Im Oktober letzten Jahres wurde die neue Ernst-August-Schleuse durch die Hamburg Port Authority (HPA) eingeweiht. Der 26 Millionen teure Neubau war notwendig geworden, weil die 1930 gebaute Schleuse den Hochwasserschutz für die Wohnbebauung des Stadtteils Kleiner Grasbrook und für Wilhelmsburg nicht mehr erfüllen konnte. Gleichzeitig wurde durch den Landesbetrieb Straßen Brücken und Gewässer (LSBG) der hinter der Schleuse liegende Aßmannkanal zum Rathaus Wilhelmsburg für 15 Millionen Euro verbreitert, um mit Barkassen “von Rathaus zu Rathaus”, also von der Alster bis in die Mitte Wilhelmsburgs fahren zu können. Eine Investition wahrscheinlich vergeblich ist, denn die neue Ernst-August-Schleuse arbeitet für einen Linienverkehr viel zu langsam. Bei der HPA prüft man, ob man den Betrieb der Schleuse beschleunigen kann. Misslingt das, wäre dies ein sehr teurer Schildbürgerstreich, ja ein regelrechter Skandal.
Die Schleusenzeiten hängen von den unterschiedlichen Wasserständen des Tiedegewässers Hafen und dem Ernst-August-Kanal ab. Je höher die Differenz, desto länger dauert die Schleusung. Während man in der alten Anlage bei guten Bedingungen bereits nach fünf bis zehn Minuten weiterfahren konnte, wird ein Schleusengang jetzt mindestens zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten dauern. Bei durchschnittlichen Verhältnissen müssen die Fahrzeuge 45 Minuten in der Schleuse ausharren, und wenn es ganz ungünstig kommt bleiben die Schiffe und ihre Passagiere eine Stunde in der Kammer gefangen.










