsgesetz vor dem Deutschen Reichstag vor 75 Jahren.

Von den 120 sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten war es nur noch 94 möglich, an dieser Sitzung am 23. März 1933 in der Kroll-Oper teilzunehmen.

Die sozialdemokratischen Reichstagsabgeordneten, die noch nicht eingekerkert, ermordet oder zur Flucht und Emigration gezwungen waren, stimmten geschlossen gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz.

Die Sozialdemokratie stand mit ihrem mutigen Aufbäumen und ihrem Kampf für die parlamentarische Demokratie allein.

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