Die Elbinsulaner die heute das Hamburger Abendblatt und die Harburger Rundschau gelesen haben können es sich zusammenreimen: Es kommt mehr Verkehr auf uns zu. Das ist zwar nicht neu, doch es wurde wieder ein Stückchen an der Schraube gedreht.
So sind die Pläne für eine Süderelbquerung der Hafenbahn in Bewegung geraten. Unter dem Titel “Definitiv keine neue Eisenbahnbrücke” meldet die Harburger Rundschau das Gegenteil. Doch die Brücke soll weiter westlich als Klappbrücke ausgeführt werden, damit die Harburger Seehäfen nicht vom Seeverkehr abgeschnitten werden.
Kenner der Diskussion wissen allerdings auch, das die von Altenwerder kommende Hafenbahn mit einem sogenannten “Überwerfungsbauwerk” über die Hauptbahntrasse in der Mitte Wilhelmsburgs herübergeführt werden soll. Denn am Ende der gemeinsamen Trasse sollen die Güterzüge hinter den Elbbrücken nach rechts abbiegen. Ohne das “Überwerfungsbauwerk” wären sie aber auf der “linken” Spur eingefädelt.
“Überwerfungsbauwerk” steht hier für eine Brücke. Sie muss oberhalb des Bahnprofiles, also in einiger Höhe die Hauptstrecke kreuzen. Es steht zu befürchten, das diese Konstruktion für eine weithin hörbare zusätzliche Lärmquelle in Wilhelmsburg wird.
Im Bürgerbeteiligungsgremium der IBA-IGS wurden gestern Abend die Pläne zur Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße durch den Staatsrat Dr. Stephan-Hugo Winters aus der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) vorgestellt. Der Vortrag stieß auf starkes Publikumsinteresse.
Der Sitzungssaal im Bürgerhaus platzte aus allen Nähten. Normalerweise verirrt sich nur wenig Publikum zu diesem stets öffentlich tagenden Gremium.
In der vorhergehenden Sitzung war bekannt geworden, das die Verlegung der Reichsstraße als Autobahn an die Bahnstrecke jetzt in der konkreten Planung sei. Das Gremium hatte daraufhin die BSU gebeten, zu den Planungen Stellung zu nehmen. Den Rest des Eintrages lesen »
So hat man sich die “Bildungsoffensive Elbinseln” nicht vorgestellt: Über einhundert Jahre existiert die Grundschule in der Rahmwerder Straße in Georgswerder. Es ist die einzige Schule im Quartier, die nächste Schule ist vier Kilometer weiter in der Buddestraße. Jetzt soll die Schule ganz plötzlich dichtgemacht werden. Angeblich ist das Aus in der Schulbehörde endgültig gefallen.
Gestern Abend fand eine Informationsveranstaltung der Behörde für die Eltern in der Schule statt. Die Entscheider hatten Beamte losgeschickt, die den ganzen Unmut der Betroffenen zu hören bekamen. Nach einer zum Teil emotional geführten Debatte weigerte sich die Elternschaft geschlossen, in einer Arbeitsgruppe zur Abwicklung der Schule mitzuarbeiten.
Am Sonnabend treffen sich die Eltern und Kinder um 15:00 Uhr zu einem Fototermin an der Schule. Alle Georgswerderaner, und alle die den Erhalt der Schule unterstützen wollen sind willkommen!
Wenn es um Dinge geht, die wenig mit Schifffahrt zu tun haben, aber doch im offiziellen Hafengebiet, und damit in der Zuständigkeit der Hamburg Port Authority (HPA) liegen ist diese meist recht langsam. Wenn die HPA jedoch um ihren Einfluss fürchten muss, kann sie auch blitzschnell handeln.
Am Peutegrund stand eine Siedlung aus Behelfsheimen, die während der Sturmflut von 1962 zerstört worden ist. Seitdem liegt das Gebiet hinter einer Hochwasserschutzwand brach. Über die Jahre hat sich hier ein Biotop entwickelt, das zahlreichen Tieren und Pflanzen eine Heimat bietet. Inzwischen dürfte sich hier eine derartige Artenvielfalt entwickelt haben, das dieses Biotop einen gewissen rechtlichen Status erfüllt.
Im Rahmen der Aktion Natur - Kultur des IBA-Sommers 2008 arbeitet die Künstlerin Nana Petzet auf diesem bisher als Altlastenverdachtsfläche und Hafenerweiterungsgebiet definierten Brachraum um ihn in seinem Wert als Biotop sichtbar zu machen – und seine Neubewertung anzustoßen. Die Natur hat sie in einer filmischen Kurzdokumentation festgehalten.
Soeben traf das Programm im Alten Ballsaal auf der Veddel für diese Woche ein, und ich veröffentliche das hier einfach unkommentiert:
Mi 27.08.08 / 18 Uhr „historische, musikalische (Volks-) Küche“: die 1930er Jahre
Kartoffeln, Kraut und Gemüse aus dem Garten und Fleisch
—————————————————————
Do 28.08.08 / 20 Uhr 3 Rooosen : Live Einstrichzeichnungen TANZ,
Seit 1993 veranstaltete er u.a. dadaistisch-nihilistische Happenings zu seinem späteren Diplomthema „Menschen raus! Eine Anti-Menschenkampagne für die Freunde gegen Menschen“ (2000) oder organisiert Geschenkeverbrennungen vor dem KaDeWe und auf Weihnachtsmärkten in Berlin. Zudem ist er Deutschland einziger Bildersänger.
Im Ballsaal wird er, inspiriert durch TänzerInnen, LIVE Einstrichzeichnungen zum Thema TANZ erstellen. www.3rooosen.de / 4 - 6 €
—————————————————————
Gestern Abend wurde die Veranstaltungsreihe des IBA-Kultursommers im Alten Ballsaal auf der Veddel mit einem interessanten Vortrag des Historikers Joachim Räth eröffnet.
Ein paar Eindrücke von der Veranstaltung sind bei Picasa zu finden. Weiter Informationen zum Programm gibt es bei www.elbdeich23.info.
Heute berichtet “Die Welt” über einen alten Tanzsaal auf der Veddel:
Ein Relikt aus der Kaiserzeit ist der “Alte Ballsaal” am Veddeler Elbdeich, ein Etablissement, das heute nur erkennt, wer von der Geschichte weiß. Verfall rahmt den Veranstaltungsraum hinter grauen Mauern; an alten Glanz erinnern von außen nur noch ein paar Gusseisen-Säulenvorlagen an der Fassade. Im Inneren ist das Fischgrät-Parkett aufgebrochen, die grüne Farbe an den Wänden blättert, nur die Pilaster und die Stuckprofile erinnern noch an vergangene bescheidene Eleganz.
Jetzt soll die Geschichte noch einmal eine Würdigung erfahren - als Projekt der Internationalen Bauausstellung (IBA). Vom 21. August an wird der Alte Ballsaal zum Ausstellungsort. Mathias Lintl vom Verein Kunst Bauen Stadtentwicklung hat das Projekt für die IBA eingereicht. In den Saal wird ein Folienhaus eingebaut, das als Ausstellungsraum die Chronik des Ortes demonstriert.